Einbruch der Passagierzahlen Berliner Flughäfen brauchen Finanzhilfe

Die Coronaviruskrise hat den Verkehr an den beiden Bestandsflughäfen verglichen mit den Vorjahreszahlen einbrechen lassen. Foto: Bernd Settnik/zb/dpa/dpa

Immer mehr Flieger bleiben am Boden, Flughäfen brechen die Einnahmen weg. In Berlin setzen die Betreiber auf Sonderunterstützung. Und sie hoffen, dass die Hauptstadt-Airports in Betrieb bleiben dürfen.

Berlin - Die Berliner Flughäfen Tegel und Schönfeld dringen wegen eines Einbruchs der Passagierzahlen auf eine Finanzspritze von Bund und Ländern.

"Wir werden die Unterstützung der Gesellschafter brauchen, was die Corona-Frage betrifft", sagte Engelbert Lütke Daldrup, der Chef der staatlichen Betreibergesellschaft, der Deutschen Presse-Agentur. Die Höhe lässt sich demnach noch nicht beziffern; Lütke Daldrup sprach von erheblichen Einnahmeverlusten. Es bleibe aber bei der geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER am 31. Oktober, versicherte Lütke Daldrup.

Die Coronaviruskrise hatte den Verkehr an den beiden Bestandsflughäfen verglichen mit den Vorjahreszahlen einbrechen lassen. "Wir haben zurzeit etwa die Hälfte der Fluggäste", sagte Lütke Daldrup über die vergangenen Tage. "In der Wochen davor lag das Minus bei 30 Prozent, davor bei 12 Prozent."

Die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft ist Eigentum der beiden Länder und des Bundes. "Die Flughafengesellschaft gehört dem Staat. Und natürlich ist es so, dass wir für das, was wir nicht durch den Flugverkehr einnehmen können, die Hilfe unser Eigentümer benötigen", sagte Lütke Daldrup. Das sei in den Aufsichtsgremien des Unternehmens besprochen und den Gesellschaftern angekündigt worden.

Die Flughäfen rechnen damit, dass die Passagierzahlen weiter schmelzen. "Wir erwarten keinen wirklichen Osterreiseverkehr", sagte Lütke Daldrup.

Das dürften auch Folgen für die Mitarbeiter haben. "Wir beschäftigen uns damit, wie wir Überstunden und Gleitzeitkonten abbauen, natürlich müssen wir auch Kurzarbeit prüfen."

Die genutzten Flächen am Flughafen sollen zudem eingeschränkt werden. "Wir prüfen, ob es erforderlich ist, Terminalabschnitte abzusperren, damit wir nur so viel Personal auf der Fläche haben wie wir auch wirklich benötigen", sagte Lütke Daldrup.

Die Ausbreitung von Sars-CoV-2 trifft die Tourismusbranche derzeit mit voller Wucht. Veranstalter sagen Reisen ab, einige Fluggesellschaften stellen vorerst den Betrieb ein. Turkish Airlines, El Al und Hainan Airlines fliegen nicht mehr nach Berlin.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hatte am Vortag verkündet, im Laufe der Woche den Betrieb der Flughäfen in dem Bundesland einzustellen. Für Berlin erwartet Lütke Daldrup diesen Schritt nicht.

"Wir gehen davon aus, dass die Flughäfen der deutschen Hauptstadt systemrelevant sind. Das heißt, der Flugverkehr muss aufrecht erhalten werden." Tegel und Schönfeld seien kritische Infrastruktur, die während der Krise gebraucht werde, etwa für Fracht, Medikamententransporte und Flüge der Regierung.

Auf der BER-Baustelle fehlt wegen der Coronaviruskrise zum Teil Personal. Das betreffe das Terminal 2, das als zusätzliches Abfertigungsgebäude neben dem ursprünglichen BER-Terminal 1 entsteht. "Dort arbeiten wir daran, dass das Fehlen einiger Bauleute aus Osteuropa kompensiert werden kann und nicht zu Verzögerungen führt", sagte Lütke Daldrup. "Aber es ist wäre kein Thema, den BER ohne das T2 zu eröffnen, zumal wenn wir weniger Flugverkehr haben." Das Terminal 1 sei nicht betroffen, weil dort lediglich Restarbeiten liefen.

 

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