Wahlergebnis

Diese Abgeordneten aus Niederbayern ziehen in den Landtag ein


Das sind die gewählten Direkt- und Listenkandidaten, die als Abgeordnete in den bayerischen Landtag einziehen.

Das sind die gewählten Direkt- und Listenkandidaten aus Niederbayern, die als Abgeordnete in den bayerischen Landtag einziehen.

Von Redaktion idowa

Nach der Landtagswahl in Bayern ziehen folgende Abgeordnete aus Niederbayern in den bayerischen Landtag ein.

Von der CSU:

Christian Bernreiter, CSU, Listenplatz 1, 59, Hengersberg, Staatsminister (direkt gewählt)

Seit Februar 2022 ist der frühere Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter für das Bau- und Verkehrsministerium zuständig. Es sei sein Wunschressort, wie er am Wahlabend verriet. Bei der Landtagswahl bewies sich der gebürtige Straubinger als starker Kandidat und holte über 42 Prozent der Erststimmen. Deshalb zog der 59-Jährige von der CSU nun für den Stimmkreis Deggendorf in den Landtag ein.

Stefan Ebner, CSU, Listenplatz 12, 43, Viechtach, Referatsleiter (direkt gewählt)

43,6 Prozent der Wähler konnte der Viechtacher Stefan Ebner überzeugen und schaffte somit den Sprung in den Landtag. Die meisten Erststimmen erhielt er aber nicht in seiner Heimatstadt Viechtach, sondern in Bischofsmais. Er sei „nach dem langen Wahlkampf schon erleichtert“ und freue sich über den „deutlichen Vorsprung“ gegenüber seiner Konkurrenz.

Josef Heisl, CSU, Listenplatz 13, 41, Salzweg, Handelsfachwirt (direkt gewählt)

Josef Heisl wurde in Passau geboren, lebt aber heute in Salzweg. Beruflich ist er im Außendienst eines Elektrogroßhandels tätig. Er übte bereits Ämter als Bezirksrat, Kreisrat und Gemeinderat aus. Nun will er seine Politik in den Landtag bringen. Dabei legt er seinen Fokus vor allem auf die Themen Heimat und Wirtschaft.

Petra Högl, CSU, Listenplatz 4, 52, Volkenschwand, Landtagsabgeordnete seit 2018 (direkt gewählt)

Petra Högl ist bereits seit 2018 Mitglied des bayerischen Landtages. Dabei war sie unter anderem Teil des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Jugend, Familie und Integration. Sie war außerdem Mitglied beim Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ihr politisches Engagement begann 1994, als sie in die CSU eintritt. Seit Mai 2023 ist sie außerdem CSU-Vorsitzende im Landkreis Kelheim.

Petra Loibl, CSU, Listenplatz 3, 58, Eichendorf, Tierärztin und Landtagsabgeordnete (direkt gewählt)

Petra Loibl betreibt mit ihrem Mann seit 27 Jahren einen Biohof. Loibl ist aber nicht nur promovierte Landwirtin und Tierärztin, sondern auch Politikerin. 2018 wurde die 58-Jährige als Nachfolgerin von Erwin Huber in den bayerischen Landtag gewählt. Ihre knapp 20-jährige Erfahrung im Veterinärdienst brachte sie in der letzten Legislaturperiode im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz ein. "Da bin ich doch recht schnell fest im Sattel gesessen." Ihre Fraktionskollegen hätten sie sofort akzeptiert und vertrauten auf ihr Fachwissen als einzige Tierärztin im Landtag, sagt sie.

Stefan Meyer, CSU, Listenplatz 14, 40, Vilshofen an der Donau, Bankbetriebswirt (direkt gewählt)

Besonders im Wahlkreis Passau-West stehe Stefan Meyer für Heimatverbundenheit ein, er möchte mit „Offenheit und Bürgernähe“ die Anliegen der Bürger im Landtag vertreten. Unter den Leitmotiven Kümmern, Machen und Gestalten möchte er vor allem Landwirte unterstützen und die Wirtschaftsregion Bayern stärken. Auch für die Stärkung des Freistaats als Bildungsstandort mit ausgebautem Verkehrsnetz tritt er ein. Meyer ist kein neues Gesicht in der Heimatpolitik: Seit 2019 ist er stellvertretender Kreisvorsitzender in der CSU Passau-Land und seit 2021 Ortsvorsitzender in der CSU Vilshofen. Sein ehrenamtliches Engagement zeigt sich in der Mitgliedschaft in einigen Ortsvereinen: Seine Leidenschaft gilt vor allem dem Fußball, dem Männergesangsverein und der Verkehrswacht im Landkreis Passau.

