Zieh mal den Stecker
Immer mehr Menschen wollen sich von dem Internet und ihrem Handy lösen
Die Internetnutzung in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Wie die aktuelle „Postbank Digitalstudie 2026“ zeigt, verbringt die Bevölkerung im Schnitt noch 67,4 Stunden pro Woche im Netz. Das entspricht einem Rückgang von rund fünf Stunden gegenüber 2025.
Und besonders fällt auf: Menschen unter 40 Jahren bemühen sich gezielt, ihre Zeit am Handy deutlich zu reduzieren. Mit 80 Stunden in der Woche sind sie zwar immer noch am meisten im Internet unterwegs, doch bei ihnen fiel die reine Smartphone-Zeit im Vorjahresvergleich um drei Stunden auf 31 pro Woche.
Fast jeder Dritte der unter 40-Jährigen will seine Zeit online dazu noch weiter einschränken. Gründe dafür: mehr Zeit für die Familie, Freunde oder Hobbys. Aber auch weniger Ablenkung, negative gesundheitliche Auswirkungen und der Wunsch nach mehr Konzentration werden in der Studie als Motive genannt.
Apps sollen gegen die Sucht helfen
Inzwischen gibt es auch immer mehr Apps, die dabei helfen sollen, online kürzer zu treten und vor allem nicht in den endlosen Algorithmen von TikTok, Instagram, YouTube und anderen Kurzvideoplattformen unterzugehen. Mit der App „No Scroll“ kann man zum Beispiel die endlosen Timelines und For-You-Pages von eben diesen Apps sperren. Dabei kann der Nutzer individuell einstellen, nach wie vielen gesehenen Videos oder Minuten Schluss ist.
„Minimalist Phone“ krempelt währenddessen das ganze Design des Handys um: Anstatt verlockender Icons sieht der Nutzer nur eine neutrale Liste mit allen Apps. Hier kann er auch einstellen, wie lange er die süchtig machenden Programme nutzen darf. Sie lassen sich auch für mehrere Tage blockieren, wenn man eine Pause von ihnen braucht.
„Stay Free“ hat viele ähnliche Funktionen sowie ausführliche Statistiken und die Möglichkeit, bestimmte Inhalte anhand von Begriffen zu sperren. Wer mit dem Rauchen aufhören will, kann also zum Beispiel Videos blockieren, in denen es um Zigaretten geht. Neben diesen drei Apps gibt es noch zahlreiche Programme mit ähnlichen Angeboten. Viele von ihnen haben Millionen von Downloads. Das zeigt ebenso wie die Studie: Der Drang, ins echte Leben zurückzukehren, ist für viele groß.











