Chamer Zeitung

"Love and Peace" im Further Wahlkampf


Von Redaktion idowa

Furth im Wald. Knapp drei Stunden glich die Stimmung Mittwochnacht im Hotel "Zur Post" einem Pulverfass. Unwahrheit, Halbwahrheit, Lüge, Blendung...

so angriffslustig klang das Vokabular vom Rednerpult des CFW-Bürgermeister-Kandidaten Johannes Müller herab. Und das Publikum quittierte das Klagelied mit kämpferischen Beileidsbezeigungen ("die falschen Hund" ... "eingsperrt g'hörn se de"). Johannes Müller und seine CFW-Anhängerschaft befanden sich im Kampf-Modus. Und dann plötzlich ein Augenblick, der alle innehalten ließ. Ein Augenblick, der in diese Stunden des Wahlkampf-Endspurts gleich einer Friedenstaube einflatterte.

Es waren höchstens zehn Sekunden, wenn überhaupt. Für manchen mögen es aber gefühlte zehn Stunden gewesen sein. Es passierte just in dem Augenblick, als Johannes Müller seine Beweisführung von der "Jetzt red i"-Sendung Ende September 2005 beendet hatte. Als das Video sich schloss, öffnete versehentlich ein anderes, das sich ebenfalls auf dem von einem Helfer bedienten Laptop befand.

Zunächst war es dunkel auf der Beamer-Leinwand. Dann war im grünlich schummerigen Licht der Nachtsicht-Einstellung einer Videokamera ein junger Mann mit offensichtlich entblößtem Oberkörper zu sehen. Einen Wimpernschlag später richtete sich die Linse auf eine leicht bekleidete junge Frau, die gerade die Videokamera justierte, um sich gleich danach wieder dem Jüngling
im Bette zuzuwenden...

Zu mehr kamen die beiden nicht, zumindest nicht vor den Augen der knapp 60 Besucher beim CFW-Wahlabschlussabend. Schnell fand man den Knopf, der dieses überraschende mediale Intermezzo beendete. Der Stille im Gastraum folgte Schmunzeln. Die Schlachtvisiere wurden für wenige Augenblicke hochgeklappt, die verbalen Waffen gesenkt. Es herrschte Feuerpause.

Am Ende des Wahlabends, in dem es anschließend wieder heftig zur Sache ging, fühlte sich Johannes Müller genötigt, zu betonen: "Das war nicht mein Laptop!" Wäre nicht nötig gewesen, Herr Bürgermeister, wohl nicht nur ich war in diesen stürmischen Further Stunden dankbar für diese paar Sekunden von Love and Peace, Liebe und Frieden.

Th. Linsmeier