Martin Wagle, CSU, Listenplatz 11, 57, Pfarrkirchen, Dipl. Kaufmann (Univ.), Gärtnermeister und Landtagsabgeordneter (direkt gewählt)

Der Direktkandidat im Stimmkreis Rottal-Inn ist bereits seit 2018 Mitglied des Landtages und wird sein Amt weiter ausüben. Der seit 2002 als Mitglied der CSU tätige Wagle übernimmt im Landtag Funktionen für den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz und ist ebenso Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr. Er sieht sich selbst als einen Familienmenschen und „zielstrebig“, außerdem erklärt er: „Man muss erkennen, dass wenn man irgendwas anpackt, dass gleichzeitig andere Dinge mit verändert werden müssen und nur so wird man weiterkommen.“ Wagle ist passionierter Mountainbiker und hat mit dem Zweirad auch schon einige Male die Alpen überquert.

Josef Zellmeier, CSU, Listenplatz 18, 59, Laberweinting, Jurist und Landtagsabgeordneter (direkt gewählt)

Seit 20 Jahren ist Josef Zellmeier bereits Mitglied des bayerischen Landtags. Dort hat der Jurist, der sich auf Steuerrecht spezialisiert hat, unter anderem den Vorsitz des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen inne und ist Sprecher der niederbayerischen CSU-Landtagsabgeordneten. In seiner Heimatregion engagiert sich der 59-Jährige seit 1996 als Gemeinderatsmitglied in Laberweinting und in verschiedenen Gremien des Kreistages. Mit Blick auf die nächste Legislaturperiode macht er sich vor allem Sorgen um eine auseinanderdriftende Gesellschaft: "Man muss gerade bei den Umwälzungen im Energiebereich einen Weg finden, den die Bevölkerung mitgehen kann."

Von den Freien Wählern:

Hubert Aiwanger, Freie Wähler, Listenplatz 1, 52, Rottenburg, Staatsminister und stellvertretender Ministerpräsident (direkt gewählt)

Auch Hubert Aiwanger ist bereits ein Urgestein der bayerischen Landespolitik. Seit 2008 ist er Mitglied des Bayerischen Landtags. Seinen größten Coup landete der 52-Jährige vor fünf Jahren, als die CSU ihre absolute Mehrheit verlor und mit den Freien Wählern koalierte. Aiwanger ist seitdem stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Aufsehen erregte vor den Wahlen in diesem Jahr etwas anderes: die Flugblatt-Affäre, die Ende August eine Reportage der „Süddeutschen Zeitung“ auslöste. Geschadet hat der „Trubel“, wie es Aiwanger in einem Gespräch mit unserer Mediengruppe ausdrückte, am Ende nicht: Aiwanger wird zum ersten Mal direkt in den Landtag gewählt und seine Partei fährt das höchste Wahlergebnis bei einer Landtagswahl ein.

Tobias Beck, Freie Wähler, Listenplatz 6, 32, Mallersdorf-Pfaffenberg, IT-Projektmanager

Mit Tobias Beck aus dem Landkreis Straubing-Bogen zieht ein neues Gesicht für die Freien Wähler in den Landtag ein. Der 32-Jährige engagierte sich aber bereits vor der Landtagswahl politisch - als Kreisrat, Marktgemeinderat und auch als Vorsitzender der Jungen Freien Wähler Niederbayern. Zuhause ist er in Mallersdorf-Pfaffenberg. Eines der größten und wichtigsten Themen für Beck im Hinblick auf Straubing und den Landkreis ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. "Wir sind bundesweit Schlusslicht, wenn wir nicht die Gäubodenbahn hätten, wären wir noch viel weiter abgeschlagen", kritisiert der künftige Landtagsabgeordnete. 

