Auf "Lost Place"-Suche Männer randalieren in leerstehendem Gebäude in Straubing

Zwei Männer sollen die Inneneinrichtung im Gebäude beschädigt und die Wände beschmiert haben. Foto: Franz Bast

Zwei 14-Jährige sind im Mai in die Kraftzentrale eingebrochen, randalierten und zündelten dort. Nun teilt die Polizei mit, dass es am Samstagnachmittag zu einem erneuten Einbruch in das Industriedenkmal an der Mahkornstraße gekommen ist.

Polizeibeamte trafen am Samstag gegen 16.40 Uhr - nachdem sie zuvor von Franz Bast, Mieter der Kraftzentrale, alarmiert worden waren - zwei Männer in dem Gebäude an. Die beiden 22-Jährigen waren auf der Suche nach sogenannten "Lost Places" und hatten sich mit Gewalt Zutritt zum Gebäude verschafft. Im Inneren hatten die "augenscheinlich nicht unerheblich berauschten Männer" die Einrichtung beschädigt und Wände beschmiert, so die Polizei weiter. Sie entwendeten Bier, das dort für Veranstaltungen aufbewahrt wird, und zündeten kleinere Gegenstände an.

Die Polizei schätzt den Schaden derzeit im dreistelligen Bereich. Die beiden Männer müssen sich wegen mehrerer Delikte nach dem Strafgesetzbuch verantworten.

Bereits der vierte Vorfall dieser Art

Es war am Samstag das vierte Mal, dass Vandalen in der Kraftzentrale randalierten. "Und es war wie beim letzten Mal", sagt Architekt Franz Bast auf Nachfrage am Sonntag: Wieder hätten die jungen Leute sofort alles bestritten, versucht, sich aus der mehr als offensichtlichen Situation - ihre Rucksäcke hatten sie bereits mit Bierflaschen gefüllt - herauszureden.

Das Verfahren rund um den dritten Einbruch im Mai laufe noch. "Mich enttäuscht am meisten, dass sich niemand bei mir gemeldet und entschuldigt hat. Weder die Täter, noch deren Eltern", sagt Bast. Er bezeichnet die Kraftzentrale als sein Wohnzimmer, "mein Herz hängt an diesem Haus". Zahlreiche Benefizveranstaltungen für die Leukämiehilfe haben hier stattgefunden, im Oktober folgt das Bluval-Eröffnungskonzert.

Besonders bitter: Einen über 70 Jahre alten Kühlschrank, der Basts Vater gehörte, haben die beiden 22-Jährigen beschmiert. "Das wird nie wieder runtergehen", sagt Bast. Er überlegt nun, das Gelände künftig beispielsweise mit Videoüberwachung noch mehr abzusichern.

Sein erster Gedanke war am Samstag: Hoffentlich brennt es nicht, hoffentlich nicht so wie in dem leerstehenden Hotel in Bischofsmais, das Ende Juli bei einem Brand komplett zerstört wurde. Aktuell geht die Kriminalpolizei in diesem Fall von Brandstiftung aus.

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