Nachdem 2020 bereits der "Sommer ohne Feste" war, sind auch für 2021 die ersten Großveranstaltungen, zumindest in der gewohnten Form, abgesagt. Jüngstes Beispiel: Das für den Sommer geplante Donaufest in Deggendorf. Auch die geplante Ersatzveranstaltung wurde bereits gestrichen - eine Alternative soll es trotzdem geben.


  • Deggendorfer Donaufest abgesagt
  • Palmator 2021 fällt aus
  • Gillamoos: Endgültige Entscheidung folgt im April
  • Frühlingsfest in Deggendorf bereits abgesagt
  • Regensburg will es im Frühjahr 2021 mit einer "dezentralen Dult" versuchen
  • 2020 war der "Sommer ohne Feste"

Angesichts der gegenwärtigen Corona-Entwicklung war dieser Schritt wohl auch in Deggendorf unausweichlich: Das für den Sommer geplante Donaufest ist abgesagt. Im Stadtrat war man sich einig, dass das Großereignis, zu dem zehntausende Besucher erwartet wurden, nicht stattfinden kann. Auch die geplante Ersatzveranstaltung wurde bereits gestrichen - eine Alternative soll es aber trotzdem geben.

Palmator 2021 fällt aus

Auch in Pettendorf ist die Entscheidung gefallen: Wegen der steigenden Inzidenzwerte wird der Palmator-Anstich am 28. März wie schon 2020 im Gasthof Prößl auf dem Adlersberg und beim Hufwirt auf der Tremmelhauserhöhe nicht stattfinden. Das ist ein herber finanzieller Rückschlag für die Gastwirte. Den Doppelbock verkaufen sie trotzdem.

Frühlingsfest in Deggendorf findet nicht statt

Die Entscheidung ist gefallen: Das VdK-Frühlingsfest in diesem Jahr wird nicht stattfinden. Die Vorstandschaft des Ortsverbandes um den Vorsitzenden Oliver Antretter bedauere dies sehr, allerdings ließe die Entwicklung der Corona-Pandemie keine andere Wahl. Trotz der derzeitigen Situation sei es aber das Ziel, statt des Frühlingsfestes ein Herbstfest von 8. bis 17. Oktober zu veranstalten.

Schonfrist für den Gillamoos

Der Gillamoos in Abensberg hat noch einmal eine Schonfrist bekommen. Im April soll entschieden werden, ob der größte Jahrmarkt der Hallertau Anfang September stattfinden kann. Klar ist aber schon jetzt: Entweder ganz oder gar nicht – einen Gillamoos light wird es nicht geben.

Es gelte abzuwarten, ob eine Durchimpfung der Bevölkerung bis dahin realistisch ist, hieß es aus der Stadtverwaltung. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung müssten geimpft sein, um ein Volksfest dieser Größe abhalten zu können, schätzt Bürgermeister Uwe Brandl (CSU) und erklärt: „Wir entscheiden in Abhängigkeit von den staatlichen Vorgaben und in Abstimmung mit Oberstimm.“ In dem Ort bei Manching findet der Barthelmarkt statt - und zwar immer am Wochenende vor dem Gillamoos. Viele Beschicker besetzen beide Feste.

Regensburgs Ansatz 2021: Dezentrale Dult

Die Machbarkeit einer dezentralen Dult wird derzeit von der Regensburger Stadtverwaltung geprüft. Eine dezentrale Dult könnte Walter Metzger, dem Sprecher der Marktkaufleute zufolge, ab April, nach Ostern, stattfinden. Ende März sollen erste Ergebnisse und Vorschläge ausgewertet werden.

Moosburger Frühlingsfest und Messe abgesagt

In Abstimmung mit Festwirtsfamilie und Festbrauerei sieht sich die Stadt Moosburg aufgrund der aktuellen Corona-Lage leider dazu gezwungen, auch das diesjährige Frühlingsfest, das vom 30. April bis 4. Mai 2021 stattfinden hätte sollen, abzusagen.

Straubinger Volksfest: praktisch abgesagt

Das Straubinger Gäubodenvolksfest 2021 ist praktisch abgesagt. Bayerns zweitgrößtes Volksfest fällt damit zum zweiten Mal hintereinander der Corona-Pandemie zum Opfer. "Wir brauchen eine Herdenimmunität, und die werden wir im August noch nicht haben", erklärte der Sprecher der Straubinger Festwirte, Martin Lechner, unserer Zeitung. Deshalb "sehen wir Wirte eigentlich keine Möglichkeit, ein Volksfest zu machen".

Das war der Sommer ohne Feste 2020

Der Sommer 2020 wird wohl als der „Sommer ohne Feste“ in die Geschichte Bayerns eingehen. Im April untersagten Bund und Länder Großveranstaltungen - doch schon vorher folgte Absage auf Absage von Dult und Volksfest in vielen Städten in Ostbayern. Ein Überblick: 

Straubing: Volksfest fällt aus, Ersatzfeste nicht erlaubt

Nachdem noch vor der Kommunalwahl eine Fake-Absage des Straubinger Volksfests durchs Netz gegeistert war, kam einen Monat die tatsächliche Absage: Oberbürgermeister Markus Pannermayr verkündete am 16. April 2020, das Volksfest findet nicht statt.

