Gaming-Tipps Neu im Juli: "Ghost of Tsushima" und weitere Highlights

Juli, das bedeutet eigentlich: Hochsommerliche Temperaturen, Freibad, Eisessen und viele Feiern und Veranstaltungen im Freien. Doch in diesem Jahr ist dank Corona alles ein bisschen anders. Um auch allein daheim keine Langeweile aufkommen zu lassen, stellen wir an dieser Stelle wieder einige kommende Videospiele vor, die einen näheren Blick wert sind. Diesmal mit dabei: Samurai-Action, ein neues Spiel aus dem „Paper-Mario“-Universum und das vielleicht beste Skate-Spiel seit der „Tony Hawk“-Reihe.

Was lange währt, wird (hoffentlich) endlich gut: Bereits zweimal musste die Veröffentlichung von „Marvel's Iron Man VR“ wegen der Corona-Pandemie verschoben werden, zuletzt gar auf unbestimmte Zeit. Nun ist es aber doch so weit. Ab dem 3. Juli können Besitzer einer PlayStation 4 und des dazugehörigen VR-Sets in den Anzug von Comic-Held Tony Stark schlüpfen. Im Spiel bekommt es der „eiserne Mann“ mit einer geheimnisvollen Hackerin namens Ghost zu tun. Marvel-Fans dürfte der Name bekannt vorkommen: Ghost war schon in dem Kinofilm „Ant-Man and The Wasp“ eine wichtige Figur – und eine tödliche Gegnerin. Zum Glück ist Iron Man durch seinen Metallpanzer nicht nur nahezu unverwundbar, sondern auch in der Lage, mühelos durch die Lüfte fliegen.

Und hier kommt der VR-Teil ins Spiel: VR steht in der Gaming-Szene für „virtuelle Realität“. Statt auf einem normalen Fernseher werden VR-Spiele mit einer speziellen Brille gespielt. Im Idealfall wird das Spielerlebnis dadurch wesentlich intensiver. Die Spieler sind keine bloßen Beobachter, sondern fühlen sich, als seien sie mitten im Geschehen. Allerdings ist VR ein zweischneidiges Schwert: Richtig eingesetzt, kann sie ein Spiel enorm bereichern. Gleichzeitig kann sie bei einer holprigen Umsetzung ein eigentlich gutes Spiel auch komplett ruinieren. Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Während das Horror-Spiel „Resident Evil 7“ durch die Mechanik noch intensiver und furchteinflößender wurde, litt der Rollenspielhit „Skyrim“ bei seiner PS4-Portierung unter den neu hinzugefügten VR-Elementen und machte technisch einen deutlich schlechteren Eindruck als die urspüngliche Fassung. Im Fall von „Marvel's Iron Man VR“ sehen die ersten Bilder und Spielszenen aber durchaus vielversprechend aus: Das Spiel wurde von Anfang an für VR entwickelt und dank der cleveren Bildschirmanzeigen kommt in Kombination mit der Brille tatsächlich das Gefühl auf, selbst in einem Anzug zu stecken. Erscheinen wird „Marvel's Iron Man VR“ am 3. Juli exklusiv für die PS4. Zum Spielen wird zwingend ein VR-Set benötigt.

Ob Ligeia, Berenice oder Carrie – einige Frauennamen sind bis heute fest mit nach ihnen benannten Schauergeschichten verbunden. Für Videospieler lässt sich an dieser Stelle auch „Catherine“ ergänzen. Das gleichnamige Puzzle-Spiel erschien bereits 2012 und überraschte damals Fans wie Kritiker mit einer einzigartigen Geschichte und einer ordentlichen Prise Horror und Erotik. Im vergangenen Jahr wurde mit „Catherine: Full Body“ eine erweiterte Version für die PS4 veröffentlicht. Ab dem 7. Juli kommen auch Besitzer einer Nintendo Switch in den Genuss des Spiels. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Programmierer Vincent Brooks, ein eigentlich ziemlich durchschnittlicher Typ. Doch nun gerät sein Leben auf einmal ziemlich aus den Fugen: In der Beziehung mit seiner langjährigen Freundin Katherine läuft es nicht rund. Sie redet immer öfter übers Heiraten, doch Vincent ist unschlüssig. Gleichzeitig machen in der Stadt merkwürdige Gerüchte über untreue Männer, die im Schlaf ums Leben kommen, die Runde. Ist es da noch Zufall, dass Vincent nach einer durchzechten Nacht neben einer blonden Schönheit namens Catherine aufwacht? Und sie ihm fortan kaum mehr von der Seite weichen will? Was zunächst nach einer Männerfantasie klingt, wird für Vincent schon bald ein wahrer Alptraum – den das Spiel mit ziemlich abgedrehten Puzzle-Levels kongenial einfängt. Zudem wird die Geschichte von Vincent so überraschend und humorvoll erzählt, dass „Catherine“ auch noch acht Jahre später frischer und unverbrauchter wirkt als so manche Neuerscheinung. Spieler mit einem Faible für Puzzle-Spiele und ungewöhnliche Geschichten sollten hier definitiv einen Blick riskieren. Und dank der erweiterten Inhalte ist „Catherine: Full Body“ auch für Kenner des Originals interessant.

Was die „Fifa“-Reihe für Fußballfans ist, ist „F1“ für Motorsport-Anhänger. Am 10. Juli erscheint mit „F1 2020“ der aktuellste Ableger der Renn-Simulation. Die wohl größte Neuerung ist dabei der „My Team“-Modus, der auf Wunsch der Fans ergänzt wurde. Statt sich wie bisher einem der real existierenden Formel 1-Teams wie Ferrari oder Mercedes anzuschließen, sollen Spieler diesmal auch die Möglichkeit haben, einfach ein eigenes Team zu gründen. Sie können so selbst einen Fahrer erstellen, seinen Wagen anpassen und mit der Zeit ein Team um ihn herum formen. Neben den eigentlichen Rennen stehen dabei auch viele andere Aktivitäten, wie etwa Team-Präsentation oder Tüfteleien in der Werkstatt, an. Eben genauso, wie in der richtigen Formel 1. Das Ganze erinnert etwas an den bekannten „Karriere“-Modus aus „Fifa“ - nicht die schlechteste Referenz. Daneben wartet „F1 2020“ auch mit neuen Strecken und Online-Modi auf, die die Herzen von Renn-Fans höher schlagen lassen sollten. Erscheinen wird das Spiel am 10. Juli für den PC, die PS4 und die Xbox One.

„Death Stranding“ kann mit gutem Gewissen als eines der interessantesten Spiele der jüngeren Vergangenheit bezeichnet werden. Entwickelt wurde das Spiel von Hideo Kojima (Metal Gear Solid), der in der Gaming-Szene fast schon kultisch verehrt wird. Bei der Umsetzung war außerdem eine ganze Reihe namhafter Schauspieler beteiligt, darunter Norman Reedus (The Walking Dead), Mads Mikkelsen (Hannibal) und Léa Seydoux (Blau ist eine warme Farbe). Mindestens ebenso ungewöhnlich wie diese Konstellation sind auch das Spielprinzip und die Geschichte: „Death Stranding“ spielt in einer verwüsteten Welt, in der die Zivilisation untergegangen ist. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Mannes namens Sam, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die zersplitterte Gesellschaft wieder zu vereinen. Dafür sammelt er lebensnotwendige Gegenstände und bringt diese in unterschiedliche Siedlungen. Wehren muss er sich dabei unter anderem gegen Banditen, den „Zeitregen“, der Menschen wahnsinnig schnell altern lässt, und weitere mysteriöse Phänomene. Kamen bislang nur Besitzer einer PS4 in den Genuss des ungewöhnlichen Spiels, erscheint am 10. Juli nun auch die langersehnte PC-Version. Und in Zeiten von Corona wirkt „Death Stranding“ sogar noch beklemmender als noch vor einem Jahr...

Fans japanisch angehauchter Action-Spiele dürfen sich den 17. Juli schon mal dick im Kalender anstreichen: Dann erscheint mit „Ghost of Tsushima“ eines der ganz heißen Eisen unter Sonys diesjährigen PS4-Exklusivtiteln. „Ghost of Tsushima“ ist ein Action-Adventure mit einer frei erkundbaren Spielwelt, das vor dem Hintergrund der Invasion der Mongolen in Japan im 13. Jahrhundert angesiedelt ist. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines der letzten Samurai auf der namensgebenden Insel Tsushima. „Ghost of Tsushima“ legt viel Wert auf Authenzität, die tödlichen Duelle mit historischen Waffen wie dem Katana laufen vergleichsweise langsam und dafür realistischer ab. Außerdem haben die Spieler auch die Möglichkeit, Gegner heimlich zu überwältigen oder Kämpfen gleich ganz aus dem Weg zu gehen. Erklärtes Ziel der Entwickler ist es, eine extrem atmosphärische Spielwelt zu schaffen, die zum Erkunden und Verweilen einlädt. Den bisher veröffentlichten Spielszenen nach zu urteilen, dürfte ihnen das gelungen sein.

