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Diese Jobs können Jugendliche machen, um sich Geld dazuzuverdienen

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Mit diesen Jobs kannst du dir ein wenig Geld dazuverdienen.
Welche Möglichkeiten der Beschäftigung habe ich?
Bist du unter 18 Jahren alt, giltst du vor dem Gesetz als Jugendlicher beziehungsweise unter 15 Jahren als Kind. Da Kinder und Jugendliche einem besonderen Schutz unterstehen, dürfen sie nicht wie Erwachsene ihr eigenes Geld verdienen. Es gibt ab einem bestimmten Alter jedoch die Möglichkeit eines Mini- oder Ferienjobs. Der Unterschied: Bei einem Minijob arbeitest du dauerhaft und regelmäßig, der Ferienjob ist zeitlich begrenzt.
Welche Jobs dürfen Jugendliche ausüben?
Bist du zwischen 13 und 14 Jahren alt, darfst du nur leichte Arbeiten ausüben. Darunter fallen: Prospekte austragen, Babysitten, Tiere betreuen, Nachhilfe geben. Jobs in der Gastronomie oder in einer Fabrik sind meist erst ab 16 Jahren erlaubt.
Wer darf wie viel arbeiten?
Ob und wie Jugendliche arbeiten dürfen, ist durch das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) geregelt. Demnach gelten alle, die jünger als 15 Jahre sind, als Kinder, alle unter 18 Jahren als Jugendliche. Da Kinderarbeit in Deutschland verboten ist, dürfen Personen unter 13 Jahren nicht arbeiten. Ausnahmen bilden Betriebspraktika in der Schule.
Wer mit 13 oder 14 Jahren arbeiten möchte, braucht die Erlaubnis der Eltern. Und es gelten Einschränkungen: Gearbeitet werden darf nicht länger als zwei Stunden täglich und nur zwischen 8 und 18 Uhr an höchstens fünf Tagen die Woche. Das Arbeiten an Wochenenden oder an Feiertagen ist verboten, genauso in der Zeit vor oder während des Unterrichts.
Zwischen 15 und 17 Jahren haben Jugendliche mehr Freiheiten. Wer aber vollzeitschulpflichtig ist, für den gelten Regeln wie für 13- und 14-Jährige. Sie dürfen aber in den Ferien bis zu acht Stunden am Tag zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten und pro Woche nicht mehr als 40 Stunden. Jugendliche müssen zwei aufeinanderfolgende Tage frei haben und zwischen zwei Arbeitstagen müssen zwölf Stunden Pause liegen. Wochenenden und Feiertage müssen bis auf wenige Ausnahmen frei sein. Während der Ferien ist die Beschäftigung auf 20 Arbeitstage im Jahr beschränkt.
Steht mir Urlaub zu?
Du arbeitest, also steht dir auch Urlaub zu. Auch das ist im JArbSchG geregelt. Bist du zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 16 Jahre alt, stehen dir mindestens 30 Urlaubstage zu. Bist du unter 17, sind es mindestens 27 Tage, und unter 18 Jahren sind es mindestens 25 Tage. Diese Angaben gelten für eine 40-Stunden-Woche. Bei einem Minijob berechnet sich der Urlaub anteilig an den Wochenarbeitstagen.
Wie viel Geld darf ich verdienen?
Alle unter 18 Jahren haben keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Meist wird stundenweise abgerechnet. Der Stundensatz liegt meist zwischen fünf und zwölf Euro. Solltest du mehr als 603 Euro im Monat verdienen, fällt die Lohnsteuer und ein Sozialversicherungsbeitrag an.
Gibt es trotz Minijob noch Kindergeld?
Ja. Das gilt jedoch nur, wenn dein Verdienst 603 Euro nicht übersteigt.
Was muss ich bei der Jobsuche beachten?
Nicht jeder Job ist für jedes Alter geeignet, achte also auf eine Angabe dazu oder beachte das JArbSchG. Egal, für welche Tätigkeit du dich entscheidest, es sollte einen Arbeitsvertrag geben. Darin müssen Aufgaben, Arbeitszeit und Verdienst klar festgehalten sein. Bewirb dich frühzeitig. Gerade Jobs in den Sommerferien sind begehrt.
Wo kann ich nach Jobangeboten schauen?