Festwirt Hubert Reisinger versuchte im Juni noch, ein Ersatz-Volksfest mit Biergarten am Hagen durchzuführen. "Das Volksfest darf nicht ausfallen", sagte Reisinger: "Der Straubinger braucht's." Aber: Der Infektionsschutz verhinderte das Fest.

Einige Arcobräu-Fans ließen sich nicht abbringen: Sie boten in einem Garten in Oberpiebing ein Ersatz-Volksfest an. Damit niemand auf die Idee käme, am Hagen privat zu trinken, erließ die Stadt ein Alkoholverbot für die Volksfest-Zeit am Hagen.

Die Wenisch-Ochsen freute das freilich, sie durften weiter unbehelligt grasen. Auch der Gäuboden-Pflug, der im Jahr zuvor beim Auszug kaputt ging, wäre bereit gewesen – doch auch der Auszug fiel aus. Allerdings, halt, nicht für den Bruder Straubinger: Holger Frischhut zog ganz alleine zum Festplatz aus.

Auch aus den so genannten „Kulturtagen“ im September wurde nichts – keine Möglichkeit für die Schausteller, Umsatz zu machen. Die Stadt bot ihnen im Gegenzug an, einige Buden am Stadtplatz und dem Steiner-Thor-Platz auftzustellen.

Hubert Aiwanger nennt die Volksfestabsage per SMS aus München "tragisch" und einen "schweren Schlag". Im Interview mit dem Straubinger Tagblatt betonten Schausteller immer wieder, wie wichtig es für sie sei, arbeiten zu dürfen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Einige wurden erfinderisch, wie die Familie Sgraja mit ihrem Süßigkeitenstand in der eigenen Einfahrt. Aber der „Top Spin“ musste im Lager bleiben, Isabell Richter trauerte um ihre Crêpes und das Straubinger Riesenrad stand in Regensburg.

Für Schausteller wird die Lage dabei immer ernster. "Die Stimmung ist katastrophal", sagt Schausteller-Vertreter Andreas Pfeffer im Interview. Vor allem betreffe die Krise die Familienbetriebe: "Die Schaustellerbranche ist in den Grundfesten erschüttert." Es treffe sie mit am härtesten und längsten. Finanzielle Ersatzleistungen von Bund und Ländern haben in Form von Soforthilfen die Branche erreicht, bestätigt Pfeffer. Aber: Fürs Alter gedachte Lebensversicherungen, ja selbst Sparbücher der Kinder hätten manche bereits versilbern müssen, um die Monate zu überstehen. Und 2020 sei das Polster, das man sich als Schausteller für die Wintermonate regelmäßig erarbeite, komplett ausgefallen. Ein Kahlschlag für die gesamte Branche drohe. 

Regensburg: Herbstdult, verteilt über die Altstadt

Auch die Maidult in Regensburg 2020 war der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Die Stadt verkündete die Absage im März.

Für die Herbstdult 2020 sah es genauso schlecht aus. In der gewohnten Form sollte sie nicht stattfinden, entschied die Verwaltung unter Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: „Es tut weh und es ist unglaublich schade, aber angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist das Risiko, das mit der Durchführung unseres Volksfestes einhergeht, schlicht und ergreifend zu hoch.“

Dafür gab es 2020 in Regensburg – wie jetzt für 2021 geplant - eine Ersatz-Herbstdult in der Altstadt. Die Schausteller freuten sich über „eine gelungene Mischung aus Warendult, Fahrgeschäften und Kulinarik“ – die damals niedrigen Inzidenzwerte hatten die dezentrale Veranstaltung möglich gemacht.

Auf dem Dultplatz selbst war im November 2020 ein Impfzentrum eingerichtet worden.

Landshut: Mit Dult-Drive-In in internationalen Schlagzeilen

Die Frühjahrsdult 2020 in Landshut hätte vom 24. April bis 3. Mai stattfinden sollen. Im März wurde sie abgesagt – die Stadt ließ sich aber eine Verschiebung bis Juni offen. Auch daraus wurde nichts. Stattdessen gab es im Mai einen Dult-Drive-In, über den sogar die New York Times berichtete.

Den Drive-in soll es auch 2021 wieder geben.

Ein kleines Stück Normalität gab es im August: Die Fieranten hatten sich in der Altstadt platziert, ein Biergartenfest mit Blaskapelle am Zollhaus, ein Bürgerbiergarten an der Ringelstecherwiese und Fahrgeschäfte an der Grieserwiese hatten die „Dult der langen Wege“ komplettiert.

Deggendorf: Hoffnungsschimmer dank Familienpark 

Deggendorf wartete mit einem Familienpark auf der Ackerloh auf: Rund 20 Fahrgeschäfte, Buden und Essensstände warteten dort auf die Gäste. Für die Schausteller war es nach eigenen Angaben ein Hoffnungsschimmer nach der durch die Corona-Krise praktisch einnahmenlosen Zeit und das Fest ließ Besucher strahlen.

Plattling: Traditionsreiches Volksfest ersatzlos gestrichen

Komplett ersaztlos gestrichen war das Plattlinger Volksfest, dessen Tradition bis ins Jahr 1865 zurückreicht.

Mamming: Volksfest dahoam

Eine kreative Lösung fanden die Volksfest-Fans in Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau: Viele Mamminger machten mit bei einem „Volksfest dahoam“.