Malaysia Mit der Gondel zum Gipfel

Blick auf die steilste Seilbahn der Welt: Mit ihr geht es in 20 Minuten auf den zweithöchsten Berg Langkawis. Foto: Ulrich Uhlmann

Da ist einerseits die Hauptstadt Kuala Lumpur (Regierungssitz seit den 1990er Jahren Putrajaya) mit ihren hochmodernen Bürohäusern, mit ihren schicken Einkaufszentren und komfortablen Hotels aus Glas, Stahl und Beton und den Petronas Towers.

Die markanten Zwillingstürme zählen mit 452 Metern zu den höchsten Bauwerken der Welt. Da ist andererseits das geschäftstüchtige, umtriebige Leben an der Westküste, aber auch die Geruhsamkeit in den Gebirgsregionen und an der Ostküste der malaiischen Halbinsel.

Und nicht zuletzt ist da die völlig andere Welt in den Bundesstaaten Sarawak und Sabah auf der drittgrößten Insel der Erde, auf Borneo. Dort, wo es vor allem die badehungrigen, aber auch naturverbundenen Touristen hinführt - auf die Inseln Langkawi und Penang am Rande des Indischen Ozeans -, trifft der Besucher auf ein buntes Völkergemisch aus Malaien, Chinesen und Indern. Sie alle haben ihre Bräuche, Lebensgewohnheiten und das kulturelle Erbe in die Städte und Dörfer eingebracht. Es ist ein farbenfrohes, liebenswertes Land. Mit seiner Vielfalt an Natur und Traditionen zieht es viele europäische Gäste über kurz oder lang in seinen Bann.

Fahrt mit der steilsten Seilbahn der Welt

Neben Strand- und Tropenwald-Erlebnissen auf Langkawi sollte unbedingt - so empfiehlt es unser Guide Awang - eine Tour zu einer der Hauptattraktionen der Insel auf dem Programm stehen: zu Cable Car und Sky Bridge. Mit der Seilbahn, 2002 eröffnet und steilste der Welt, geht es zum zweithöchsten Insel-Berg Langkawis in über 700 Metern Höhe. Die Gondeln, mitunter leicht schwankend, schweben über dem immergrünen Blätterdach in 20 Minuten nach oben - unser Blick richtet sich auf Wasserfälle, Felsgebilde und Meer. Kleine Ansiedlungen und Inselchen lassen sich in der Ferne entdecken.

Angekommen auf der Bergstation lockt dann die 125 Meter lange Aussichtsbrücke - ein architektonisch-technisches Meisterwerk. Ein einziger, 80 Meter hoher Stahlmast sichert mit seinen Haltetrossen die geschwungene Brücke. Einzigartig der Ausblick bis hinein ins grenznahe Thailand und zu den Ausläufern der indonesischen Inselwelt. Bis zu 2.000 Personen können die Sky Bridge "bevölkern", ohne Schaden zu nehmen. So versprechen es jedenfalls die Erbauer.

Affendame Ping arbeitet auf einer Plantage

Weiter geht es in ein Bauerndorf auf Langkawi. Dort lernen wir die Pflanze kennen, aus der die Erfahrung der Jahrhunderte, wie die Leute in Südasien sagen, 101 nützliche Dinge entstehen lässt: die Kokospalme. Neben den traditionellen, auf Stelzen gesetzten Holzhäusern recken sich die tropischen Stämme mit ihren gefiederten Blättern gertenschlank bis zu 30 Meter gen Himmel. Stolzer Besitzer der Mini-Plantage ist Opa Mamak, der uns erzählt, wozu die Palme gut ist: Sie gibt Öl, Fett, Karamell, Alkohol, Essig und Viehfutter; lässt sich zu Seilen, Matten, Essgefäßen, Baumaterial und vielem anderen mehr verarbeiten - was übrig bleibt, ist immer noch gut für Brennstoff oder als Räuchermittel gegen Moskitos. Doch wie kommt Opa Mamak hoch oben an die kiloschweren Steinfrüchte heran? Mit einer Handbewegung weist er hinters Haus. Dort thront auf einem Holzgestell Ping. Das fünfjährige Makakenäffchen wartet auf seinen Arbeitsbeginn. Zwölf Monate lang wurde ihm spielend beigebracht, wie es die Nüsse vom Baum zu holen hat. 200 bis 300 Kokosnüsse sind das tägliche Pensum. Als Belohnung für Fleiß und guten Willen gibt es für das Äffchen Kokosmilch direkt vom Erzeuger.

George Town - Stadt des friedvollen Miteinanders

Szenenwechsel. Mit der Express-Fähre geht es in knapp dreistündiger Seefahrt von Langkawi zur nahe gelegenen Insel Penang. Unser Ziel ist George Town, der Verwaltungssitz mit seinen etwa 750.000 Bewohnern. Es ist eine Stadt der Gegensätze: In den engen Gassen der Altstadt wuselnde Betriebsamkeit und drängender Verkehr; dann andernorts wieder ausgedehntes Grün, das die Lungen labt; in den Regenwolken fast versteckte Wolkenkratzer und daneben heimelige Familienanwesen. George Town ist aber auch eine Stadt der Gemeinsamkeiten: Da stehen, so in der "Straße der Harmonie", christliche Kirchen und buddhistische Tempel dicht neben einer islamischen Moschee. Auf den "Naschmärkten" palavern an den Garküchen einheimische Malaien und Chinesen, Inder und Bumiputra (malaysische Ureinwohner) allabendlich freundschaftlich über Familienanliegen und die große Landespolitik.

Allerorts aber ist auch das Erbe der britischen Kolonialzeit sichtbar: das Fort Cornwallis aus dem 18. Jahrhundert, das neobarocke Rathaus, der Uhrturm oder auch das Eastern & Oriental Hotel, das den herrschaftlichen Glanz vergangener Zeiten widerspiegelt. Hermann Hesse, der deutsch-schweizereische Schriftsteller, war 1911 - wie zuvor schon Karl May - beeindruckt von "den bunten Erscheinungen des Gassenlebens in der Hindustadt, der Chinesenstadt, der Malaienstadt…", wie er in seinem indischen Reisebericht schreibt. Wir machen uns unweit von George Town auf den Weg zum Kek-Lok-Si-Tempel und tauchen ein in die geruhsame Welt des Buddhismus. Schon von weitem ist auf den Bergterrassen die "Pagode der zehntausend Buddhas" zu erkennen, die das Gesicht der größten buddhistischen Tempelanlage des Landes bestimmt. Sehenswert auch die über 30 Meter hohe Bronzegöttin Kuan Yin. Stimmungsvolle Gebetshallen, blumenbunte Gärten und Höfe und unzählige Bronzestatuen laden uns im "Tempel der größten Seligkeit", wie Kek-Lok-Si auch genannt wird, zum längeren Verweilen ein. Doch was wäre eine Penang-Tour ohne landestypische Batik-Mitbringsel für die Daheimgebliebenen? In der Penang Batik Factory dicht bei George Town werden wir fündig. Das Angebot ist groß: Tischdecken, Strandtücher, bunt gemusterte Sarongs und Hemden. Nach einem Rundgang durch die Werkstätten darf unter fachkundiger Anleitung selbst Hand angelegt werden beim Ausmalen der Batik-Muster - eine schöne Erinnerung an den Inselbesuch.

Die Reise wurde unterstützt von Tourism Malaysia und Qatar Airways.

Weitere Informationen

  • Anreise: Qatar Airways beispielsweise fliegt mehrmals wöchentlich ab Frankfurt am Main/München/Berlin/Wien über Doha nach Langkawi und Penang.
  • Einreise: Die Einreise nach Malaysia ist bis zu 90 Tage visumfrei. Der Reisepass muss über die Einreise hinaus noch mindestens sechs Monate gültig sein.
  • Reisezeit: Beste Reisezeit für Langkawi und Penang ist von Dezember bis Februar. Die meisten Regentage sind im April und Mai. sowie von August bis November.
  • Reiseliteratur: Stefan Loose Travel Handbuch "Südostasien/Die Inselwelt", DuMont, 26,99 Euro; Polyglott on tour "Malaysia", Gräfe und Unzer Verlag, 13,90 Euro; "InselTrip Penang", Reise Know-How Verlag, 11,95 Euro;
  • Auskunft: Prospekte und mehr zu Malaysia ingesamt, zu Langkawi und Penang bei Malaysia Tourism Promotion Board, Weissfrauenstr. 12-16, 60311 Frankfurt, 069/460923420, www.malaysia.travel

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