Nach dem Heimsieg gegen Schalding

Der SSV Jahn kann sich "nur noch selbst schlagen"


Marc Lais musste gegen Schalding auf der für ihn ungewohnten Rechtsverteidiger-Position ran.

Marc Lais musste gegen Schalding auf der für ihn ungewohnten Rechtsverteidiger-Position ran.

Mit dem Heimsieg gegen Schalding-Heining hat sich der SSV Jahn vor dem Saisonendspurt in eine sehr gute Ausgangslage gebracht.

Heiko Herrlich wirkte am Freitagabend nicht wie der Trainer einer Mannschaft, die gerade ihr Heimspiel mit 4:1 gewonnen und damit die Spitzenposition in der Regionalliga Bayern gefestigt hatte. Dabei hatte der SSV Jahn durch den deutlichen Erfolg gegen Kellerkind Schalding-Heining einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

"Ich war noch nie so sauer wie heute nach der ersten Halbzeit", erklärte Herrlich nach dem Spiel seine Gemütslage. Mit 1:0 hatte der Jahn geführt durch einen frühen Treffer von Markus Ziereis. Doch was danach passierte, gefiel dem Cheftrainer überhaupt nicht. Seine Spieler hätten in der Folge versucht, den ganz schwierigen Ball, den tödlichen Pass zu spielen. Von "25 bis 28 Ballverlusten" allein in der ersten Halbzeit sprach Herrlich. "Dadurch haben wir den Gegner völlig unnötig aufgebaut."

Lesen Sie hier: Ziereis ballert den Jahn zum Heimsieg gegen Schalding

"Es ist schon laut geworden in der Kabine", sagte Marc Lais nach dem Spiel über die Halbzeitansprache. "Aber der Trainer hat auf jeden Fall die richtigen Worte gefunden." So trat der Jahn in Halbzeit zwei anders auf und brachte die Partie souverän zu Ende. "Die zweite Halbzeit war dann besser", fand auch Herrlich.

Von Beginn weg ließ dabei der Jahn den Ball gut laufen, so wie es sich Herrlich schon vor der Pause gewünscht hätte. Am Ende brachte Uwe Hesse den Ball ins Zentrum, wo letztlich wieder Ziereis zur Stelle war und seinen zweiten Treffer erzielte (47.). Noch einmal Ziereis und Jann George erzielten die weiteren Treffer für den Jahn, die Gäste waren zwischenzeitlich durch Kapitän Josef Eibl erfolgreich gewesen.

Woche gibt der Mannschaft Selbstvertrauen

Hinter dem Jahn liegt nun eine Woche, die einer Berg- und Talfahrt glich. Am vergangenen Samstag konnte das so wichtige Spitzenspiel bei Wacker Burghausen mit 1:0 gewonnen werden. "Das war unser Highlight", sagt Marc Lais. Danach folgte die 1:5-Pokalpleite gegen Unterhaching und am Freitagabend die "Trotzreaktion" (Lais) gegen Schalding-Heining. "Insgesamt hat uns diese Woche viel Selbstvertrauen gegeben. Wir haben uns auch von dem schlechten Pokalspiel nicht aus der Bahn werfen lassen", fasste Torjäger Markus Ziereis zusammen, der zu seinem Dreierpack sagte: "Ich bin natürlich froh, wenn ich mit solchen Leistungen zu den Siegen der Mannschaft meinen Teil beitragen kann."

Auf der für ihn ungewohnten Rechtsverteidiger-Position musste gegen Schalding Marc Lais ran, nachdem das Experiment mit Uwe Hesse auf dieser Position gegen Unterhaching schief gegangen war. "Eine ungewohnte Position", sagte er, die er nur in der Jugend schon einmal gespielt habe. Mit seiner Leistung sei er aber "insgesamt zufrieden" gewesen. Auch vom Trainer gab es Lob: "Er hat seine Sache insgesamt gut gemacht."

Hier gibt es die Bilder vom Spiel

Zumal man auch die Gesamtsituation sehen müsse. "Im Anbetracht der Umstände ist das eine sensationelle Leistung", die Lais in den letzten Spielen gezeigt habe. Vor fünf Wochen wurde der 25-Jährige erst am Blinddarm operiert. Nach wenigen Trainingseinheiten kam er bereits bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz. In Burghausen und gegen Schalding spielte er durch. Im Pokal hätte er eigentlich eine Pause bekommen sollen, musste aufgrund der Verletzung von Marvin Knoll aber schon früh eingewechselt werden. "Der Junge läuft auf dem Zahnfleisch", sagte Herrlich. Lais selbst erklärt: "Es war jetzt schon ein bisschen viel seit der OP. Aber ich fühle mich insgesamt sehr gut."

Vollgas gegen Bayern II

Am Freitag wird Lais wieder auflaufen müssen, wenn es zum Duell bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern kommt. Zumal mit Kolja Pusch nach seiner zehnten gelben Karte ein weiterer Spieler nicht zur Verfügung stehen wird. "Jetzt gilt es, gut zu regenerieren, um dann gegen Bayern wieder Vollgas geben zu können", gibt Lais die Devise vor.

In München soll der nächste Dreier her, um die Meisterschaft möglichst schnell fix zu machen. Bei sieben Zählern Vorsprung auf Wacker Burghausen hat der Jahn vier Spieltage vor Schluss beste Aussichten auf die Teilnahme an der Relegation. "Wir sind die Gejagten. Wenn wir unsere Aufgaben erledigen, dann kann uns keiner mehr einholen", sagt Lais. Und Markus Ziereis ergänzt: "Es liegt alles in unserer Hand. Wir können uns nur noch selbst schlagen."