Diesen Pressetermin hätte sich Landrat Heinrich Trapp gerne erspart: Die "Venus von Aufhausen", ein bedeutendes archäologisches Fundstück, ist spurlos verschwunden.

Das menschenförmige Gefäß mit zwei Beinen sowie einer Gesichtsdarstellung zählt zu den wichtigsten archäologischen Funden der vergangenen 25 Jahre in Deutschland. Wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte, ist die "Venus von Aufhausen" nicht mehr auffindbar. Recherchen zufolge könnte sie sogar schon seit sieben Jahren weg sein.

Das Thema beschäftigt die Kreisarchäologie und das Landratsamt schon seit einigen Monaten. Wegen der Ermittlungsarbeiten durfte bislang nichts an die Öffentlichkeit getragen werden. Nun hofft man darauf, dass sich vielleicht jemand findet, der zur Erhellung des Falls beitragen könnte. Ein kriminelles Motiv wird ausgeschlossen, eher sei eine "Schlamperei" als Ursache wahrscheinlich, musste Landrat Heinrich Trapp einräumen.

Im August hatte Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl festgestellt, dass es sich bei dem im Tresor des Landratsamts eingelagerten Kultstücks nicht um das Original, sondern lediglich um eines der angefertigten Duplikate der "Venus von Aufhausen" handelte. Daraufhin waren sofort umfangreiche Such- und Recherchemaßnahmen in die Wege geleitet worden. Eine mögliche Theorie: 2012 hatte die Kreisarchäologie die "Venus" an die Archäologische Staatssammlung nach München gesandt, um Duplikate anfertigen zu lassen. Das Original ist laut Staatssammlung auch an das Landratsamt zurückgeschickt worden. Jedoch verliert sich die Spur bei der Übergabe, die offensichtlich nicht ohne Pannen verlief.

Die "Venus" wurde 2003 bei der Ausstellung "Menschen, Zeiten, Räume - Archäologie in Deutschland" in Berlin als "menschenartiges Kultgefäß" gezeigt und von den Veranstaltern mit 750.000 Euro versichert.

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