Podcast-Tipp

Wer ist eigentlich der Mann auf der Döner-Tüte?

Wer hat den Mann auf der bekannten Tüte überhaupt designt? Das erklären die „Döner Papers“.

„Obsessed: Döner Papers“ sechs Folgen, je 30 bis 50 Minuten, abrufbar in der ARD-Audiothek.

„Obsessed: Döner Papers“ sechs Folgen, je 30 bis 50 Minuten, abrufbar in der ARD-Audiothek.

Jeder kennt ihn und so gut wie jeder hat schon einmal die Speise gegessen, die er so freundlich lächelnd anpreist: Der Mann auf der Döner-Tüte ist im Grunde ein modernes Kulturgut.

Darum geht’s: Wer hat das Motiv eigentlich entworfen und wem gehören die Rechte an dieser ikonischen Figur? Darum dreht sich der sechsteilige Podcast „Obsessed: Döner Papers“. Moderatorin und Journalistin Aylin Dogan macht sich mit ihrem Team auf eine lange Suche nach dem Ursprung des Dönerlogos. Das Geheimnis, in das sie dabei gerät, wird von Folge zu Folge tiefer. Denn: Die Person, die das Dönerlogo designt hat, ist erst einmal unauffindbar. So wird schnell klar: Die Geschichte des Dönerlogos ist so ungreifbar wie die des Döners selbst. In ausschweifenden Exkursen geht es um Markenrecht, Gastarbeiter, Rassismus, Gammelfleischskandale, die Kaplan-Dynastie, die Marktführer im Bereich der Dönerspieße ist, Immobilienhändler, Fleischsemmellegenden und noch viel mehr.

Das Besondere: Zusammengehalten wird das Ganze von Aylin und ihrer schnoddrigen Art. Da sie selbst Teil der Millennial-Generation und türkischstämmig ist, nimmt man ihr die selbstironische Sprache sofort ab, mit der sie durch den Podcast führt. Immer wieder macht sie auch klar, dass ihr bewusst ist, wie absurd das Thema „Dönerlogo-Mann“ eigentlich ist – was auch immer wieder dann zum Vorschein kommt, wenn das Team einen Blick hinter die Kulissen wirft und von seiner Recherche berichtet. Die hat übrigens mehrere Jahre gedauert.

Fazit: Eigentlich total abstrus, so viel Zeit in diese Geschichte zu stecken. Irgendwie dann aber auch nicht, wie man schnell bei den vielen Exkursen merkt, die allesamt spannend und interessant sind. Denn der Döner, das wird schon in Folge eins klar, ist mehr als nur ein einfaches Essen. Er ist ein Gesamtkunstwerk, das vielleicht mehr für die Völkerverständigung getan hat als so manches Regierungsprogramm. Nicht nur Dönerfans sollten deshalb unbedingt reinhören.

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