Martin Behringer, Freie Wähler, Listenplatz 7, 50, Thurmansbang, Bürgermeister

Bislang ist Martin Behringer in der Kommunalpolitik tätig und zwar als 1. Bürgermeister der Gemeinde Thurmansbang im Landkreis Freyung Grafenau. Nun geht es für ihn auf die etwas größere Bühne des bayerischen Landtags. Dort möchte er sich für eine bürgernahe Politik einsetzen. Dabei geht es ihm vor allem darum, dass die Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land gleichgestellt werden,. Dafür fordert er in Bereichen wie Infrastruktur, Energie und Klima sowie Gesundheitsversorgung individuelle Lösungen für den Bayerischen Wald.

Christian Lindinger, Freie Wähler, Listenplatz 9, Ruhstorf an der Rott, Polizeibeamter

Christian Lindinger vertritt in der kommenden Legislaturperiode den Stimmkreis Passau-West. Der Polizeibeamte hat sich bislang politisch im Marktgemeinderat von Ruhstorf an der Rott und als Kreisrat im Landkreis Passau eingebracht. Außerdem ist er als ortsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Ruhstorf tätig.

Werner Schießl, Freie Wähler, Listenplatz 3, 53, Eggenfelden, Diplom-Kaufmann

Für den Stimmkreis Rottal-Inn ist der Diplom-Kaufmann Werner Schießl bei der Landtagswahl 2023 angetreten. Bislang war der 53-Jährige als Zweiter Bürgermeister in Eggenfelden tätig und ist außerdem stellvertretender Vorsitzender der Bezirksvereinigung Freie Wähler. Politisch möchte sich Schießl vor allem für den Klein- und Mittelstand sowie die Förderung des ländlichen Raums einsetzen. 

Roswitha Tosco, Freie Wähler, Listenplatz 4, 59, Tittling, Rechtsanwältin

Die 59-Jährige wurde vom Stimmkreis Passau-Ost in den bayerischen Landtag gewählt. Die Rechtsanwältin war politisch bislang im Marktgemeinderat Tittling vertreten und ist stellvertretende Landrätin des Landkreises Passau. Als Landtagsabgeordnete will sie sich unter anderem für soziale Gerechtigkeit, aber auch für zeitgemäße Landwirtschaft und Bürokratieabbau einsetzen.

Jutta Widmann, Freie Wähler, Listenplatz 2, 62, Landshut, Festwirtin und Landtagsabgeordnete

Im Stimmkreis Dingolfing hat sich Festwirtin Jutta Widmann um das Direktmandat beworben, in den Landtag zieht sie nun aber über die Liste ein. Dort ist Widmann, die auch dritte Bürgermeisterin der Stadt Landshut ist, keine Unbekannte: Schon seit 2008 vertritt sie ihre Partei im Landtag. Die 62-Jährige saß in der letzten Legislaturperiode im Ausschuss für Eingaben und Beschwerden und ist Mitglied des Rundfunkrates und des Denkmalrates. Ihr gastronomisches Wissen ist der Festwirtin im Landtag von Nutzen. Dort will sie sich unter anderem auch für die Gastronomie einsetzen und durch Entbürokratisierung in Zukunft für Entlastung sorgen.

Von der AfD:

Oskar Atzinger, AfD, Listenplatz 3, 60, Salzweg, Zahnarzt und Landtagsabgeordneter

Seit Ende März 2022 vertritt Oskar Atzinger die AfD im bayerischen Landtag. Eingezogen in den Landtag war der 60-Jährige aus Salzweg bereits gut einen Monat davor - damals gehörte er noch keiner Fraktion an. In der vergangenen Wahlperiode war er Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus sowie im Untersuchungsausschuss Stammstrecke. Außerdem ist er im Landesbeirat für Erwachsenenbildung.

Katrin Ebner-Steiner, AfD, Listenplatz 1, 45, Metten, Bilanzbuchhalterin und Landtagsabgeordnete

Die AfD-Spitzenkandidatin Katrin Ebner-Steiner sieht ihre Fraktion nach dem Ergebnis der Landtagswahl als starke Kraft in der Opposition. Die 45-Jährige ist seit 2018 Mitglied des bayerischen Landtags. Dort ist sie unter anderem Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen und in der Kinderkommission des Bayerischen Landtags. Von 2018 bis 2021 war sie Fraktionisvorsitzende der AfD.  