Auch Besitzer einer Nintendo Switch dürfen sich am 17. Juli über einen hochkarätigen Exklusivtitel freuen: An diesem Tag erscheint „Paper Mario: The Origami King“ - ein Ableger der extrem populären „Super Mario“-Spiele von Nintendo. Die größten Unterschiede: „Paper Mario“ ist bis heute zweidimensional geblieben und wirkt – wie der Name schon sagt – wie aus Papier ausgeschnitten. Generell erinnert die Spielwelt mit ihrer Grafik stark an japanische Scherenschnitt-Techniken. Gleichzeitig sind die „Paper Mario“-Spiele auch keine reinen Jump'n'Runs, sondern Rollenspiele. Mario muss also nicht nur sein Geschick beweisen, sondern auch Rätsel lösen, Gegenstände sammeln und Gegner besiegen. Dadurch hebt sich „Paper Mario“ deutlich von seinem „großen Bruder“ ab. Nur in einem Punkt nicht: Natürlich muss Mario auch in „The Origami King“ seine geliebte Prinzessin Peach retten. Manche Dinge ändern sich eben nie.

In den 2000er waren sie extrem populär, doch seit etwa zehn Jahren ist es ziemlich ruhig um sie geworden: Die Rede ist von Skateboard-Games wie der legendären „Tony Hawk“- oder der „Skate“-Reihe. 2020 erscheinen allerdings gleich mehrere vielversprechende neue Titel. Den Anfang macht am 28. Juli „Skater XL“ - keine Fortsetzung, sondern ein völlig neues Skate-Spiel. Das Spiel befindet sich schon seit einiger Zeit in der „Early Access“-Phase auf der Gaming-Plattform Steam und konnte dort bereits eine beachtliche Fangemeinschaft aufbauen. Spielerisch möchte „Skater XL“ eher realistische Simulation denn spaßiger Arcade-Titel sein. Das bedeutet im Klartext: Bevor Grinds, Kickflips und Gaps mühelos gelingen, ist einiges an Übung nötig. Erscheinen wird „Skater XL“ am 28. Juli zunächst für den PC, die PS4 und die Xbox One. Im Laufe des Jahres ist aber auch ein Release für die Nintendo Switch geplant.

Mit „Destroy All Humans“ bekommt Ende Juli ein Geheimtipp aus dem Jahr 2005 ein zeitgemäßes Remake spendiert. In dem Third-Person-Shooter schlüpft der Spieler in die Rolle eines Aliens, das in den 1950er Jahren auf die Erde geschickt wird, um menschliche DNA zu sammeln. Der Titel bezeugt bereits, dass „Crypto“ (so der Name des Besuchers) dabei nicht gerade zimperlich vorgeht. Verständlich, immerhin wurde sein Bruder ja auch einst bei Roswell abgeschossen. Humorvolle Spitzen wie diese haben viel zum Charme des Spiels beigetragen – zahlreiche Anspielungen auf bekannte Science-Fiction-Horrorfilme tun ihr Übriges. Hätte Tim Burton seinen satirischen Klassiker „Mars Attacks“ als Videospiel geplant, wäre das Ergebnis wohl ein ganz ähnliches wie „Destroy All Humans“ gewesen. Humor haben die Spiele-Entwickler auch schon beim Ankündigungstrailer des Remakes bewiesen: Darin landet Crypto in einer vor Klischees nur so strotzenden amerikanischen Kleinstadt. Die Bewohner erstarren bei seinem Anblick zunächst in Ehrfurcht – ehe sie zu den Klängen von Rammsteins „Ich will“ pulverisiert werden. Wer seine Action lieber mit Humor als Ernst würzt, ist bei „Destroy All Humans“ goldrichtig. Erscheinen wird das Spiel am 28. Juli für den PC, die PS4 und die Xbox One.

 

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