Straubing Kommissar Zufall schnappt den "YouTube"-Einbrecher

Auszug aus dem Bildmaterial der Überwachungskamera. Mittlerweile konnte der 31-jährige Täter dingfest gemacht werden. Doch auch dem Geschädigten droht wohl Ungemach. Foto: Screenshot YouTube

Der Fall hatte für reichlich Wirbel gesorgt. Ein Mann war in einen Verbrauchermarkt in Straubing buchstäblich eingebrochen. Er knallte vom Dachboden unsanft eine Etage tiefer. Die Überwachungskamera zeichnete das unfreiwillig komische Geschehen auf. Von dem Einbrecher fehlte zunächst jede Spur. Dafür bekam die Geschäftsleitung Ärger. Sie hatten das Bildmaterial auf YouTube hochgeladen. Dieses Video wurde mittlerweile wieder gelöscht. Jetzt konnte auch der gesuchte Einbrecher dingfest gemacht werden.

Die Tat ereignete sich in der Nacht auf Samstag, 18. November. Das auf YouTube hochgeladene Video der Überwachungskamera wurde rasend schnell zum Hit im Netz. Zu ulkig hatte sich der Einbrecher angestellt. Dafür erntete er im Netz reichlich Schadenfreude. Vom Hochladen des Videos hatte sich die Geschäftsleitung des betroffenen Verbrauchermarktes in der Finkenstraße entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung erhofft. Die kamen auch. Trotzdem ging die Sache nicht mit rechten Dingen zu. Denn auch ein Einbrecher hat Persönlichkeitsrechte. Und die scheinen durch das Hochladen des Videos verletzt worden zu sein. Zumindest prüft die Staatsanwaltschaft Straubing, entsprechende Ermittlungen gegen die Geschäftsleitung einzuleiten. 

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Da hilft es der Geschäftsleitung wohl auch wenig, dass das Video inzwischen wieder offline genommen wurde.

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Einen kleinen Trost gibt es dann aber doch für die Geschäftsleitung des betroffenen Verbrauchermarktes: der gesuchte Einbrecher wurde mittlerweile geschnappt. Zu verdanken ist das allerdings eher "Kommissar Zufall". Im Rahmen anderweitiger Ermittlungen wurde in der Wohnung einer 39-jährigen Straubingerin auch ein 31-jähriger Mann angetroffen. Von Polizeiseite heißt es hierzu weiter: "Den Beamten fiel bei dem Mann vor allem auf, dass er sich wegen einer offensichtlichen Beinverletzung auf Krücken fortbewegte." Diese Tatsache allein macht einen freilich noch längst nicht verdächtig. Wohl auch das Gesicht des Mannes dürfte den Polizisten durchaus bekannt vorgekommen sein. Zum einen, weil der Straubinger laut Polizei "amtsbekannt" ist, zum anderen aber wohl auch, weil sein Video freilich auch in Reihen der Polizei gesehen wurde. Die weiteren Recherchen führten letztlich dazu, dass der 31-Jährige den Einbruch in den Verbrauchermarkt gestand.

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Falles übernimmt nun die Staatsanwaltschaft Regensburg, Zweigstelle Straubing.

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