Viechtach Diesmal wirklich: Das Semmlerhaus wird abgerissen

Jetzt aber wirklich: Das Semmlerhaus wird am Montagmorgen abgerissen. Foto: job

Ja, nein, vielleicht? Das Hin und Her um die Zukunft des Semmlerhauses hat nun ein Ende. Am Montagvormittag rollte der Bagger an und griff mit seinem Arm gleich ordentlich zu. Nach etlichen Vorarbeiten und einer Sperrung der Linprunstraße für Fußgänger – die Autofahrer durften neben dem Bauzaun auf dem Gehsteig vorbei fahren – starteten die eigentlichen Abrissarbeiten gegen halb zwölf Uhr mittags.

Was der Viechtacher Anzeiger noch als Aprilscherz schrieb, wurde jetzt Wirklichkeit: Nicht nur, dass Bagger dem Semmlerhaus ein Ende bereiten, Viechtacher Bürger haben sich auch Mauerwerk und Türen als Andenken mitgenommen.

Proteste von Abrissgegnern, die zum Teil die Arbeiten verfolgten, gab es vor Ort keine. Einige Bürger holten sich jedoch noch eine Erinnerung aus dem Gebäude, wie ein Stück Semmlerhaus-Mauer. Eine Frau aus Teisnach fragte Hausbesitzer Bernhard Degen, ob sie denn das alte Tor haben dürfe. Dieser hatte nichts dagegen und so wird es künftig den Eingangsbereich ihres Schuppens in Teisnach schmücken. Dauern werden der Abriss und die Aufräumenarbeiten noch ein paar Tage. Autofahrer müssen im Moment noch mit Behinderungen in der Linprunstraße rechnen.

Städteplaner Peter Haimerl hat sich kurz nach Beginn der Arbeiten bereits in der Redaktion zu Wort gemeldet. In einer E-Mail schreibt er: „Die Vision, an dieser Stelle Parkplätze zu erstellen, wird umgesetzt. Nur manche Viechtacher erkennen die Bedeutung des Verlustes dieses historisch wichtigen Stadtbausteines.“ Ein Kamerateam, so kündigte Haimerl an, werde die ganze Woche den Abriss filmen und für verschiedene Fernsehbeiträge aufbereiten Auch er selbst werde „den gesamten Verlauf der Verhandlungen bis hin zur Zerstörung lückenlos dokumentieren“.

Peter Haimerl plant zudem eine Reihe von „Semmlerhausgesprächen“, die das ganze nächste Jahr über stattfinden sollen. Darin, so der Städteplaner wörtlich, „wird das Semmlerhaus als negatives Paradebeispiel helfen, weitere Zerstörungsaktionen zu verhindern.“ Auch beim Bürgerfest will Haimerl Referenten und Betroffene zu Wort kommen lassen.

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