Roman-Veröffentlichung Von der Idee zum Buch: In diesen Schritten schaffte es Hans Irlers Geschichte "Yoyo und die Macht des Erzählens" in die Läden

Was passiert, damit aus einer Idee ein Buch mit mehreren hundert Seiten wird? Wir erklären es – anhand des Romans „Yoyo und die Macht des Erzählens“ von Hans Irler.

1. Die Idee

Wie kommt man auf die Idee, einen Roman zu schreiben? Im Fall von Hans Irler über ein Theaterstück. „Vor drei Jahren habe ich für meine Jugendtheatergruppe im Straubinger Paul-Theater ein Stück mit dem Titel ‚Brainwashed by Bots‘ geschrieben. Das war der Beginn von Yoyos Geschichte“, sagt er. Mit diesem Theaterstück hat das Buch allerdings nicht mehr viel zu tun. „Man kann es aber auf jeden Fall als Startrampe für den Roman bezeichnen“, sagt Hans Irler.

2. Das Schreiben 

Eine gute Idee macht noch lange kein Buch. Hans Irler vergleicht das Schreiben mit der Arbeit eines Steinmetzes: Man formt erst die Umrisse und macht sich dann an die feinere Ausarbeitung. Die erste Fassung einer Szene schreibt er also schnell und überarbeitet diese anschließend, bis er zufrieden ist. „Es kann dauern, bis man spürt, dass es passt. Dann aber ist es ein starkes Gefühl.“ Bis zum fertigen Roman dauert es jedoch noch. „Die Szenen müssen ineinandergreifen wie ein 1000-Teile-Puzzle. Nur mit dem Unterschied, dass man die fehlenden Puzzleteile nicht suchen, sondern selbst herstellen muss.“ Das Schreiben erfordert also viel Zeit. Wo er die hernimmt, weiß Hans Irler selber nicht genau. Hauptberuflich ist er nämlich Lehrer, außerdem hat er eine Familie.

3. Der Verlag 

Freistunde-Redaktionsleiterin Sonja Ettengruber ist die Klammer, die alle Schritte zum Buch verbindet. „Eigentlich ist der Buchverlag des Straubinger Tagblatts und der Landshuter Zeitung ein Regionalverlag. Wir wollen ihm mit Freistunde Books eine neue Zielgruppe geben“, sagt sie. Hans Irler kannte sie schon, außerdem hatte er bereits erfolgreich ein Buch publiziert. Als er fragte, ob Interesse an seinem neuen Manuskript besteht, wurde Sonja Ettengruber hellhörig. „Allerdings ist es nicht so einfach, in diesen Zeiten ein Buch zu veröffentlichen, denn der Verlag geht in Vorleistung“, sagt sie. Umfang, Papier, Umschlag, Auflage, Marketingausgaben und Autorenhonorar: Das und mehr wird kalkuliert und kostet. „Umso schöner ist es, dass wir mit den Straubinger Partnerschaften für Demokratie einen Partner haben, der uns unterstützt“, sagt Sonja Ettengruber.

Wenn das Buch erscheint, hat der Verlag schon Vorarbeiten geleistet: Buchhandlungen wurden informiert, es gibt Werbeanzeigen und in den sozialen Netzwerken werden Posts gemacht. „Da Live-Lesungen momentan nicht möglich sind, haben wir mit Hans Irler stattdessen ein Video aufgezeichnet“, sagt Sonja Ettengruber (siehe unten).

4. Das Lektorat 

Hier komme ich als Autor dieses Artikels selbst zu Wort, da ich das Lektorat für „Yoyo“ übernommen habe.

Nach so viel Schreiben kann es durchaus sein, dass der Autor etwas „betriebsblind“ geworden ist. Nicht nur, was Rechtschreibung und Grammatik angeht, sondern auch bei den Charakteren und der Geschichte. Hier greift der Lektor ein. Er weist den Autor auf Unstimmigkeiten hin. Zum Beispiel, wenn sich ein Charakter anders verhält als bisher oder ein Kapitel stimmiger sein könnte. Lektoren werden gerne als die großen Gegner der Autoren dargestellt, das könnte aber nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Im Gegenteil: Meine Aufgabe war es, Hans Irler dabei zu helfen, das Buch so perfekt wie möglich zu machen. Das heißt auch, dass der Autor das letzte Wort hat. Alle Änderungsvorschläge, die ein Lektor abgibt, sind genau das. Meist übernimmt der Autor ein Drittel sofort, eines lehnt er sofort ab. Über das letzte Drittel diskutiert man – und das ist es auch, was bei der Arbeit am meisten Spaß gemacht hat.

5. Das Cover 

Ein Buch kann noch so spannend sein – ohne ein gutes Cover bleibt es in den Läden liegen. Das weiß Julia Maier, die das Titelbild gestaltet hat. Zunächst hat sie sich dafür natürlich den Buchinhalt angesehen. „Die Inspiration kam durch die Inhaltsangabe und die Geschichte“, sagt sie. Dann suchte Julia Maier nach Ideen – durch passende Schlagwörter im Internet und mit einem Blick in die Verlagskataloge, um die aktuellen Trends zu sehen. „Spätestens dann sollte man eine Idee haben.“ Oder mehrere, zu denen je ein Vorschlag gestaltet wird. Das Cover bestimmt normalerweise der Verlag – im Fall von „Yoyo“ durfte Autor Hans Irler aber mitentscheiden. Am Ende wird das Cover ein entscheidender Faktor sein, wie gut sich das Buch verkauft. Zumindest geht es Julia Maier so. Wenn sie ein Cover anspricht, liest sie den Klappentext. „Und wenn mich der überzeugt, kaufe ich das Buch.“

6. Die Gestaltung 

Dass der Buchinhalt auch gut lesbar ist, ist die Aufgabe der Gestalterin. Bei „Yoyo“ war Margot Mittermeier dafür zuständig. Bei der Schriftauswahl ist sie zunächst nach einem einfachen, aber wichtigen Kriterium vorgegangen: Da „Yoyo“ ein Buch mit mehr als 300 Seiten ist, muss die Schrift leicht erfassbar für das Auge und damit gut lesbar sein. „Davon gibt es im Grunde nur eine Handvoll“, erklärt sie. Wichtig dabei: Die Schrift muss Serifen haben, also kleine Häkchen. Die erleichtern den Lesefluss enorm. Bei vielen Büchern reicht eine Schrift aus. Bei „Yoyo“ kommen noch andere dazu: für die Märchen, die Yoyo erzählt, und für die Kapitelüberschriften.

Darum geht es in „Yoyo und die Macht des Erzählens“

Yoyo erzählt fantastische Geschichten. Sie landet in einer niederbayerischen Kleinstadt des Jahres 2047. Dort werden junge Menschen von künstlichen Intelligenzen erzogen, den Smartbrains. Bei ihren neuen Freunden weckt Yoyo die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben. Sie beginnen, sich den Smartbrains zu widersetzen. Doch wie groß ist Yoyos Macht des Erzählens?

Du möchtest einen Einblick in das „Yoyo“- Buch bekommen“? Dann schau rein in unsere Video-Lesung mit Hans Irler. Dort liest er zwei Kapitel aus dem Buch vor. 

Hier gibt es das Buch: „Yoyo und die Macht das Erzählens“ erhältst du im Buchhandel, auf der Seite unseres Verlags und im Leserservice des Straubinger Tagblatts. Das Buch kostet 12,80 Euro und hat 336 Seiten. ISBN: 978-3947029358

 

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