Johann Müller, AfD, Listenplatz 4, Geiersthal, Industriemeister

Einer von den vier Abgeordneten der niederbayerischen AfD ist Johann Müller, der für den Stimmkreis Straubing angetreten ist. Unter seinem Motto „Trau dich“ ist er in seinem Ruhestand auch bei der Wahl zu Regens Landrat angetreten. Die Doppelkandidatur sei grundsätzlich kein Problem gewesen, die Besetzung beider Ämter wäre jedoch nicht erlaubt gewesen – dazu kam es aber nicht. Grundsätzlich steht er für die Partei als Ganzes ein, es geht ihm dabei um das Fort- und Vorankommen der AfD. Dennoch erklärt er seine Eigenmotivation für den Landtag, die „besteht darin, das, was ich als falsch betrachte und was für unsere Bürger nicht in Ordnung ist, besser zu machen.“

Ralf Stadler, AfD, Listenplatz 2, 60, Tittling, Unternehmer und Landtagsabgeordneter

Nicht neu, aber auf ein Neues, heißt es für Stadler, der seit 2018 Mitglied des Landtages ist. Er hat dies zu seinem einzigen Beruf gemacht. Für den Stimmkreis Passau-Ost hat Stadler 21,9 Prozent der Erststimmen eingefahren. Er will nach dem parteieigenen Motto „Mut zur Wahrheit“ in den Landtag einziehen und nach dem eigenen Motto „Dafür stehe ich im Landtag auf“ handeln. Er sagt über sich selbst: „Ich kenne die Nöte, Sorgen, Bedürfnisse und Wünsche sowie Höhen und Tiefen, die ein normales Leben mit sich bringt.“

Von den Grünen:

Mia Goller, Grüne, Listenplatz 1, Falkenberg, Agrarjournalistin

Die Direktkandidatin für den Wahlkreis Rottal-Inn ist ein Familienmensch – und das mit Kindern und Tieren! Die geborene Diepoltskirchnerin hat als Mitarbeiterin im Landtag bei Rosi Steinberger (Die Grünen) bereits gute Voraussetzungen. Vielfältig, nachhaltig und klug gestalten möchte sie Bayerns Zukunft – „in der nicht eine Krise gegen die andere ausgespielt wird“. Seit 2011 ist sie Mitglied bei den Grünen, fungiert als Bezirks- und Kreisrätin und ist noch dazu Vorstand der Tierschutzstiftung sowie Museumsreferentin. Biodiversität, der Klimawandel und erneuerbare Energien stehen bei ihr oben auf der Liste. „Niederbayern ist lebensfroh und bunt“, erklärt sie, „ich stelle mich klar gegen die AfD. Immer und überall.“

Toni Schuberl, Grüne, Listenplatz 2, 40, Zenting, Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter

Mit 16 Jahren ist Toni Schuberl bereits den Grünen beigetreten, dabei hat er einige politische Ebenen durchlaufen. Seit 2018 sitzt er im bayerischen Landtag und wurde nun wieder im Amt bestätigt: Als Rechtspolitischer Sprecher der der Grünenfraktion, Vorsitzender unter anderem des NSU-Untersuchungsausschusses und des Ausschusses für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration ist ihm neben der Chancengleichheit zwischen den städtischen und ländlichen Regionen auch ein „weltoffenes und buntes Bayern“ wichtig. Eine Herzensangelegenheit sei ihm dabei immer wieder die Unterstützung und Stärkung ländlicher Gebiete.

Von der SPD:

Ruth Müller, SPD, Listenplatz 1, 56, Pfeffenhausen, Vertriebsassistentin und Landtagsabgeordnete

Auch Ruth Müller ist kein neues Gesicht im Landtag: Seit 2013 ist sie dort Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD Niederbayern. Seit 2021 bekleidet sie das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD in der Landtagsfraktion. Bereits in früher Jugend hat sie sich politisch engagiert und wurde durch zwei einschneidende Erlebnisse geprägt: „Die Diskussion zur Umweltpolitik und Kernkraft in den frühen 80er Jahren und die Wende 1989.“ Müller ist im Ausschuss Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und tritt insbesondere für die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft ein: „Als imkereipolitische Sprecherin setze ich mich für eine abwechslungsreiche und nachhaltige Landwirtschaft ein.“

Die Berichterstattung unserer Mediengruppe über die Landtagswahl finden Sie hier: idowa.de/wahl