Lesetipp
Im Buch „No Place Left to Hide“ bekommt Brooke mysteriöse Drohungen
In der Psychologie bezeichnen Schuld und Unschuld das subjektive Erleben von Verantwortung, Moral und inneren Konflikten. Diese beiden Begriffe bilden einen zentralen Punkt in Megan Lallys neuem Buch.
Darum geht’s: Brooke entstammt einer angesehenen Familie. Von ihr wird ein tadelloses Auftreten erwartet, gute Noten, Partizipation in diversen Ehrenämtern. Brooke tut alles, um die gute Tochter zu verkörpern, gäbe es da nicht einen Moment aus der Vergangenheit, der sie zu verfolgen scheint – obwohl sie sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, zersticht jemand ihre Reifen oder ruft Hunderte Male am Tag auf ihrem Handy an. Als ihre beste Freundin Jena sie überredet, sie zu einer Party zu begleiten, willigt Brooke besonders vorsichtig ein. Denn jenes verhängnisvolle Ereignis geschah damals auf einer Party.
Auf der Heimfahrt der Feier werden Brooke und Jena plötzlich verfolgt. Brooke wird gezwungen, ihrer Freundin von den Drohungen zu erzählen. Ein weiterer Anruf verlangt von ihr, sie solle „beichten“, aber sie weiß nicht, was damit gemeint sein könnte. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, das nach und nach die Hintergründe von damals ans Licht bringt.
Fazit: Die Geschichte wird in zwei Strängen erzählt: Einmal geht es um die Ereignisse der Vergangenheit, dann springt die Handlung zurück in die Gegenwart. Das Buch hat nicht viele Schauplätze. Es beschränkt sich auf eine Party, die Schule, Brookes Zuhause, eine weitere Party und die nervenaufreibende Verfolgungsjagd. Dennoch entwickelt der Thriller einen unglaublichen Sog, sodass man einfach bis zum Ende lesen muss. Die Autorin schafft es gekonnt, Twists einzubauen und langsam aufzulösen, warum Brooke derart im Visier steht.
Megan Lally hat mit „No Place Left to Hide“ wieder abgeliefert. An ihr Debüt „That’s Not My Name“ kommt es allerdings nicht ganz ran. Darin wurde das Ende einfach noch einen Tick unvorhergesehener aufgelöst.










