Kollnburg Polizei kommt Unfall-Filmern auf die Spur

94 Sekunden lang filmten zwei bislang unbekannte Männer Anfang Februar auf der Staatsstraße zwischen Sankt Englmar und Kollnburg die Notlage eines Autofahrers und dessen Unfall. Das Video posteten sie schließlich auf Facebook, die Polizei verständigten sie nicht. Foto: Screenshot Facebook

Knapp einen Monat ist es her, seit eine Videoaufnahme eines Unfalls bei Kollnburg (Landkreis Regen) ihren Weg auf Facebook fand und dort für hitzige Diskussionen sorgte. Mittlerweile hat die Polizei die beiden Urheber des Clips ausfindig gemacht. 

Wie bereits berichtet, ereignete sich der Unfall am Abend des 2. Februar. Ein 52-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Straubing-Bogen kam auf der Kreisstraße zwischen Kollnburg und Sankt Englmar von der Straße ab und überschlug sich mit seinem Auto. Beobachtet wurde der Unfall auch von zwei jungen Männern, die hinter ihm fuhren. Sie filmten das Geschehen sogar mit der Handykamera. In dem 94 Sekunden langen Video, das auch auf Facebook veröffentlicht wurde, kommentieren sie zunächst zynisch die Fahrweise des Mannes. Als sie den Unfall mitansehen, halten sie offenbar an. „Hast des a aufgnomma?“, fragt der Fahrer seinen Beifahrer. Als der mit „Ja, hab i“ antwortet, entgegnet er: „Dann kannst jetzt auf Stop drucka“.

Was danach passierte, ist bis heute unklar. Denn weder der Unfallfahrer noch die beiden Männer meldeten den Unfall bei der Polizei. Für die Polizei begann damit eine schwierige Spurensuche. Ende Februar konnten sie schließlich den Unfallfahrer identifizieren. Er hatte den Unfall offenbar unverletzt überstanden und das demolierte Auto danach verkauft. Gegen ihn wurde ein strafrechtliches Verfahren wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Zu den näheren Umständen des Unfalls äußerte er sich bislang nicht. Laut Polizei besteht aber wohl der Verdacht, dass tatsächlich gesundheitliche Probleme der Auslöser für den Unfall gewesen sein könnten. 

Möglicherweise können nun die beiden Männer im anderen Auto Licht ins Dunkel bringen: Wie Ludwig Günzkofer, Pressebeauftragter der PI Viechtach, am Montag auf idowa-Anfrage mitteilte, konnten sie mittlerweile ausfindig gemacht werden. Selbst gemeldet hatten sie sich jedoch nicht bei der Polizei. Es handelt sich demnach um einen 22-jährigen und einen 30-jährigen Mann, beide aus dem Altlandkreis Viechtach. Strafrechtiche Konsequenzen wegen des Videos müssen sie aber wohl nicht fürchten. Laut Günzkofer werden sie in dem Verfahren als Zeugen und nicht als Beschuldigte geführt. Hinweise auf ein strafbares Handeln hätten sich nicht ergeben. Die Ermittlungen zu dem Unfall sollen nun zügig zum Abschluss gebracht werden. 

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