Straßkirchen Was wird aus dem einstigen Plutonium?

Das einstige Plutonium in Straßkirchen ist seit Ende Mai 2017 Geschichte. Ein halbes Jahr später steht das Objekt noch immer leer. Foto: mj

Straßkirchens Bürgermeister Dr. Christian Hirtreiter (CSU) sah das Treiben in der Diskothek Plutonium seit jeher kritisch, alternative Musik-Fans aus nah und fern strömten hingegen nur allzu gerne dort hin. Damit ist seit einem halben Jahr Schluss. Das Plutonium wurde nach einer Drogenrazzia dichtgemacht. Das Objekt am Ortsrand steht leer. Wie geht es nun damit weiter? Wir haben beim Eigentümer nachgefragt.

Es war die Nacht von Samstag auf Sonntag, 14. Mai 2017. Wieder einmal hatten die Betreiber des Plutoniums zu einer Goa-Party geladen. Das bedeutete in der Regel, durchtanzen und feiern bis Sonntagmittag. Doch es sollte die letzte Party in den „heiligen Hallen“ des Plutoniums sein. Um kurz nach 2 Uhr war die Musik aus, die Aufregung groß. Etwa 180 Polizisten führten eine Durchsuchungsaktion durch.

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„Der KPI Straubing lagen Informationen von verschiedenen Seiten vor, dass im Lokal Drogen konsumiert werden sollen“, begründete Polizeisprecher Günther Tomaschko diese Maßnahme einige Wochen nach der Aktion. Der Verdacht bestätigte sich. Insgesamt wurden 140 Stück verpackte Drogen gefunden. 20 Stück bei den 14 Gästen, gegen die Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. „Weitere 120 Drogenpäckchen wurden im Lokal beziehungsweise im unmittelbaren Umfeld des Lokals aufgefunden“, heißt es im Bericht der Polizei vom 23. Juni 2017. Nicht bestätigt hatte sich im Nachhinein der Anfangsverdacht, dass es sich bei einer der gefundenen Drogen um Heroin gehandelt haben könnte. Sichergestellt wurden hingegen Amphetamine, Crystal-Meth, LSD, Ecstasy, Haschisch, Marihuana und Psilocybin-Pilze.

Das Landratsamt Straubing-Bogen reagierte bereits fünf Tage nach der Durchsuchungsaktion entsprechend. Der Betreiber der Diskothek erhielt einen Widerruf der Gaststättenerlaubnis und eine sofortige Schließungsanordnung.

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Des einen Freud, des anderen Leid. Während Straßkirchens Bürgermeister Dr. Christian Hirtreiter angesichts dieser Entscheidung möglicherweise durchgeatmet hat, platzte den zahlreichen Plutonium-Fans insbesondere im sozialen Netzwerk Facebook der Kragen. Immer wieder betonten sie, dass in der Diskothek im Gegensatz zu anderen Lokalitäten oder dem so hoch angesehenen Gäubodenvolksfest stets friedlich gefeiert worden sei. Von „provinzialem Spießbürgertum“ war in einigen Kommentaren die Rede. Blankes Unverständnis.

Auch eine zu einseitige mediale Berichterstattung wurde zeitweise angeprangert. Idowa hatte jedoch in den Wochen und Monaten nach den Ereignissen vom 14. Mai 2017 immer wieder versucht, den Betreiber des Plutoniums zu den Vorfällen und Anschuldigungen zu befragen. Auf das Gesprächsangebot ist dieser bis heute aber nicht eingegangen.

Erste Gespräche, keine Einigung

Wie geht es nun also weiter mit der Immobilie, die einst das Plutonium beheimatete? Das ist noch in der Schwebe. Der Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat sich noch nicht entschieden. Seit rund 25 Jahren befindet sich die Immobilie mittlerweile in seinem Besitz, seit 1997 hatte er das Objekt stets für einen entsprechenden Diskothekenbetrieb verpachtet. Geht es nach der Gemeinde Straßkirchen, werden die Disco-Zeiten in der Immobilie möglicherweise endgültig der Vergangenheit angehören. Bereits kurz vor der Entscheidung des Landratsamtes, das Plutonium zu schließen, machte Bürgermeister Dr. Christian Hirtreiter gegenüber idowa keinen Hehl aus seinen Ansichten: „Ich möchte diese Disco da nicht mehr haben. (…) Es reicht.“

So verwundert es wenig, dass die Gemeinde bereits entsprechende Versuche unternommen hat. Das bestätigt auch der Eigentümer der Immobilie gegenüber idowa: „Die Gemeinde Straßkirchen hatte mir ein Angebot einer Firma vermittelt, die das Objekt gewerblich nutzen wollte. Aber dieses Angebot war mir deutlich zu niedrig. Daher gab es keine Einigung.“ Eine weitere Verpachtung an interessierte Disco-Betreiber schließt der Eigentümer aus. „Verpachten würde ich das für den Zweck nicht mehr. Wenn es aber jemand kaufen will, und dann für eine Disco nutzen möchte, wäre das etwas anderes.“

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