Bayern Studie: Deutsch-tschechischer Austausch hat viel Potenzial

Prag - Eine Studie über das Zusammenleben in der deutsch-tschechischen Grenzregion hat Vorurteile aufgespürt, aber auch den Wunsch vieler Menschen nach mehr persönlicher Nähe. Die Ergebnisse zeigten, dass es noch viel Potenzial für mehr Austausch gebe, teilte der gemeinsame Zukunftsfonds beider Staaten als Auftraggeber der Befragung am Dienstag in Prag mit.

"Das Hauptproblem ist, dass die Befragten zwar generell gerne mehr persönliche Kontakte im Nachbarland knüpfen würden, aber nicht so recht wissen, wo und wie", stellten die Experten der Meinungsforschungsagenturen Pollytix und Stem fest. Beiderseits der 818 Kilometer langen Grenze wurden insgesamt 44 Menschen jeweils rund eine Stunde lang interviewt.

Hauptberührungspunkte sind demnach das grenzüberschreitende Einkaufen und der Tourismus. Es gibt Vorurteile - zum Beispiel bezüglich der Drogenproblematik. Die Corona-Pandemie mit ihren vorübergehenden Grenzschließungen wurde vielfach als Belastung empfunden. Es wurde kritisiert, dass es schwer sei, sich über Veranstaltungen auf der jeweils anderen Seite zu informieren.

Gemeinsame Interessen, allen voran Sport und Aktivitäten in der Natur wie Radtouren, könnten Deutsche und Tschechen künftig stärker zusammenbringen, empfahlen die Autoren der Studie. Als Problem wurde die Sprachbarriere angegeben - hier könnten neben Sprachkursen auch Dolmetscherangebote helfen, hieß es.

Anlass für die Studie war der bevorstehende 25. Jahrestag der Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung durch die damaligen Regierungschefs Helmut Kohl und Vaclav Klaus am 21. Januar 1997. Das Dokument gilt als wichtiger Meilenstein der Aussöhnung zwischen beiden Völkern. Die Erklärung begründete den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der seit seiner Gründung mehr als 12 000 Projekte mit knapp 70,3 Millionen Euro gefördert hat.

© dpa-infocom, dpa:220118-99-756680/2

 

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