Hilfsangebote für Ukraine

Landkreis Deggendorf bereitet sich auf Flüchtlinge vor


Eine Unterkunft zu bekommen hat erst einmal Priorität. Dieses provisorische Hinweisschild hängt im Hauptbahnhof Berlin. Am späten Abend kamen schätzungsweise 300 Menschen mit einem Zug in Berlin an.

Eine Unterkunft zu bekommen hat erst einmal Priorität. Dieses provisorische Hinweisschild hängt im Hauptbahnhof Berlin. Am späten Abend kamen schätzungsweise 300 Menschen mit einem Zug in Berlin an.

Noch sind sie nicht da, aber wenn sie kommen, will der Landkreis Deggendorf vorbereitet sein. Dass Flüchtlinge aus der Ukraine auch hier ankommen, damit rechnet man. Deshalb hat der amtierende Landrat Roman Fischer am Freitag eine Koordinierungsgruppe zur Bewältigung der erwarteten Fluchtwelle aus der Ukraine gebildet.

Diese Koordinierungsgruppe hat sich am Dienstag organisiert und die internen Zuständigkeiten für die verschiedensten Sachverhalte (Ausländerrecht, Sozialrecht und so weiter) festgelegt, wie Oliver Menacher, der Pressesprecher des Landratsamtes, mitteilte.

Alltägliche Dinge werden benötigt

"Das eine sind die Hilfslieferungen in die Ukraine, womit wir als Landkreis nichts zu tun haben, das machen die Pfarreien oder Vereine, aber wir versuchen, das im Landratsamt zu bündeln und zu koordinieren. Man kann daher auf unserer Internetseite alltägliche Dinge, die im Fall der Fälle als Erstes benötigt werden, anbieten, wie zum Beispiel Geld, Schlafsäcke oder Ähnliches."

Für die Verteilung der geflüchteten Menschen ist grundsätzlich der Freistaat Bayern beziehungsweise die Regierung von Niederbayern zuständig. "Das Landratsamt Deggendorf weiß zum aktuellen Stand nicht, wann und wie die Verteilung stattfindet. Noch ist ja niemand da, aber sobald die Menschen bei uns ankommen, wird aller Voraussicht nach natürlich auch Wohnraum benötigt. Allerdings ist der Landkreis selbst hier nicht zuständig. Die Verteilung obliegt grundsätzlich dem Freistaat Bayern", betont Menacher, der vermutet, dass diese Menschen zunächst im Ankerzentrum untergebracht werden und dann dezentral in private Unterkünfte weitergereicht werden.

Bereits 25 Wohnungsangebote

Landrat Roman Fischer und die Mitglieder der Koordinierungsgruppe sind sich aber einig, dass man sich für den Fall rüstet. Aus diesem Grund trägt das Landratsamt Informationen, etwa über bekannte Hilfsangebote, zusammen und stellt diese im Internet unter www.landkreis-deggendorf.de ein.

"Wir organisieren momentan alles so weit wie möglich, dass, wenn es losgeht, jeder weiß, was er zu tun hat. Zumindest sollen die Flüchtlinge gleich mit der Erstausstattung versorgt werden. In jedem Fall ist es wichtig zu wissen, ob im Landkreis Deggendorf verfügbarer Wohnraum vorhanden ist. Bis jetzt sind nach unserem ersten Aufruf bereits 25 Wohnungsangebote bei uns eingegangen", berichtet Menacher. "Das ist ja schon eine ganze Menge", stellt er fest.

"Zwar wissen wir noch nicht, wie der Status der Flüchtlinge von der Regierung eingestuft wird, denn das entscheidet sich heute, ob sie als Asylbewerber oder Kriegsflüchtlinge gelten, und wohin diese zugeteilt werden. Aber wir sammeln Angebote, damit, wenn wir von der Regierung den Auftrag bekommen, wir Gewehr bei Fuß stehen."

Hilfsangebote

Wer Wohnraum zur Verfügung stellen oder anderweitige Hilfe anbieten kann, kann dies per E-Mail unter Ukraine-Hilfe@lra-deg.bayern.de tun. Eine zentrale Rufnummer ist am Deggendorfer Landratsamt unter 0991/3100400 freigeschaltet. Fragen zum Ausländerrecht können per E-Mail an auslaenderamt@lradeg.bayern.de gestellt werden.