SSV Jahn Regensburg Achim Beierlorzer: "Sind viel weiter als letzte Saison"

Achim Beierlorzer pflegt einen engen Austausch mit seinen Spielern wie hier mit Maximilian Thalhammer. Foto: dpa

Vor der Länderspielpause holte der SSV Jahn Regensburg zehn Punkte aus vier Spielen. Für Trainer Achim Beierlorzer ist die Mannschaft schon "viel weiter" als vergangene Saison.

Zwei Tage frei gab Trainer Achim Beierlorzer seiner Mannschaft am vergangenen Wochenende. Zeit um abzuschalten, die auch der Trainer des Zweitligisten selbst genutzt hat: Er war Zuhause bei seiner Familie. „Das habe ich richtig genossen, habe zweimal lange ausgeschlafen“, erzählt der 50-Jährige. Ganz ohne Fußball ging’s dann aber auch in der fränkischen Heimat nicht. Er hat seinem Sohn beim Fußballspielen zugeschaut und sich natürlich auch das Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen die Niederlande angesehen.

Dass Beierlorzer an den freien Tagen gut abschalten konnte, lag vermutlich auch daran, dass er mit einem sehr guten Gefühl in die kurze Pause gehen konnte. Nicht nur aufgrund der zehn Punkte aus den vergangenen vier Ligaspielen, sondern auch wegen des Testspiels am Freitag in Linz. Hier bekam die aktuell zweite Garnitur des Jahn ihre Chance und gewann mit 2:0. „Der Test war rundum positiv. Wir standen defensiv stabil und konnten uns aber auch einige gute Möglichkeiten erspielen“, so der Coach.

Schon zu Beginn der Länderspielpause absolvierten die Jahn-Profis einen Laktattest. Das ist zwar ein eher ungewöhnlicher Zeitpunkt dafür. Aber in der Winterpause ist nicht viel Zeit, sodass Beierlorzer dann keine zusätzliche Trainingseinheit hergeben möchte und zudem ist die Fitness der Regensburger Spieler aufgrund der intensiven Spielweise Grundvoraussetzung, um in der Liga bestehen zu können. Mit den Ergebnissen war der Trainer jedenfalls „sehr zufrieden“. Die Tests würden auch noch einmal Aufschluss darauf geben, wie das Training bei einzelnen Spielern gesteuert werden muss. „Wichtig ist für uns dabei nicht die maximale, sondern die optimale Ausdauer-Leistungsfähigkeit für unser Spiel“, erläutert Beierlorzer.

"Manchmal ist es im Fußball ganz einfach"

Was die Ergebnisse betrifft, lief es vor der Länderspielpause mit drei Siegen und einem Remis in Serie richtig gut, wodurch der Jahn derzeit auf dem achten Tabellenplatz steht. „Wir sind mit der bisherigen Ausbeute natürlich super zufrieden“, sagt der Trainer. Was der Unterschied ist zu den Spielen zu Saisonbeginn, als zwar auch die Leistung, oft aber nicht das Ergebnis stimmte? „Manchmal ist es im Fußball ganz einfach. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt die Chancen zu verwerten und defensiv individuelle Großfehler zu vermeiden. Das haben wir in den vergangenen Spielen geschafft“, sagt Beierlorzer.

Was ebenfalls gut für die Oberpfälzer ist, ist die Konkurrenzsituation in der Mannschaft. Einige Neuzugänge hätten am Anfang ein bisschen gebraucht, sich an die Intensität und die Art und Weise, wie der Jahn Fußball spielt, zu gewöhnen. „Aber inzwischen sind wir extrem eng zusammen“, sagt Beierlorzer. Das hat sich zuletzt auch in den Aufstellungen gezeigt, als zum Beispiel mit Maximilian Thalhammer und Adrian Fein in Fürth zwei Neuzugänge das zentrale Mittelfeld bildeten.

Wo neue Spieler in die Mannschaft rücken, müssen andere weichen. „Das ist für die einzelnen Spieler natürlich nicht einfach“, sagt Beierlorzer. Er versuche hier, den Spielern mit positiven Worten und Zuspruch zu begegnen. „Denn unsere Ziele erreichen wir nur als Team.“ Zudem habe jeder Spieler die Chance, sich für die Startelf zu empfehlen. „Wir vermitteln den Spielern, dass es gar keinen anderen Weg gibt, als über Leistung in die Mannschaft zu kommen“, so Beierlorzer.

Besser als in der Vorsaison

Und bislang stimmten die Leistungen der Mannschaft fast immer. Der bisherige Saisonverlauf des Jahn erinnert auf den ersten Blick an den Start der Vorsaison. Zu Beginn durchwachsene Ergebnisse, gefolgt von einer Erfolgsserie. Für den Jahn-Coach sind die Situationen allerdings nicht wirklich vergleichbar: „Wir sind jetzt schon viel weiter als letzte Saison. Wir hatten in jedem Spiel die Möglichkeit, es auf unsere Seite zu ziehen. Das war vergangene Saison noch nicht so.“ Eine Aussage, die sich auch mit Zahlen untermauern lässt: Hatte der Jahn nach neun Spielen in der vergangenen Saison nur neun Punkte auf dem Konto, so sind es aktuell schon 14.

Wichtig ist laut Beierlorzer nun aber, fokussiert weiterzuarbeiten: „Wir dürfen und werden nicht abheben, sondern gehen ganz konzentriert das nächste Spiel an.“ Am Sonntag empfängt der Jahn den SV Darmstadt 98. Ein gefährlicher Gegner. Denn nach vier Niederlagen in Folge stehen die Lilien unter Druck - und angeschlagene Boxer sind bekanntlich meist die gefährlichsten. „Das ist eine qualitativ sehr hochwertige Mannschaft“, schätzt Beierlorzer ein. Wichtig sei, dass seine Mannschaft ihr Spiel durchziehe. „Vielleicht können wir für weitere Verunsicherung sorgen, wenn wir aggressiv nach vorne spielen und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ Dann könnte es klappen mit den nächsten Punkten Richtung Klassenerhalt.

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