Niederbayern/Oberpfalz Das war 2017: Der große idowa-Jahresrückblick

Das Jahr in Bildern: Im Januar sorgte die Festnahme von Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs für viel Gesprächsstoff. Sechs Wochen später wurde Wolbergs wieder aus der U-Haft entlassen. Foto: dpa

Entlaufene Wölfe, die Festnahme des Regensburger Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs, ein riesiger Burger für Pilsting: Hinter unserer Region liegt ein spannendes Jahr, das uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird. In unserem großen Jahresrückblick sammeln wir die Geschichten, die das Jahr 2017 in Ostbayern besonders geprägt haben. 

2. Januar: Amtswechsel in Landshut
Am ersten Montag im neuen Jahr brechen in Landshut neue Zeiten an: Alexander Putz beginnt als neuer Oberbürgermeister seinen ersten Arbeitstag im Landshuter Rathaus. Er löst den aus Altersgründen ausscheidenden Hans Rampf (CSU) ab. Putz hatte sich zuvor in der Wahl überraschend klar gegen seinen Konkurrenten Helmut Radlmeier (CSU) durchgesetzt. Er ist damit der erste FDP-Politiker, der in Landshut Oberbürgermeister wurde. 

18. Januar: Regensburgs Oberbürgermeister Wolbergs wird festgenommen
Paukenschlag in Regensburg: Am 18. Januar werden Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der Bauträger Volker Tretzel und ein ehemaliger Tretzel-Mitarbeiter festgenommen. Hintergrund ist (natürlich) die Spendenaffäre. Die Vorwürfe wiegen schwer: Im Gegenzug für großzügige Parteispenden soll Wolbergs den Bauunternehmer Tretzel bevorzugt haben. Als Haftgrund wird bei den drei Beschuldigten jeweils Verdunkelungsgefahr angenommen. Die Staatsanwaltschaft befürchtet, dass sie massiv auf Zeugen eingewirkt haben. Knapp sechs Wochen muss Wolbergs in Untersuchungshaft bleiben, am 28. Februar wird er wieder entlassen. Mitte März werden auch Tretzel und sein ehemaliger Mitarbeiter erneut auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen dauern aber weiter an. Das Landgericht Regensburg prüft momentan noch die Anklage. Im neuen Jahr soll dann entschieden werden, ob es zu einem Prozess kommt. 

28. Januar: Gina speckt ab
Am 28. Januar beginnt unsere Volontärin Regina mit einem Kolumnenformat, dass sie und uns für den Rest des Jahres begleiten wird: Gina speckt ab. Ihr Ziel: Durch mehr Sport und gesunde Ernährung abnehmen und fitter werden. Und das ein ganzes Jahr lang. Ab diesem Moment nimmt sie jede Woche ein Video auf, das ihren Fortschritt dokumentiert. Und auch, wenn es nicht immer leicht ist und Rückfälle und Motivationsabfälle nicht ausbleiben: Unterkriegen lässt sich unsere Kollegin nie. Sie bleibt dran und beißt sich durch. 48 Folgen hat sie so schon geschafft - vier stehen noch aus. Und wir sind uns sicher: Die wird sie ebenfalls noch schaffen. 

15. Februar: Schauerlicher Verdacht gegen Regensburger Krematorium
Mitte Februar gerät das Regensburger Krematorium ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Vorwürfe klingen schauerlich: Zwischen 2011 und 2015 sollen bei der Feuerbestattung von Leichnamen auch Körperteile anderer Menschen, die bei medizinischen Eingriffen "angefallen" sind, mitverbrannt worden sein. Insgesamt soll es etwa 200 solcher Fälle gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft lässt deswegen die Räume des Krematoriums durchsuchen und leitet Ermittlungen ein. Ob sich die Vorwürfe bestätigen, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Diese dauern momentan noch an. 

22. Februar: Landshut trauert um Fritz Koenig
Am Abend des 22. Februars stirbt in Ganslberg bei Landshut einer der berühmtesten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit: Fritz Koenig. Er wurde 92 Jahre alt. Koenig wurde 1924 in Würzburg geboren, kam aber schon in jungen Jahren nach Landshut, wo er auch sein Abitur machte. 1961 zog er mit seiner Frau nach Ganslberg, wo die beiden sich ein Anwesen und ein Gestüt aufbauten. Koenigs wohl berühmtestes Werk ist die „Große Kugelkaryatide“, die er für das World Trade Center anfertigte. Die Skulptur überstand wie durch ein Wunder die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 - und wurde damit zu einem Symbol der Hoffnung. „Es war eine Skulptur, nun ist es ein Denkmal“, sagte Koenig damals.

11. März: Eine Messe für Donald Trump in Straubing
So viel Aufmerksamkeit bekommt ein Gottesdienst selten: Am 11. März berichten zahlreiche Medien über die Messe in der Straubinger Karmelitenkirche. Der Grund: Eine Straubingerin ließ die Messe für den US-Präsidenten Donald Trump einschreiben. Sie hofft, dass dadurch "alles gut wird" und "nichts Schlechtes" mehr geschieht. 

17. März: Regens Landrat Michael Adam kündigt Abschied an
Diese Nachricht sorgt im Landkreis Regen für viel Gesprächsstoff: Landrat Michael Adam (SPD) gibt am 17. März überraschend bekannt, dass er bei der nächsten Landratswahl im September nicht mehr antreten wird. Stattdessen möchte er in Passau ein Studium beginnen. Sofort beginnt die Suche nach potenziellen Nachfolgern. Vier Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring, am Ende kommt es zur Stichwahl zwischen Rita Röhrl von der SPD und Stefan Ebner von der CSU. Dabei setzt sich Röhrl mit 54,1 Prozent der Stimmen durch. Am 1. Dezember tritt sie offiziell Adams Nachfolge an

19. März: Der traurige Fall der Malina K. 
Ein tragischer Fall löst Ende März Bestürzung in unserer Region aus: Nach einer Party in Regensburg verschwindet die 20-jährige Studentin Malina K. spurlos. Die Polizei leitet daraufhin intensive Suchmaßnahmen in die Wege, die aber erfolglos bleiben. Am 7. April bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen: Bei Donaustauf wird in der Donau die Leiche einer jungen Frau gefunden. Eine Obduktion bestätigt kurz darauf, dass es sich tatsächlich um die vermisste Studentin handelt. Ein rechtsmedizinisches Gutachten ergibt, dass die 20-Jährige ertrunken ist. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus. Hinweise auf ein Fremdverschulden haben sich bei den Ermittlungen nicht ergeben. 

26. April: Der kuriose Streit um das "grüne Haus"
Es klingt wie ein Fall für das "Königlich-bayerische Amtsgericht": Ein grün gestrichenes Haus sorgt in Landshut für Knatsch. Während die einen die farbenfrohe Fassade feiern ("Endlich mal was anderes!"), sind die anderen von dem auffälligen Anstrich weit weniger angetan ("Eine Störung des Ortsbildes"). Die Stadt selbst gehört zu letzteren und klagt schließlich sogar vor dem Regensburger Verwaltungsgericht auf Beseitigung. Am 30. Mai kommt es zur Verhandlung - bei der die Stadt Landshut allerdings gehörig abblitzt. Das Gericht entscheidet: Das Haus darf grün bleiben. 

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