Landshuter Hochzeit

Schlüpft ein letztes Mal in die Strumpfhose: Der Laho-Liveblog


Zum vierten und letzten Mal Laho-Wochenende, und unsere Blogger berichten wieder mit Augenzwinkern mitten aus dem Geschehen.

Zum vierten und letzten Mal Laho-Wochenende, und unsere Blogger berichten wieder mit Augenzwinkern mitten aus dem Geschehen. 

Auch am letzten Laho-Wochenende flanieren wir durch die Kulturhauptstadt mit dem Herz in der Strumpfhose und hacken Zoten und Informatives von den Tribünen und aus dem Zehrplatz in unseren Blog. Wir, das sind Claudia Hagn (hac), Ingmar Schweder (is), Florian Pichlmaier (fp) - und weitere Reporter aus unserer Redaktion, freilich alle mit gültigem Humorzertifikat. Gemeinsam schmeißen wir uns mittenrein in den Ausnahmezustand, berichten und informieren und frotzeln und dablecken ein bisserl, mit dem nötigen Grant und hoffentlich ausreichend "vui Gfui". Ihr wisst ja, wie's gemeint ist: Nur fast genau so, wie wir es hier reinschreiben. Viel Spaß am vierten Laho-Wochenende.

Hier geht's zu den weiteren Blogeinträgen: 

Sonntag

sized

Und nicht vergessen: Morgen ist Ruhetag!

Okay, wir moderieren das hier Mal ab mit den Fazits unserer Blogger:

Landshut hat sich jetzt vier Wochen lang von seiner besten Seite gezeigt: freundlich wie sonst nie, komplett saubergschleckt, mit mediterranem Flair - ein Sommermärchen gepampert in Strumpfhosen. Für mich persönlich eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Von "Joah gut, kann man schon Mal machen" bis "Braucht's des wirklich?" war alles dabei. Insgesamt gute Sache und bemerkenswert, was die Förderer da alles auf die Beine stellen. 2027 fahr ich in der Zeit aber in den Urlaub oder ich verbrettere meine Bude. Kleiner Gag, freu mich spätestens ab Juli 2027 auf die nächste Aufführung. Versprochen. (fp)

Für mich war's meine dritte Landshuter Hochzeit, in meinem Kopf haben sich die etlichen Ereignisse und Erinnerungen zu einem riesigen Wollknäuel vermischt - wenn ich an einzelnen Fäden daran ziehe, löst sich jeweils eine davon und purzelt mir in den Schoß. Ziemlich praktisch, wahrscheinlich auch für die nächsten vier Jahre. Ich bin gemeinsam mit den Trommlern und Pfeifern bei der Polen-Tribüne von einer Bank gefallen, habe zweimal den Zug durch Landshut erlebt, durfte einen Pfannkuchen bei der Hofküche probieren, der geschmeckt hat wie bei Oma und weiß jetzt: Naturmaterialien wie Leinen stinken nicht, auch wenn man sie bei 37 Grad trägt. Kopftücher gscheid binden kann ich immer noch nicht. Aber vielleicht lerne ich es in den nächsten vier Jahren. Versprochen. (hac) 

Für Kollege (is) war's super. Mehr kann er grad nicht mehr sagen, sagt er aus dem Sauerstoffzelt. 

Wir melden uns ab. LAHO - AND OUT! 

 

sized

Die Reisigen geben nochmal alles. 

Zehr- und Lagerplatz, 20.51 Uhr: Wie man es von den früheren Lahos schon gewohnt ist, geben die Gruppen am letzten Abend alles: Grad singen die Reisigen im Lager nochmal richtig einen auf. Meldet Kollege Beez aus dem Lager, der für das Foto offenbar auf einen Baum geklettert ist. (hac) 

Redaktion, Altstadt, 20.43 Uhr: So Kinders. Die Redaktion der LZ liegt in den letzten Zügen der letzten Ausgabe der Laho-Berichterstattung. Ich habe Hackschnitzel in den Schuhen, Kies ebenso, wahrscheinlich hab ich einen roten "Belle" auf, wie der Niederbayer sagt, weil die Sonne doch ganz schön stark war heute. Am Schrittzähler nach dem Zug und diversen Hin- und Herlatschereien zwischen Lager und Redaktion stehen 20000 Schritte. Ich freu mich jetzt auf einen letzten Abend im Lager und morgen dann auf dieses irgendwie befriedigende Gefühl, wenn sich eine gepflegte Langeweile einstellt. Eine solche, wo man dann irgendwann Videos auf Youtube anschaut, wie jemand in Japan in Hochgeschwindigkeitszügen von A nach B fährt und aus diversen Automaten Essen zieht. Ja, ich bin seltsam. Kollege Pichlmaier hatte recht. (hac) 

sized

Die Tigerschecken, die den Brautwagen ziehen, machen schon mal Schluss mit Laho: Sie werden von ihrem Besitzer abgeholt und wieder in den Bayerischen Wald zurückgebracht. 

Turnierplatz, 19.20 Uhr: Das letzte Ritterturnier ist vorbei, die Pferde waren störrisch, soviel steht fest. Ich durfte das Pferd des Tirolers namens Silvano aber an der Nase streicheln, ein erster Schritt in die richtige Richtung, um nicht mehr panisch vor Pferdln wegzurennen. Laho - vielleicht wird das doch noch was mit mir und Black Beauty, äh, Pferden. (hac) 

sized

Das "Quem A Omagen" aus tausenden Kehlen - und das Brautpaar mittendrin.

Lager- und Zehrplatz, 16.15 Uhr. Ja, der Einzug auf den Dreifaltigkeitsplatz verursacht Gänsehaut. Aber mein persönlicher Ober-Gänsehaut-Moment war gerade im Lager. Nahezu alle der 2500 Mitwirkenden feiern sich, eine nach sechs Laho-losen Jahren besonders ausgelassene Landshuter Hochzeit und das Brautpaar. Das "Quem A Omagen" aus tausenden Kehlen mag nicht enden - auch dann noch nicht, als der Sprecher bereits das in einer halben Stunde beginnende Turnier ankündigt. (sig)

Altstadt, 14.49 Uhr: Die Förderer am vierten Laho-Wochenende mit der Nase im weiß-blauen Himmel über Landshut aufgrund des beschaulichen Festes, das sie auf die Beine gestellt haben. (fp)

sized

Altstadt, 13.56 Uhr: Dieser Muskelberg unter den Hochzeitern, der beim Festzug immer oben ohne unterwegs ist, grantig schaut und auf einem langen Ast zwei Kinder spazieren trägt, weckt gleich zwei Sehnsüchte in mir: Ich will mit meinen zarten Redakteurs-Händen seine Brustmuskeln erforschen - und mich im Armdrücken mit ihm messen. Bitte melde dich! Mindestens zum Armdrücken. Mindestens! (fp)

Redaktion, Altstadt 89, 13.07 Uhr. Wir recherchieren heute nochmal knallhart. Denn einige Fragen sind auch nach drei Wochen und 300000 Artikeln noch offen. Ist auch beim letzten Zug in den Krügen zum Versorgen der Mitwirkenden nur Wasser und leichte Weinschorle? Verdrückt auch Esel Mazeltov ein paar Tränen? Und wie oft schreit Anselm Kurtenbach beim Ratsgesinde während des Zugs "Hallooo" und "Himmel Landshut, tausend Landshut"? (sig)

Arth, 12.45 Uhr: Ich hab noch schnell ein paar Buchssträußerl gemacht, zum Hinausschleudern unserer ganzen Liebe und Freundschaft. Leider ist auch der komplette Garten meiner Mama grad verblüht. Beim Reinfahren ins Mittelalter schweift mein mittlerweile etwas offenerer Blick über das Gladiolenfeld am Arther Kreisel. Soll ich noch ein paar pflücken (gegen Bezahlung natürlich!) und Gladiolensträuße werfen? Aber gab es eigentlich Gladiolen im November 1475? (sig)

Papiererstraße, 12.43 Uhr: Unser Blog lässt sich weiter nix vorschreiben und bleibt unabhängig. Klar, auf den einen oder anderen, der sich nach den ersten Wochenenden beschwert hat, hauen wir nicht mehr drauf, weil das auch zu einfach wäre. (Grüße!) Und wenn jetzt die Förderer mit den großen Geldscheinen winken, dann knicken wir vielleicht schon ein. Apropos: Die Laho - auch am letzten Tag bestimmt eins der besseren Mittelalterfeste in Landshut! Aber wenn jetzt zum Beispiel unsere Chefs bei der Landshuter Zeitung mit Ideen für den Blog um die Ecke biegen, sind wir erstmal skeptisch, weil wir uns nix in den Mund legen lassen. Hier deshalb klar gekennzeichnet was von einem der Großkopferten bei uns: "Vielleicht eine Info, die sich in den Blog weben lässt: Hab mir am Donnerstag bei einem Späti in der Altstadt einen Liter spritziges Wasser für meine Weinschorle gekauft. Kostenpunkt: 9 Euro mit 2 Euro Pfand. Gesalzen, sag ich, gesalzen." Joah gut, neun Euro kein offensichtlicher Schnapper jetzt. Aber warum er dann auch noch so mit Nachdruck Salz in sein Wasser bestellt, werd ich nie verstehen, dann ist er halt auch selbst schuld. Weiter unabhängig, dafür ratlos: Der Laho-Blog. (fp)

Redaktion, 12.22 Uhr: Kollege Schweder schreibt aus seiner Wohnung folgende Sätze: "Mein Kopf ist leer. Ich kann nicht mehr bloggen." Lassen wir mal hier so stehen - aber ich bin zuversichtlich, dass er später noch einen neuen Wildsau-Gag bezüglich Kollege Pichlmaier auf Lager hat. Wenn nicht, möchte ich mich hiermit gleich dafür entschuldigen. Draußen ist übrigens schon wieder die Hölle los: Die Leute sitzen an, als wäre Landshuter Hochzeit. Ach so, ist ja Landshuter Hochzeit. Alle sind aber gut gelaunt, nur hier ein gut gemeinter Tipp an dieser Stelle: Bittschön schmierens sich und ihre Kinder mit Sonnencreme ein. Und zwar mit Sonnencreme, nicht mit Tiroler Nussöl! Der Planet brennt schon mal wieder runter wie die (Wild)sau. (hac) 

Redaktion, 12.20 Uhr: Leider können wir aus technischen Gründen grad nix löschen, daher hier kurz eine Einordnung der Lage: Ja, wir haben manchmal den Kollegen Pichlmaier als dick bezeichnet - war aber alles liebevoll gemeint! Und was die Leute von ihm denken - das überlassen wir den Leuten da draußen. (hac) 

Furth, 11.30 Uhr: Ich hab gerade batzläugig die ALLERLETZTEN beiden Buchskranzl 2023 gebunden. Ob der Rauch bei den Festlichen Spielen oder doch die letzte Laho-Kneipe schlecht war, soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Der Mann des Hauses äußert sich nicht und geht vorsichtshalber zum Joggen. Aber die Buchskranzerl sind für meine Bindekünste diesmal gar nicht schlecht geworden. Ob das auch jemand unterschreiben würde, der schon mit offenen Augen durch die Gegend rennt? (sig)

Altstadt, 10.56 Uhr: Geht gerade nicht. Habe mal wieder kein Internet, Flo. Wird aber nicht so wichtig sein. (is)

Papiererstraße, 10.55 Uhr: Den jüngsten Eintrag bitte löschen. Bin wieder Mal im Eingabefenster verrutscht. War nur für intern gedacht. (fp)

Papiererstraße, 10.52 Uhr:

Betreff: Das geht so nicht. Echt jetzt!

Hallo Ingmar, 

ich wollte dir jetzt nochmal persönlich schreiben: Ich hab im Blog mitgespielt, als du mich da als Wildsau bezeichnet hast. Aber unterm Strich ist das halt Mobbing. Und damit hab ich in meiner eigenen Redaktion genug Erfahrungen gesammelt: Erst so, ja der riecht bisschen seltsam. Dann irgendwann, joah er quillt langsam auf wie so n Hefeteig. Und irgendwann, okay er glaubt wirklich, dass Mozart nur als Hersteller von Schokokugeln bekannt ist. Das hinterlässt alles Spuren bei mir. Wollte Freitag eigentlich feiern gehen, einmal noch die Stimmung aufsaugen in der Altstadt bei diesem von den Förderern wirklich herausragend inszenierten und organisierten Event. Stattdessen hat mich meine Freundin um halb eins in der Nacht aus der Dusche gefischt. Wasser lief zwar noch, hab aber trotzdem vor allem in einem Meer aus meinen eigenen Tränen geschlafen. Nur damit du auch weißt, dass das alles Spuren hinterlässt, was du da ins Internet schreibst. Was sollen die Leute von mir denken?

PS: Werd heute bei den Ritterspielen sein und kann dazu abends noch paar Einträge posten. Bin ansonsten aber durch mit der Laho, ist ja dann doch immer das gleiche. Oder dasselbe, keine Ahnung.

PPS: Will keine große Sache draus machen, aber hab jetzt auch Mal die Führungsetage in CC gesetzt. Viel Spaß am letzten Laho-Tag.

Alles Liebe! Flo

Altstadt, 10.41 Uhr: Sicheres Zeichen, dass es Zeit ist, sich von der Laho zu verabschieden: Der Wildrosenstrauch vorm Parkhaus, wo ich mir manchmal eine Blüte für mein Kopftuch ausgeliehen habe, ist verblüht. *Dramatischemusik* (hac)

Altstadt, 9.45 Uhr: Wenn du beim Bäcker stehst und vor dir honorige Menschen wie Vater Leitgeb, eine der Hauptfiguren des Festspiels und 1475 Mitglied des hohen Rates in Landshut, ganz normal ihre Frühstückssemmerl kaufen. Als hätte er nie was anderes gemacht, bittedankehierfünfsilbermünzen. Bemerkenswert, wie schnell die sich alle eingelebt haben im heutigen Landshut, in dem alle Menschen gleich sind, egal ob reich oder sehr reich. (fp)

Altstadt, Couch, 9.19 Uhr: So Herrschaften. Heute letzte Gelegenheit, sauviel Geld auf der Laho auszugeben! Der letzte Tag der Aufführung 2023 hat begonnen, ich sehe schon überall den Hashtag #wirsehenuns2027 und bin in der Hoffnung, dass uns nicht diesmal wieder eine Pandemie dazwischengrätscht. Am Zehrplatz gibt's übrigens die Lebkuchenherzerl mit Laho 2023 schon günstiger. Also jetzt nochmal alle zsammreissn und ordentlich Gas geben. Morgen ist wieder Schluss mit lustig. (hac)

Samstag

Papiererstraße, 22.04 Uhr: Bitte alle nochmal kurz die Finanzen prüfen, bevor ihr heute ins Nachtleben startet. Preise ja erfahrungsgemäß eher günstig in Landshut! (fp)

sized

Passt eh.

Papiererstraße, 19.47 Uhr: Heute Nachmittag am Spielplatz im Stadtpark Kontrastprogramm zu den Tribünenfesten. Keiner schreit "Hallooo" oder sagt "Freile, sitzts eich her", keiner ist übertrieben gut drauf. Haben schließlich alle ihre Kinder dabei, die Ansprache ist gleich viel weniger freundlich. Plötzlich plärrn neben mir eine Mama und ein Papa aus heiterem Himmel drauflos. Er: "Naaaa, gruzefix he!" Sie: "Gruzement, du soist doch koan Sand essn!" Fühlt sich gut an, wenn nach drei Wochen guter Laune einfach endlich Mal wieder einer jemanden zamstaucht. (fp)

sized

EIniges los auf dem Kopfsteinpflaster - der letzte Altstadttreff der Laho läuft.

Zehrplatz, 19 Uhr: Freu mich schon auf die große Abschluss-PK mit Fördererchef Stefan Feigel am Sonntag. Bin gespannt, was er nach drei Wochen Laho so sagt. Oder ob er überhaupt noch eine Stimme hat nach dem tagelangen Junker zusammenbrüllen. Im Interview vorab der Hochzeit 2023 hat er ja angedeutet, dass die Laho etwas Besonderes ist. Er habe etliche Mittelalterfeste besucht, die Laho sei die Nummer 1. Erinnert mich ein wenig an den einen Freund von früher, der schon zwei Stunden vor Beginn jeder Party auf den Festl rumgelungert ist und dann stolz bei unseren Eintreffen meinte: "Keine Sorge, Jungs, wir sind definitiv die geilsten heute." (is)

Alstadt, 18.44 Uhr: Los geht´s zum Zehrplatz, ein vorletztes Mal. Und wir werden versuchen, heute noch mal alles rauszuhauen. Mein perönlicher Plan: Warten bis die Zünfte im Nächtlichen Lager verschwinden und dann die Speisekammer plündern. (is)

Altstadt, 16.30 Uhr: Welch ein Gedön und welch ein Auflauf! Gibt's in der Altstadt eigentlich was umsonst??? Ja - jede Menge Hochzeiter hautnah und in bester Laune! Den allerallerletzten Altstadttreff 2023 nutzen alle bestmöglich aus. (sig)

Papiererstraße, 14.35 Uhr: Seit drei Wochen benzt meine Freundin rum, weil sie ein Buchskranzl will. Jetzt ist das aber mit mir und der Romantik wie mit den Förderern und normalen Hosen: fühle mich damit unwohl. Bin trotzdem über meinen Schatten gehopst, hab am Montag so ein Teil bestellt, gestern hat's mir die liebe Kollegin Hagn überreicht, mit ganz viel Buchs und Beeren und Blüten und Bonusgrünzeug. Ich hab's dann daheim mit großer Geste aus dem Rucksack gezaubert und auf an Schmuser gehofft. Bekommen hab ich von meiner Freundin nur Argwohn: "Sei ehrlich: Was hast angstellt?" (fp)

Mühleninsel, 13.54 Uhr: Was mir an den Laho-Wochenenden aufgefallen ist: Sobald sich die Hochzeiter abseits des Lagerlebens lösen aus ihrer quasi-uniformierten Gruppe, geht ihnen auch die sexuelle Anziehungskraft flöten. Dann stehen um zwei in der Früh im Schluckspecht bloß noch einzelne weiße Männer recht traurig in Strumpfhosen und mit langen Haaren herum und schauen an der Bar, "was no so geht". Und meistens geht nix. (fp)

Furth, 13.10 Uhr. Ich hab im hinterletzten Eck der Abstellkammer ein neumodernes Gerät gefunden. Google sagt, es sei ein Staubsauger, mit dem könne man den Boden reinigen. Ich bin irritiert. Muss man dazu das Chaos im Haus erst beseitigen, um den Boden wieder zu sehen? Oder bahnt er sich selbständig einen Weg durch Buchssträußerlberge, Taschenhaufen und was sonst so liegen bleibt, wenn die Lago-Tage und -Nächte lang sind? Und nein: Ich frage nicht für einen Freund. (sig)

sized

Undatierte Rathausszene:  Thomas Küffner: "Der Hasi und ich haben extra zusammengelegt." Alexander Putz: "Super, danke, ein LZ-Abo. Originell. Habe ich mir schon immer gewünscht. Wirklich!" Kurze Zeit später.  Alexander Putz: "Ruhig, Alex, ruhig. Das war jetzt das 60. Abo zum 60. Geburtstag. Wie soll ich die nur alle wieder kündigen."  Hans-Peter Summer: "Herzlichen Glückwunsch, Alex! Rate mal, wofür der Rudi und ich zusammengelegt haben...." (is)

Altstadt, 11.43 Uhr: Nachtrag an alle, die es noch nicht mitbekommen haben: JETZT läuft das LETZTE Wochenende der Landshuter Hochzeit. Wer also das dringende Bedürfnis hat, Menschen in Strumpfhosen zu sehen, sollte sich so bald wie möglich auf den Weg machen in die Altstadt. Nicht, dass mir dann einer am Montag herweint und sagt: "Buhuhu, etz hab ich die Laho versäumt!" (hac)

Altstadt, 11.39 Uhr: Meine Nachbarn sind grad vom Festspiel zurückgekommen - sie spielen mit, während ich mich grad wie ein Bär nach 78 Jahren Winterschlaf aus dem Bett gequält habe. Manch einer hat einfach Kondition, manch anderer (ich) nicht. Passend zum Thema erreichte mich grad ein Video der Gaukler, die einen armen, armen jungen Hochzeiter mit Getöse heute aufgeweckt haben. PS: Kollege Pichlmaier hat übrigens vorher gelogen - den hams nie ins Lustra gelassen. (hac)

Papiererstraße, 9.08 Uhr: Meine Freitagabende früher: Starten im Irish Pub, um schon leicht angesäuselt die Musik und die Menschen im Trixi Schneider zu ertragen, mich von Vodka-Boot zu Vodka-Boot hangeln, an der OMV in der Luitpoldstraße eine Kasleberkassemme hinterherschieben, im Lustra ein Pils für zwölf Euro schlemmen und zumindest Mal kurz ins Schaufenstern lurn, danach gemütlich im Extra-Früh mit einem Herrengedeck aus einem Kolben Vollbier und vier Debreczinern den Magen verschließen. Meine Abende heute: Einen österreichischen Krimi schauen, ab zwölf bei geöffnetem Fenster das Bettlaken vollschwitzen, mich über das laute Gelächter der Laho-Heimkehrer draußen auf der Straße ärgern und hoffen, dass ich am nächsten Tag wieder aufwache. (fp)

Altstadt, 2 Uhr. Ich wär ja gern ein Trommler oder ein Trumeter. Es ist einfach großartig, wie sie für Stimmung sorgen. Und ich könnte mir die nächsten vier Jahre die Laho-Ohrwürmer selbst vorspielen. Also: Hier meine offizielle Bewerbung als Trommlerin oder Trumeterin! Dass ich komplett unmusikalisch bin, null Komma null Rhythmusgefühl habe und nicht über einen Schlagzeug-Schnupperkurs hinausgekommen bin, muss der Bewerbungsausschuss ja nicht unbedingt wissen, oder? (sig)

Freitag

Papiererstraße, 23.59 Uhr: Und die Förderer ab Montag so: Sind ganz grün im Gesicht und warten auf 2027. (fp)

sized

Vier Jahre lang.

Lager, 22.30 Uhr: Jetzt habe ich ein bisschen Bammel: Helmut Schott, Hetman von den Reisigen, will mir nach meinem Bud-Spencer-Blog-Eintrag über ihn bis zum Ende der Laho noch eine Retourkutsche verpassen. Hat er zumindest  gerade im Lager zu mir gesagt. Ich weiß nicht mehr viel vom Gespräch, es lief aber in etwa wiefolgt ab: 

Ich: Servus, Batman (hehe).
Schott: Hat dir eigentlich schon mal einer mit einem Vorschlaghammer einen Scheitel gezogen?
Ich: Du warst ja auch nicht gerade Pilze schiessen, Genosse Bürgermeister!
Schott: Locke, ich glaub ich muss dir noch nen Satz heiße Ohren verpassen.  
Ich: Okay, 4 Uhr im Stadion. Uhrwerk Apfelsine.

Ich werde berichten, wie das Ganze ausgegangen ist. (is)

sized

Wein not!

Dings...na, wie heißt es, Ländtorplatzgegend, 22 Uhr: 15 Grad heute nur am Abend. Brrrr. Also ich habe ja echt nichts gegen einen Temperatursturz nach der Hitze an den vergangenen Wochenenden. Deshalb cool: Die Almlounge bietet spontan Glühwein to-go an. Aber bitte mit Schuss! (is) 

sized

Man kann sein Radl an einem Geländer ansperren - aber auch an einer Topfpflanze. Gebt Dieben keine Chance!

Zehrplatz, 21 Uhr: Mick Krämer, Quasi-Dirigent bei den Zünften und der Mann, der im Reallife mit seinem Gitarren-Laden in Landshut so etwas wie  die letzte grundehrliche Musikbastion zwischen Katja Krasavice, Ikke Hüftgold, Festzelt und Trixi Schneider darstellt, hat´s eben beinahe im Schmid-Zelt zerlegt. Bei einem Ständchen steigt Krämer auf einen bereits verdächtig wackeligen Schemel, der nach wenigen Sekunden sein Dasein spontan beendet und zusammenbricht. Peinlich? Nö. Nicht für den Metal-König: Krämer, 18-facher Vier-Schanzen-Tournee-Teilnehmer vor dem Fernseher, setzt im Sturz zu einer weltklasse Telemarklandung an, steht das Ding und fängt dabei sogar noch das wegbrechende Stuhlbei dabei auf (so mittlerweile die Legende). Jens Weißflog hätte Freudentränen in den Augen. (is)  

Altstadt, 19.49 Uhr: Apropos alte Menschen: Alles Gute nachträglich zum 60. Geburtstag, Alexander Putz. Landshuts Oberbürgermeister hat mir letztens auf der Tribüne erzählt, dass er Schüttelreime mag. Deshalb: "Das Rotweinfass, das Frau Weber leerte, verheerte ihre Leberwerte." Rotwein mag Putz übrigens auch, der hat nämlich mehr Prozent als die FDP, seine frühere Partei. (fp)

Altstadt, 19.15 Uhr: Viele Witze hier heute auf meine Kosten. Das tut weh, ist verletzend, ich bin schockiert und enttäuscht und vor allem verletzt und auch ein wenig enttäuscht. Und deshalb sentimental. Habe einen fürchterlich klaren Moment, in dem die unerträgliche Endlichkeit des Seins in meinen Alltag pfuscht: Sitze in der Altstadt vor einem Bistro, gegenüber hunderte Leute auf der vollgepackten Tribüne, neben mir meine Eltern. Schlagartig wird mir bewusst, dass Mama und Papa mit knapp über 60 mittlerweile richtig alte Menschen sind mit unglaublich vielen Falten (vor allem Mama!) und Mitessern auf der Nase (vor allem Papa!). Mache mich zwar hier oft über die beiden lustig, gehören aber trotzdem zu meinen Top-5-Lieblingsmenschen. Hoffentlich sitzen wir auch bei der Laho in 20 Jahren noch in Altstadtbistros, bei Spritz und Nudeln mit Filetstreifen und schauen nach drüben zum Fußvolk auf den Tribünen, das sich seine eigene Brotzeit mitgebracht hat. Wie sagt Papas bester Freund immer: "I mechad nimma arm sei miassn." (fp)

Beim Blick in den Spiegel, 18.42 Uhr: Kollegin Hagn berichtete kürzlich von einem Augenoptiker, der den Mitwirkenden im Lager Kontaktlinsen einsetzt, da die Kostümierten bekanntlich keine Brillen tragen dürfen. Gibt's eigentlich auch ein Kosmetikstudio, das im Lager vom Schlafmangel eingefallene Augen aufpolstern und geplatzte Blutgefäße um die Nase abpudern würde? Frage für einen Freund.

Egal: Wir wagen uns jetzt raus ins Lager - San Fran-Tschüss-ko und Bis Denver! (fra) 

sized

Keine Entwarnung. Florian Pichlmaier ist immer noch auf freiem Fuß.

Altstadt, 18.25 Uhr: In der Altstadt soll es zu einer angeblichen Sichtung des weiterhin entlaufenen Sus scrofa pichlmaius gekommen sein. Das Foto ist entstanden, nachdem der Sensor einer Wildtierkamera im LZ-Gebäude am frühen Freitagabend ausgelöst wurde. Die Echtheit des Materials wird geprüft. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Sus scrofa pichlmaius reicht vom Stadtpark bis tief ins Nikolaviertel. Durch Aussetzen in der Alt- und Neustadt und an Ringelstecherwiese ist es heute nahezu im ganzen Stadtgebiet verbreitet. Die Gattung gehört zu den Allesfressern und gilt als sehr anpassungsfähig. Experten warnen ausdrücklich, bei einer Sichtung sich dem Sus scrofa pichlmaius zu nähern oder es gar zu füttern. Hinweise auf den Aufenthaltsort bitte an die LZ. (is)

Furth, 17.50 Uhr. Ich hab grad noch schnell Bluse und Kopftuch gebügelt, damit ich neben meinen Kollegen nicht allzu zerlumpt aussehe. Und zwei Stunden geschlafen, damit wir Schreiberlinge ja nicht zu früh nach Hause gehen müssen und was versäumen könnten! (sig)

Altstadt (LZ-Redaktion), 17.37 Uhr: Hab' mich gerade auf dem Brautpaar-Foto bewundert und muss sagen - ich gebe einen ziemlich schneidigen Prinzen - pardon - Herzog ab. Nimm dich in Acht, Luis. (fra)

Altstadt, 17.22 Uhr: Landshut in a Nutshell. An der untersten Tribüne in der Altstadt hängt ein Schild: „Hier keine Fahrräder abstellen.“ Direkt darunter an die Tribüne gekettet: fünf Fahrräder. (fp)

sized

Kollegin Franziska Hofmann (links) und Evi von der Suppenküche machen schon mal vor, wie gut man als unechter Prinz und als unechte Prinzessin aussehen kann. 

Altstadt, 17.18 Uhr: Für alle, die noch ein Fotomotiv suchen, weil sie alle Familienmitglieder schon durch haben - vor der Suppenküche steht das Brautpaar der Landshuter Hochzeit, eventuell leicht stilisiert. Und wer schon immer Prinzessin oder Prinz sein wollte: Da geht es sogar, wenn man über 22 ist und einen leichten Bauchansatz hat. Also so wie Kollege Pichlmaier, quasi. Fürs Foto haben wir aber ausnahmsweise mal wen anderen gewählt. (hac) 

Redaktion, 17.08 Uhr: Entwarnung! Mein Kopftuch ist doch noch getrocknet, den saharamäßigen Temperaturen in meiner Bude sei Dank. Die Make-up-Flecken sind immer no leicht zu sehen, das Waschprogramm bei 30 Grad hat versagt. Die Waschmaschine ist auch schon 14 Jahre alt. Gut, dass die Laho jetzt vorbei ist nach diesem Wochenende. Dieser ständige Waschzwang von weißem Leinen brächte mich nämlich auf Dauer zum Verzweifeln. (hac) 

Altstadt, 16.55 Uhr: Wie den Förderern eben versprochen, eine kurze Durchsage an die Reisigen im Telegrammstil:
Freitagabend mal früher ins Bett. Stop. Samstag 6.30 Uhr antreten am Zeughaus. Stop. Public-Viewing der Frauen-WM. Stop. Sambia gegen Japan. Stop. Pflichtprogramm. Stop. Ich wiederhole: Pflichtprogramm.  (is) 

Altstadt, 16.20 Uhr: Oink! (fp)

Altstadt, 16 Uhr: Die Berliner Polizei hat mittlerweile Entwarnung gegeben. Der angeblich entlaufene Löwe war offenbar eine Wildsau. Wir können für Landshut leider keine Entwarnung geben. Unser Kollege Florian Pichlmaier läuft immer noch frei herum. (is)

Altstadt, 15.59 Uhr: Dinge, die weniger lang herhalten, als man sich wünscht: 1. Papierstrohhalme im Kinopolis: Bis der Becher halb leer ist. 2. Mülleimer im Stadtpark: Bis der nächstbeste Halbstarke mit dem Fuß dagegen drischt. 3. Meine Begeisterung für die Laho: Bis zur dritten Woche. 4. Ich im Schlafzimmer: Bis zu drei Minuten. (fp)

Altstadt, 15.15 Uhr: Wir von der Landshuter Zeitung sind wieder mitten im Getümmel, lassen uns als große Werbeplattform für die Landshuter Hochzeit freilich nicht das Wasser abgraben. Die gebotene journalistische Distanz haben wir längst mit drei Limettenstückchen samt reichlich Rum und Cola in einem Kupferbecher versenkt und uns ins Gesicht gekippt. Laho - mindestens das allerbeste Mittelalterfest in Niederbayern an diesem Wochenende. Vergangene Woche nur knapp geschlagen von der 900-Jahr-Feier in Neufahrn. (fp)

Altstadt, 14.58 Uhr: Schon wieder hat jemand einen Beerpong-Tisch in die Altstadt geschleppt. Wird Zeit, dass die Laho endlich vorbei geht. Sonst wird die Altstadt bald in Schinkenstraße umbenannt. Sodom und Gomorrha! (hac)

Altstadt, Daheim, 9.48 Uhr: Eigentlich müsste ich in die Arbeit, aber meine Blusen fürs Wochenende und das Kopftuch sind noch nicht gewaschen. Meine Waschmaschine ist wie immer der Endgegner, sie zeigt 0.01 Minuten Restzeit an. Die letzte Minute dauert aber bekanntermaßen gefühlt eine Stunde, die Tür lässt sich nicht öffnen und - zefix! Wegen meiner Waschmaschine komm ich zu spät in die Arbeit und muss auch noch a dreckiges Kopftuch aufsetzen am letzten Wochenende! (hac)