Großeinsatz in Straubing Ammoniakaustritt am Eisstadion - Evakuierung aufgehoben

, aktualisiert am 28.03.2019 - 11:20 Uhr
Am Straubinger Eisstadion ist am Mittwochmorgen Ammoniak ausgetreten - ein Großeinsatz war die Folge. Foto: Christoph Urban

Großeinsatz am Mittwochmorgen in Straubing: Am Eisstadion ist gegen 7.30 Uhr Ammoniak ausgetreten. Zunächst hatte die Polizei von etwa 60 Verletzten gesprochen, später korrigierte sie die Zahl nach unten. Demnach sind 14 Menschen verletzt worden. Anwohner mussten evakuiert werden. Die Geschäftsstelle der Straubing Tigers muss indes bis Montag, 1. April, geschlossen bleiben, wie der Pressesprecher des Eishockeyclubs am Donnerstag mitteilte. 

Der Ammoniak-Austritt war gegen 7.30 Uhr festgestellt worden. Laut Polizei wurde offenbar bei Bauarbeiten eine Leitung auf der Spielfläche des Eisstadions beschädigt. Daraufhin schlug die Meldeanlage an und es wurde Alarm ausgelöst. Innerhalb kurzer Zeit war der durchdringende Gestank, der von Ammoniak verursacht wird, auch am Stadtplatz deutlich wahrnehmbar. Ammoniak ist ein stechend riechendes Gas, das ätzend auf Haut, Augen und Lunge wirken kann. In der Industrie wird Ammoniak oft als Kühlmittel eingesetzt – so auch am Pulverturm. 

In der Folge wurde der Bereich um das Stadion großräumig abgesperrt und daran gearbeitet, den Austritt des Gases zu unterbinden. Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und die betroffenen Bereiche zu meiden. Erst am späten Mittwochnachmittag wurde schlussendlich Entwarnung gegeben. Die Polizei bedankte sich bei allen Beteiligten für Ihren Einsatz.

Bis kurz vor 14 Uhr war man davon ausgegangen, dass etwa 60 Personen verletzt worden waren. Die Zahl korrigierte die Polizei dann aber nach unten. Es wurden zwar etwa 60 Personen vorsorglich untersucht, doch nur 14 wurden verletzt. Neun davon befinden sich im Krankenhaus. Der Großteil der Betroffenen klagte über Augen- und Atemwegsreizungen. Unter den Verletzten sind auch mehrere Feuerwehrmänner.

Von den Evakuierungsmaßnahmen waren nach aktuellen Informationen der Polizei etwa 130 Personen betroffen, vor allem aus der Frauenbrünnlstraße. Zunächst gingen die Beamten davon aus, dass weitere Evakuierungen nicht notwendig sind. Gegen 9.45 Uhr musste der Sperrbereich jedoch auch auf die Anwesen am westlichen Kinseherberg ausgeweitet werden. Auch die in der Nähe des Eisstadions liegende Wirtschaftsschule Kasberger-Widmann musste evakuiert werden. Die 118 betroffenen Schüler wurden in anderen Schulen im Stadtgebiet untergebracht.

Die Stadt hat als Anlaufstelle für Betroffene die Turnhalle der St. Wolfgangs-Schule in der Regensburger Straße zur Verfügung gestellt. Zur Betreuung wurde auch ein Kriseninterventionsteam angefordert. Auf den Schulbetrieb der St. Wolfgangs-Schule hatte dies laut Schulleitung jedoch keinerlei Auswirkungen. Auch in der Jakob-Sandtner-Realschule hat das BRK eine Aufnahmestelle für Verletzte eingerichtet. Mehr dazu lesen Sie hier: BRK: Auch bei Ammoniak auf alles vorbereitet Die Stadt Straubing hat ein Bürgertelefon für Betroffene eingerichtet. Dieses ist unter der Telefonnummer 09421/97168222 bis 18 Uhr erreichbar.

In der Hochphase waren rund 500 Einsatzkräfte in die Arbeiten in Zusammenhang mit dem Leitungsleck eingebunden. Bereits um kurz nach 9 Uhr war es den Einsatzkräften gelungen, den Ammoniakaustritt einzudämmen. Das noch in der Leitung befindliche Ammoniak trat jedoch weiterhin aus. Eine Spezialfirma aus München sollte Abhilfe schaffen. Bis zum Abschluss der Arbeiten sollten die Sperrungen in Kraft bleiben.

Erst gegen 17 Uhr gab die Polizei schließlich bekannt, dass die Sperrungen aufgehoben seien, mit Ausnahme des Bereiches direkt vor dem Eisstadion. Dieser sollte nach wie vor großräumig umfahren werden. Zudem seien die Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben und die Bevölkerung dürfe wieder Fenster und Türen öffnen.

Zumindest die Geiselhöringer Straße war bereits am frühen Nachmittag wieder befahrbar. Vorerst gesperrt waren die Regensburger Straße, die Gartenstraße, Am Hagen ab Spitaltor und die Westtangente ab der Einmündung Meginhardstraße geblieben.

Am Nachmittag wurde das Eisstadion dann gelüftet. Die Feuerwehr hatte im Umfeld des Stadions mehrere Messstellen eingerichtet.

Die Entscheidung, die Eispiste in zwei Schritten von Grund auf zu sanieren, war im Januar 2018 gefallen. Nach dem Ende der Eishockeysaison 2019 sollte die derzeitige Piste vollständig ausgebaut und eine neue Fundamentierung eingebaut werden. Die Kosten der Sanierung wurden vom Stadtrat auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt.

Lesen Sie auch unseren Beitrag auf idowa.plus oder in Ihrer Tageszeitung vom 28.03.2019.

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