TikTok #OkBoomer: das Konter-Meme für Millennials

Gerade in Klimafragen tut sich zwischen den Babyboomern und den Millennials ein Graben auf. Bislang waren es oft Vertreter der Generation Ü55, die sich über die Jugend lustig machten. Jetzt schlägt die zurück - generationentypisch mit einem Meme. Foto: Christophe Gateau/dpa

Lange mussten sich die Millennials doofe Kommentare von der Babyboomer-Generation anhören. Jetzt schlagen sie mit #OkBoomer zurück.

Seit Kurzem sind diese Worte vor allem in den USA in aller Munde: #OkBoomer wurde fast über Nacht zur Standardantwort, wenn sich irgendjemand über 50 herablassend über einen Kommentar eines unter 25-Jährigen äußert. Denn, zugegeben: Wie lange müssen die Jungen eigentlich schon ertragen, dass jemand Älteres sich über sie lustig macht? Man denke nur an die in den Sozialen Medien verbreitete Leier, warum sich Fridays-for-Future-Aktivisten von den Eltern mit dem SUV zur Schule fahren lassen. Man könnte lange diskutieren - oder man zuckt mit den Schultern und sagt "Ok, Boomer". Was so viel heißt wie "Du darfst ruhig weiterplappern, alter Mensch. Ich höre dir eh nicht zu".

Richtig Fahrt aufgenommen hat #OkBoomer auf dem Sozialen Netzwerk TikTok. Millionenfach wurden dort entsprechende Videos geteilt, bis es das Meme sogar in die Politik schaffte. Konkret ins neuseeländische Parlament. Als ältere Parlamentsmitglieder die 25 Jahre alte Abgeordnete Chlöe Swarbrick in ihrer Rede unterbrachen und auf ihr junges Alter anspielten, antwortete die einfach: "Ok, Boomer". Das Wort "Boomer" spielt dabei übrigens auf die Babyboomer-Generation an. Also auf all die, die in der Nachkriegszeit groß wurden.

Ob das Meme tatsächlich das eigentlich entspannte Generationenverhältnis zerstört, wie die New York Times schreibt, wird sich herausstellen. Vielleicht sind die Worte auch einfach nur der perfekte Ausdruck des Frusts, den viele junge Menschen fühlen, wenn die Generation Ü55 herablassend auf Dinge wie Klimaaktivismus reagiert. Das sollte auch den Babyboomern bekannt vorkommen. Immerhin sind die ziemlich genau vor 50 Jahren auch auf die Straße gegangen. Damals hieß der Spruch übrigens: "Unter den Talaren, Staub von 1 000 Jahren." Manche Dinge ändern sich eben nie.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

1 Kommentar

Kommentieren

null

loading