Landkreis Regensburg

Michael Lichtenegger (22) ist seit einem Motorradunfall querschnittsgelähmt - doch resigniert hat er nie


Durchschnittlich ist jeder dritte Tote im Straßenverkehr in Niederbayern ein Motorradfahrer. (Symbolbild: dpa)

Durchschnittlich ist jeder dritte Tote im Straßenverkehr in Niederbayern ein Motorradfahrer. (Symbolbild: dpa)

Vier Tage hatte der heute 22 Jahre alte Michael Lichtenegger sein Motorrad, als ihm vor rund vier Jahren ein schwerer Unfall passiert ist: Er hatte sich den sechsten Brustwirbel gebrochen - seither ist er querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Der damals erst 18-Jährige war in Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Eichstätt. "Ich hab vom 15. auf 16. März Nachtschicht gehabt", erinnert er sich. Um halb sieben Uhr morgens war er zu Hause. Nach nur wenigen Stunden Schlaf hat er sich um etwa 11 Uhr mit einem Bekannten getroffen. "Wir wollten einfach nur eine Runde mit dem Motorrad fahren", sagt Lichtenegger.

Seine Geschichte erzählt Michael Lichtenegger am Montag im Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing. Anlass war der offizielle Auftakt der diesjährigen Motorradsaison. In einer Rechtskurve von Steinbach in Richtung Ergoldsbach (Kreis Landshut) ist Lichtenegger gerade aus weitergefahren. Sein Motorrad ist im Graben stecken geblieben, er ist über den Lenker in ein angrenzendes Feld geschleudert worden. An den Aufprall erinnert er sich nicht mehr. "Als ich wieder zu mir gekommen bin, hatte mir mein Freund den Helm schon abgenommen." Zu diesem Zeitpunkt hat er seine Beine bereits nicht mehr gespürt.


Aus Erzählungen weiß er, dass er mit einem Rettungshubschrauber in das Regensburger Uni-Klinikum geflogen wurde. Erst am nächsten Tag kommt er allmählich wieder zu sich: Diagnose Querschnittslähmung. Zwar wurde er notoperiert und der gebrochene Brustwirbel mit einer Platte fixiert. Dennoch waren die Ärzte schnell an ihre Grenzen gestoßen. Zwei Wochen auf der Intensivstation folgen. Doch schon währenddessen hat sich Lichtenegger mit dem "neuen Umstand", wie er seine Behinderung nennt, abgefunden. "Ich habe immer positiv gedacht, das Leben musste ja weitergehen, ich war erst 18 Jahre", sagt er. Ein Lichtblick war für ihn unter anderem die Möglichkeit, weiter bei der Polizei arbeiten zu können - er hat eine weitere Ausbildung gemacht und arbeitet heute im Polizeiverwaltungsamt (PVA) in Straubing.

Resigniert hat Lichtenegger nie. "Ich war selbst schuld an meinem Unfall und habe das zu verantworten", sagt er. Den mahnenden Zeigefinger erhebt er aber nicht. "Meine Brüder, mein Vater und Freunde fahren nach wie vor Motorrad", so Lichtenegger, "wenn ich könnte, würde ich auch wieder aufsteigen." Dennoch: Unausgeschlafen würde er nicht mehr fahren.

Michael Lichtenegger hat von seinem Unfall erzählt. (Foto: PP Niederbayern)

Michael Lichtenegger hat von seinem Unfall erzählt. (Foto: PP Niederbayern)