Eine Möglichkeit ist es, dich bei Familie, Nachbarn und Freunden zu erkundigen, ob bei ihnen in der Arbeit ein Mini- oder Ferienjob angeboten wird. Oder schau dich in deinem Dorf oder deiner Straße um, ob deine Dienste gebraucht werden. Du kannst auch vor Ort fragen – im Café, beim Einzelhändler oder Bäcker. Achte auf Aushänge oder schau dir die Stellenanzeigen in der Zeitung an. Auch im Internet gibt es spezielle Portale für Mini- und Ferienjobs. Beispiele sind: haushaltsjob-boerse.de, schuelerjobs.de oder die Seite der Bundesagentur für Arbeit. Auch die App Juniorjob kann helfen.
App: Tinder für Minijobs
Keine Lust, lange nach passenden Jobs zu suchen? Dann probiere die App Juniorjob aus. Über 300 Unternehmen sind nach Angaben der Herausgeber hier bereits gelistet. Darunter die Deutsche Post, Supermärkte oder der ADAC. Neben Minijobs kannst du auch ein Ehrenamt, einen Ferienjob oder Praktika finden.
Die Macher setzen dabei auf das Prinzip von Tinder. Du erstellst dir ein Profil, füllst es mit Angaben zu Hobbys und deiner schulischen Ausbildung und kannst durch verschiedene Filter beispielsweise die Art der gesuchten Tätigkeit oder den Ort einstellen. Per Liste oder Swipe kannst du dich nun auf die Stelle bewerben (nach links) oder bei Desinteresse zum nächsten Stellenangebot wischen (nach rechts).
Für jeden Typ die passende Stelle
Jobs für Gesellige
Du hast kein Problem damit, offen auf andere zuzugehen? Dann könnten folgende Jobs etwas für dich sein:
Kellnern: Ein Pluspunkt in der Gastro: Neben deinem festen Gehalt kommt hier noch Trinkgeld dazu. Ein Minuspunkt: mögliche Schichten an Sonn- und Feiertagen. Das darfst du erst ab frühestens 16 Jahren machen.
Einzelhandel: Auch hier könnte Arbeiten am Samstag auf dich zukommen, der direkte Kundenkontakt sollte dir bewusst sein. Ein Job als Aushilfe ist meist ab 16 Jahren möglich.
Promo machen: Hier geht es darum, etwas zu bewerben. Das darfst du ab 16. Da du hier meist in der Gruppe arbeitest, ist es eine super Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.
Jobs für Daheimbleiber
Du würdest lieber von zu Hause aus Geld verdienen? Ohne Kontakt zu anderen? Vielleicht wäre das was:
Online-Umfragen: An Umfragen von Meinungsforschungsinstituten kannst du je nach Dienst bereits ab 13 Jahren teilnehmen. Achte auf seriöse Anbieter wie Yougov, Nielsen oder Mingle. Sei dir bewusst, dass die Firmen mit deinen Daten arbeiten.
Produkttester: Hier wirst du dafür bezahlt, neue Produkte auszuprobieren. Häufig besteht deine Bezahlung „nur“ darin, dass du das zu testende Produkt behalten darfst.
Social-Media-Manager: Du erstellst Beiträge auf TikTok oder Instagram und betreust die Kanäle von Agenturen und Firmen.
Jobs für Soziale
Du kannst gut mit anderen und bist verantwortungsbewusst? Vielleicht wären folgende Jobs etwas für dich:
Einkaufs-/Haushalts-/Gartenhilfe, Babysitten, Haustierbetreuung: Das darfst du meist schon ab 13 Jahren machen. Oft ist diese Art von Tätigkeit auch ein guter Einstieg in einen Nebenjob. Häufig findet man im Bekanntenkreis oder bei den Nachbarn Bedarf und kann so Geld verdienen. Ganz nebenbei tust du dabei anderen etwas Gutes.
Nachhilfe geben: Eines der wenigen Dinge, die du auch schon mit 13 Jahren machen darfst, um dir etwas dazuzuverdienen, ist, andere beim Lernen zu unterstützen. Welche Fächer liegen dir gut? Frag doch mal an deiner Schule nach, ob Bedarf besteht.
Jobs für Aktive
Es darf auch mal körperlich anstrengender werden und du bist gerne draußen? Versuch’s mal damit:
Lieferdienst: Zwar verlangen die meisten Lieferdienste einen Autoführerschein, bei manchen reicht jedoch auch der Roller oder das Radl aus.
Zeitungen/Prospekte austragen: Das darfst du teils schon mit 13 Jahren machen und geht beispielsweise auch bei der Mediengruppe Attenkofer. Mehr dazu findest du online unter zustellung.idowa.de.
Produktions-, Lager-, Erntehelfer: Das sind meist beliebte Adressen für zeitlich begrenzte Ferienjobs von drei Wochen mit täglich acht Stunden. Hier lohnt es sich, bei der Bewerbung früh dran zu sein.









