Regensburg OB Wolbergs wegen Verdacht auf schwere Bestechung in Untersuchungshaft

In dem Ermittlungsverfahren wegen auffälliger Spenden, das seit Juni gegen Wolbergs und drei Bauunternehmer läuft, hat die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Regensburg Haftbefehle erwirkt, die heute vollzogen wurden. Foto: Armin Weigel/dpa

Paukenschlag in Regensburg am Mittwochvormittag: Gegen 10.30 Uhr bestätigte die Regensburger Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung, dass Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) festgenommen wurde. Ihm wird schwere Bestechung vorgeworfen. Inzwischen teilte die Staatsanwaltschaft zudem mit, dass Wolbergs bis auf Weiteres in Untersuchungshaft bleiben wird. Als Haftgrund wurde zudem Verdunklungsgefahr genannt. Wolbergs Amtsgeschäfte übernimmt bis auf Weiteres die zweite Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD).

In dem Ermittlungsverfahren wegen auffälliger Spenden, das seit Juni gegen Wolbergs und drei Bauunternehmer läuft, hat die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Regensburg Haftbefehle erwirkt, die am Mittwoch vollzogen wurden. Seither befinden sich der Oberbürgermeister sowie zwei weitere Beschuldigte im Gewahrsam der Strafverfolgungsbehörden. Der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Regensburg hat dem Oberbürgermeister und dem mitbeschuldigten Unternehmer die Haftbefehle am Mittwoch eröffnet und den weiteren Vollzug angeordnet.

Auf idowa+ finden Sie ab sofort einen ausführlichen Bericht zur Verhaftung des Regensburger Oberbürgermeisters: Regensburger OB sitzt in U-Haft.

Gegen 17 Uhr teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Ermittlungsrichter auch für den dritten Beschuldigten nach Eröffnung des Haftbefehls eine Untersuchungshaft angeordnet hat. Wolbergs wird schwere Bestechlichkeit, dem mitbeschuldigten Bauunternehmer schwere Bestechung und dem weiteren Beschuldigten - laut Medienberichten soll es sich um den technischen Leiter der städtischen Wohnungsgesellschaft handeln - Beihilfe zur Bestechung vorgeworfen. Als Haftgrund wurde jeweils Verdunklungsgefahr angenommen. Es besteht der dringende Verdacht, dass die drei Beschuldigten in unlauterer Weise bereits massiv auf Zeugen eingewirkt haben und ohne den Vollzug der Untersuchungshaft weiterhin tun würden, um die Ermittlung der Wahrheit zu erschweren.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Im Gegenzug für Parteispenden von insgesamt über einer halben Million Euro soll Wolbergs jenen Bauunternehmer sowie zwei weitere Baufirmen bevorzugt haben. Auch der Fußballverein SSV Jahn Regensburg ist in die Affäre verwickelt. Der Bauunternehmer hatte im Zusammenhang mit einem Grundstücksdeal die finanzielle Unterstützung des Fußball-Traditionsvereins in Aussicht gestellt. Eine neue Dimension bekommt das Ermittlungsverfahren auch dadurch, dass die Staatsanwaltschaft Wolbergs nun unterstellt, er habe von dem Unternehmer zudem "geldwerte Vorteile für sich und ihm nahestehende Personen" erhalten.

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