Jahresrückblick - Teil 1

Die kuriosesten Polizeimeldungen aus Ostbayern


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Kein Sprengkörper, sondern ein Sexspielzeug: Diese "Granate" stellte sich im Nachhinein als völlig harmlos heraus. 

Eine vermeintliche Handgranate, die sich als Sexspielzeug entpuppt. Betttücher, die zu Betrügern werden. Und ein entsprungenes Känguru, das monatelang durch die Hallertau hopst. Das Jahr 2021 war voller kurioser Fälle, bei denen selbst Kriminalbeamte schmunzeln mussten. Im ersten Teil unseres Jahresrückblicks präsentieren wir die kuriosesten Polizeimeldungen von Januar bis Juni.

Nur keine Umstände: Als es Mitte Januar in seiner Wohnung brannte, rief ein 61-jähriger Regener nicht etwa die Feuerwehr. Stattdessen wartete der Mann seelenruhig im Treppenhaus, bis das Feuer von selbst erlosch, und legte sich danach wieder schlafen. Erst am Tag darauf bemerkte die Hausverwaltung den Brandschaden von gut 25.000 Euro. Ausgelöst wurde das Feuer wohl durch eine unbeaufsichtigte Kerze. Der 61-Jährige bekam eine Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung. 

Da war jemand ganz schön stinkig. Ein 30-Jähriger wurde im Januar in Vilshofen zwei Mal kurz nacheinander erwischt, als er gegen die damals geltende nächtliche Ausgangssperre verstieß. Er revanchierte sich, indem er seine Notdurft im Vorraum einer Sparkasse verrichtete. Später war ihm das wohl selbst unangenehm: Am Morgen darauf schlich er sich erneut in die Filiale, um seine Exkremente zu beseitigen. 

Auch Verbrecher sollten ausgeschlafen sein. Ende Januar wollte ein Dieb in Weiden in der Oberpfalz ein Auto knacken. Das gelang ihm auch, beim Kurzschließen des Wagens schlief er jedoch ein. Der Autobesitzer fand den augenscheinlich unter Drogen stehenden Mann später und verständigte die Polizei. 

"Betrüger sind da": Diese Whatsapp-Nachricht ihrer Mutter ließ bei einer jungen Regensburgerin im Februar sämtliche Alarmglocken läuten. Weil ihre Mama auf Rückfragen nicht reagierte, verständigte sie schließlich die Polizei. Tatsächlich war aber alles in bester Ordnung. Wie sich herausstellte, hatte die Frau eigentlich "Betttücher sind da" schreiben wollen. Die Autokorrektur ihres Handys machte daraus jedoch "Betrüger". 

Tiere sind ja immer wieder für kuriose Einsätze gut. So auch eine kleine Fledermaus, die im März ein offenes Fenster ausnutzte, um in das Schlafzimmer einer Deggendorferin zu gelangen. Drinnen versteckte sie sich hinter einem Schrank und machte keinerlei Anstalten, so bald wieder davon zu fliegen. Da sich die Frau mit dem ungebetenen Gast partout nicht anfreunden konnte, rief sie die Polizei. Die Beamten brachten die Fledermaus schließlich behutsam ins Freie, sodass die Frau beruhigt schlafen konnte. 

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Das Känguru Skippy wurde zahllose Male in der Hallertau gesichtet. Hier ist es in Mainburg zu sehen. Wem es gehört hat, ist immer noch unklar. 

Auch ein Ehepaar aus Passau hatte im April mit einem Tier zu kämpfen. Dabei handelte es sich jedoch um einen Spitzmischling, den die Eheleute erst wenige Tage zuvor bei sich aufgenommen hatten. Das Zusammenleben klappte aber offenbar nicht wie erhofft. Weil der Hund permanent bellte und versuchte, seine neuen Besitzer zu zwicken, verbarrikadierten sie sich in einem Zimmer und riefen die Polizei. Wegen eines kleinen Mischlings und nicht etwa eines Kampfhundes gerufen zu werden, war auch für die Passauer Beamten nicht alltäglich. "Ich bin seit 31 Jahren Polizist, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte ein Polizeisprecher zu dem Fall. 

Ähnlich kurios auch ein Fall aus dem Landkreis Passau von Ende April: Eine Joggerin fand in einem Waldstück eine durchsichtige Tüte, in der sich eine vermeintliche Handgranate befand. Sie alarmierte deswegen die Polizei, sogar ein Sprengkommando rückte an. Vor Ort gaben die Experten jedoch rasch Entwarnung: Bei dem vermeintlichen Sprengkörper handelte es sich um ein Sexspielzeug aus Gummi. Dazu passte auch der übrige Inhalt der Tüte: Kondome und Gleitgel. 

Können so viele Gemeinsamkeiten noch Zufall sein? Zwei Frauen, beide 34 Jahre alt, beide schwanger und beide in weißen BMW-SUVs unterwegs, sind Anfang Mai in Wörth an der Donau beim Ausparken zusammengestoßen. Bei der Aufnahme des Unfalls stellte sich sogar heraus, dass beide Frauen denselben geplanten Geburtstermin hatten. Sie blieben bei dem Unfall zum Glück unverletzt. 

Normalerweise verteilen Polizisten ja eher Platzverweise oder Anzeigen statt Geschenke. Die Verkehrspolizei Regensburg dagegen konnte sich im Mai von ihrer Schokoladenseite zeigen - wortwörtlich. Bei einer Kontrolle auf der A93 bei Siegenburg stellten die Beamten mehr als 500 Tafeln gestohlene Schokolade sicher. Weil der rechtmäßige Besitzer nicht rechtzeitig ermittelt werden konnte, verteilten die Polizisten die süße Ware vor dem Ablaufdatum an gemeinnützige Organisationen. 

Im Mai war es auf einmal da: Das herrenlose Känguru, das später auf den Namen Skippy getauft wurde. Wochen- und monatelang hüpfte Skippy durch die Hallertau, wurde zahllose Male gesichtet, konnte aber nie eingefangen werden. Leider nahm die Geschichte des Kängurus kein gutes Ende: Im Oktober wurde Skippy wohl von einem Auto angefahren. Das Känguru wurde verletzt in eine Tierklinik gebracht und dort operiert, starb jedoch am nächsten Tag.