Buch-Tipp

Ursula Poznanski liefert mit „Das Signal“ einen echten Psychothriller

Den Begriff liest man häufig, aber nicht überall passt er – beim neuen Buch von Ursula Poznanski jedoch sehr. „Das Signal“ ist ein beklemmendes und klaustrophobisches Werk, das man kaum zur Seite legen kann.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski, erschienen bei Droemer-Knaur.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski, erschienen bei Droemer-Knaur.

Darum geht’s: Viola und ihr Mann Adam haben ein altes Haus auf dem Land gekauft und wollen es sanieren. Dann passiert die Katastrophe: Als Viola gerade im alten Weinkeller ist, stürzt dieser ein. Mit viel Glück überlebt sie, doch die massive Decke zertrümmert ihr linkes Bein, es muss amputiert werden. Viola ist fassungslos: Wie konnte dieser Unfall passieren? Und warum war sie überhaupt in dem baufälligen Keller?

Adam kümmert sich nach außen hin fürsorglich um seine Frau. Damit sich Viola in den ersten Tagen nicht so ans Bett gefesselt fühlt, teilt er mit ihr über WhatsApp seinen Standort. So kann sie ihren Mann durch seinen Alltag begleiten. Zurück daheim deaktiviert Adam die Funktion aber wieder und Viola fallen am Verhalten von Adam nach und nach ein paar Widersprüche auf. Sie wird misstrauisch – auch wegen der unnahbaren und strengen Haushaltshilfe Otilia, die Adam für Viola organisiert hat. Denn die ist eher Wachhund als Pflegerin und ihr wäre es am liebsten, wenn sich Viola gar nicht aus ihrem Zimmer bewegt. Dabei bestätigen Viola ihre Ärzte, dass sie sich durchaus bewegen darf.

Viola entdeckt eine Möglichkeit, in ihrer eingeschränkten Lage mehr über die Ungereimtheiten herauszufinden. Sie bestellt sich mehrere Standort-Tracker, mit denen sie Adam, Otilia und weitere Personen überwachen kann. Dabei bestätigen sich ihre Befürchtungen: Ihr Mann spielt seine Betroffenheit nur vor und verfolgt seine eigenen Pläne, die Viola in höchste Gefahr bringen. So viel sei verraten: Es geht um viel Geld – und auch Viola hat ein Geheimnis.

Fazit: „Das Signal“ ist kein Riesenwälzer, hat aber doch 400 Seiten. Und die verfliegen beim Lesen nur so. Denn Ursula Poznanski gelingt es, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite hochzuhalten. Ständig neue Wendungen, die einem clever durchdachten Plot folgen und immer mehr Tracker, die Viola anbringt, sorgen dafür, dass man das Buch nicht zur Seite legen will. „Das Signal“ ist ein überzeugender und zeitgemäßer Psychothriller mit technischen Tricks.

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