Das war 2019 Juli bis September: Wolbergs-Urteil, Polder-Diskussion und ein Rekord-Schnitzel

Am 3. Juli findet einer der aufsehenerregendsten Prozesse in der Region ein vorläufiges Ende: Regensburgs suspendierter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs kommt nach einem monatelangen Strafverfahren mit einem blauen Auge davon. Der 48-Jährige wird in allen bis auf zwei Anklagepunkten freigesprochen, das Gericht verzichtet auf eine Strafe. Gleichzeitig geht die Richterin hart mit den Ermittlern ins Gericht. So ist es wenig überraschend, dass die Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Haft gefordert hatte, Revision einlegt. Doch auch Wolbergs selbst will das Urteil prüfen lassen – dabei gehe es ihm jedoch nicht um Kritik am Gericht, sondern ums Prinzip. Wann sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall befassen wird, steht bislang noch nicht fest.

Beeindruckende Szenen spielen sich zwischen dem 4. und 17. Juli in Feldkirchen im Landkreis Straubing-Bogen statt: Zwei Wochen lang trainiert die Bundeswehr hier mit Soldaten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee. In der Großübung wird das Szenario eines gemeinsamen UN-Einsatzes wegen eines Cholera-Ausbruchs durchgespielt.

Am 11. Juli fällt in Regensburg das Urteil im sogenannten „Schmidlgassen-Mord“ von Straubing. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass ein 38-Jähriger hier im Dezember 2018 seinen Schwiegervater mit einer Holzschublade erschlagen hatte. Der Mann hatte die Tat im Prozess zugegeben und wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

UPM legt Papiermaschine in Plattling still

Der 15. Juli markiert eine Zäsur im Plattlinger Werk des Papierherstellers UPM: Die Papiermaschine 10 wird stillgelegt. UPM will dadurch die Jahreskapazität deutlich verringern. Bereits im April hatte die Firma angekündigt, etwa 160 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut UPM aber nicht geben.

„Flutpolder: Überflüssige Monsterbauten oder überfällige Lebensretter“: Unter diesem Motto lädt unsere Mediengruppe am 17. Juli in Straubing zu einem Diskussionsabend ein. Über 1.000 Menschen, darunter viele Betroffene, folgen der Einladung. Die Resonanz zeigt: Beim Thema Hochwasserschutz gehen die Meinungen in der Region immer noch stark auseinander.

Anfang August findet eine lange Reise ein Ende: Über ein halbes Jahr hat unsere Redaktion in Osterhofen die Schülerin Romy Stetter, die ihr Klassenzimmer gegen ein Segelschiff tauschte, aus der Ferne begleitet. Und in diesen sechs Monaten auf See hat die 15-Jährige einiges erlebt. Schönes ebenso wie Erschreckendes, das sie in 16 Teilen der Serie „Klassenzimmer unter Segeln“ schildert.

Manfred Weber eröffnet das Gäubodenvolksfest

Elf Tage im August herrscht in Straubing alljährlich Ausnahmezustand – das Gäubodenvolksfest ruft. Auch in diesem Jahr lockt das „Trumm vom Paradies“ über eine Million Besucher nach Straubing. Eröffnet wird das Fest diesmal von Manfred Weber. Leider nicht als EU-Kommissionspräsident, aber das tut der Stimmung am Festplatz keinen Abbruch.

Ein schwerer Unfall überschattet am 15. August die letzte Aufführung eines neuen Stücks auf der Waldbühne in Furth im Wald: Nach der Vorstellung zündet aus unbekannter Ursache einer der Theaterkanonen und verletzt einen zweijährigen Buben im Gesicht. Der Junge muss schwer verletzt in eine Spezialklinik geflogen werden.

Nach Regensburg erwischt es Ende August auch Straubing: Am 26. August hält eine bei Bauarbeiten entdeckte Fliegerbombe die Stadt in Atem. Etwa 70 Anwohner müssen evakuiert werden, ehe die Bombe selbst schließlich ohne größere Probleme entschärft werden kann.

Premiere in Straubing: Am 12. September hält zum ersten Mal planmäßig ein ICE am Bahnhof, der von Wien nach Berlin unterwegs ist. Seitdem hält täglich ein Schnellzug in Straubing. Vorerst gilt das Angebot bis Ende 2021, entwickeln sich die Einstiegszahlen gut, könnte es auch zur Dauer-Lösung werden.

Ein Weltrekord-Schnitzel für Mengkofen

Wer Rudi Dietl kennt, der weiß: Der Feldkirchener hat ein Faible für Weltrekorde. In diesem Jahren haben er und sein Team sich vorgenommen, das größte Schnitzel der Welt zu braten. Am 15. September stieg in Mengkofen der Rekordversuch. Mit Erfolg: Am Ende des Tages stand ein 70 Quadratmeter großes und 1.208 Kilogramm schweres Schnitzel, das anschließend in handliche Portionen zerteilt und verkauft wurde.

Die Geschichte von Helmut hat in diesem Jahr viele unserer Leser bewegt: Der 73-jährige Obdachlose aus Landshut war dringend auf der Suche nach einem Rollator, nachdem sein eigener von Jugendlichen angezündet worden war. Die Hilfsbereitschaft unserer Leser war überwältigend: Mehr als 30 Rollatoren wären innerhalb weniger Tage zustande gekommen. Und noch wichtiger: Seit Anfang Oktober hat Helmut auch ein Dach über dem Kopf – dank Spenden und der Hilfe vieler Ehrenamtlicher. Ein schönes Beispiel, was die Zeitung alles bewirken kann. Danke dafür!

Schlechte Nachrichten erreichen am 24. September Bogen und Hunderdorf: Der Bauprodukte-Hersteller Deceuninck, einer der größten Arbeitgeber vor Ort, will an beiden Standorten Personal abbauen. Im Kern sollen zwischen 80 und 100 Mitarbeiter betroffen sein. Wie viele genau es werden, wird sich wohl im kommenden Jahr zeigen.

Am 28. September kommt der Christopher-Street-Day zum ersten Mal auch nach Niederbayern. Etwa 2.000 Teilnehmer ziehen an diesem Samstag für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern durch die Landshuter Innenstadt – eine beeindruckende Zahl. Die Veranstalter hatten im Voraus nur mit etwa 500 Personen gerechnet.

Am 30. September beginnt in Regensburg ein weiterer Mammut-Prozess: Der Fall Bayern-Ei wird vor Gericht aufgerollt. Auf der Anklagebank sitzt der frühere Geschäftsführer der Firma, Stefan Pohlmann. Ihm werden im Zusammenhang mit dem Salmonellen-Skandal unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge und tierschutzrechtliche Verstöße vorgeworfen. Über 100 Zeugen sollen in dem Prozess gehört werden. Ein Urteil wird frühestens im März 2020 erwartet.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading