Zuletzt gesetzt Erik Wekesser ist beim Jahn "angekommen"

Erik Wekesser war beim SSV Jahn zuletzt gesetzt. Foto: Matthias Balk/dpa

Erik Wekesser hat sich zuletzt in der Stammelf des Jahn festgespielt. Der 22-Jährige kam im Sommer aus der Regionalliga und ist laut Trainer Selimbegovic "noch nicht am Ende seiner Entwicklung".

Erik Wekesser stand am Dienstagabend da, wo ein Stürmer stehen muss. Als in der 48. Minute des Heimspiels gegen den 1. FC Nürnberg Andreas Albers aus der Distanz abzog und Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia nur abprallen ließ, setzte der Offensivspieler des SSV Jahn Regensburg nach und sorgte damit dafür, dass der Ball Sebastian Stolze so vor die Füße fiel, dass ihn dieser nur noch zur 2:1-Führung über die Linie drücken musste. Für den Sieg hat es wegen des Ausgleichs in der Nachspielzeit zwar nicht gereicht, diese Szene war aber eine von vielen, die verdeutlichte: Der Jahn hat offensiv deutlich besser und druckvoller agiert als noch in den Spielen zuvor.

"Es war unser bestes Spiel nach der Corona-Unterbrechung", sagte Wekesser am Tag nach dem Remis im Derby gegenüber idowa. Es war das dritte Unentschieden nacheinander für die Regensburger, die sich gegen den "Club" mehr verdient gehabt hätten. "Wir haben uns offensiv mehr Chancen erspielt, eine hohe Frequenz erzielt, viele Flanken und Tiefenläufe gehabt. Wir haben mutig gespielt", fasste Wekesser zusammen.

"Jeder Punkt hilft" auf dem Weg zum Klassenerhalt

Ein Sieg hätte den Jahn in eine richtig gute Position bringen können. Aber allzulange wollen die Regensburger mit dem Ergebnis nicht hadern. "Klar wäre ein Sieg ein wichtiger Schritt gewesen, aber jeder Punkt hilft. Wir sind nach der Pause weiter ungeschlagen und können nun mit breiter Brust nach Osnabrück fahren, wo wir die nächsten Punkte für unser Ziel holen wollen. Wenn wir so weiterspielen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir bald die 40 Punkte holen und den Klassenerhalt schaffen."

Wekesser hat sich aktuell festgespielt in der Startelf des Jahn. In sechs der letzten acht Partien durfte er von Beginn an ran, nach der Corona-Pause bislang in jedem Spiel. "Ich bin froh über das Vertrauen, das mir Verantwortliche, Trainer und Mitspieler schenken", sagt der 22-Jährige, dem es nach eigener Aussage egal ist, ob er im Sturmzentrum oder auf den Zehner-Positionen spielt. Sein Start in Regensburg lief mit einer frühen Verletzung unglücklich. "Danach habe ich auch ein bisschen gebraucht, um reinzukommen", blickt er zurück. Dass er im Winter die Vorbereitung voll mitmachen konnte, habe ihm sehr geholfen. "Aktuell fühle ich mich richtig wohl", sagt Wekesser.

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic ist zufrieden mit der Entwicklung des Sommerneuzugangs. "Erik ist angekommen", findet er. Wekesser ist einer von einigen Spielern, die der Jahn in der jüngeren Vergangenheit aus der Regionalliga verpflichtet hat. "Wir haben es die letzten Jahre immer wieder erlebt, dass Spieler, die nicht in der 2. oder 3. Liga gespielt haben, ein bisschen Zeit brauchen", so Selimbegovic. Der Offensivspieler habe sich aber nach seiner Verletzung rangekämpft: "Jetzt sieht man, warum wir ihn geholt haben. Er hat eine überragende Mentalität, bringt Wucht mit, haut sich voll rein und ist auch spielerisch gut dabei."

Wird Wekessers Schuss noch mehr zur Jahn-Waffe?

Selimbegovic sieht aber auch noch Potenzial bei Wekesser: "Er kann ein paar Dinge noch besser machen, er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung." Wekesser sei hier aber lernwillig und nehme die Themen auf. "Das ist der richtige Weg, um sich zu entwickeln." Einer dieser Punkte ist die Anzahl der Treffer. Zwei Tore in 23 Einsätzen stehen in der Statistik. "Das könnte natürlich noch mehr werden", sagt Wekesser selbst. "Ich hatte auch noch die eine oder andere Gelegenheit für mehr Tore. Aber solange wir als Team unsere Ziele erreichen, ist der Name der Torschützen egal."

Im Sommer wurde unter anderem sein Abschluss als Stärke genannt, ein ehemaliger Trainer hat Wekessers linken Fuß als "linken Huf" bezeichnet. Der war im Ansatz auch immer wieder zu sehen, könnte aber durchaus noch häufiger zur Jahn-Waffe werden. "Das ist der nächste Step", sagt Selimbegovic. "Erst müssen die grundlegenden Sachen in unserem Spiel für ihn selbstverständlich sein. Das muss unterbewusst ablaufen, er darf sich nicht zu viele Gedanken machen. Wenn diese Dinge zu Automatismen werden, dann wird seine Abschlussstärke auch kommen, davon bin ich überzeugt." Vielleicht zeigt Wekesser das ja bereits am Freitagabend in Osnabrück.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading