"Die Belastung ist immens"

Das Gesundheitsamt Straubing-Bogen im Corona-Kampf


Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt sind im Kampf gegen das Virus ganz vorn mit dabei.

Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt sind im Kampf gegen das Virus ganz vorn mit dabei.

Von Redaktion idowa

Das Gesundheitsamt Straubing/Straubing-Bogen ist seit Wochen intensiv mit dem Thema Corona beschäftigt. Leiterin Dr. Beate Biermaier erklärt in einer aktuellen Pressemeldung des Landratsamtes die Herausforderungen dieser speziellen Zeit.

Sechs Wochen nach dem ersten Coronavirus-Fall im Landkreis laufen die Einsätze langsam etwas reibungsloser, wie Biermaier erklärt: "Es stellt sich natürlich insofern schon etwas mehr Routine ein, dass mittlerweile neue Strukturen geschaffen wurden und die Abläufe etwas besser geregelt sind." Noch immer müsse man sich aber je nach Infektionslage und geänderten Vorgaben oft neu organisieren. "Außerdem sind wir immer noch dabei, unser Personal aufzustocken", fügt sie an. Was die Arbeitsbelastung angehe, werde diese ja nicht geringer, sondern eher noch immer höher

Gesundheutsamts-Leiterin Dr. Beate Biermeier bittet um "Verständnis" in unübersichtlicher Lage.

Gesundheutsamts-Leiterin Dr. Beate Biermeier bittet um "Verständnis" in unübersichtlicher Lage.

Zuständigkeiten oft unklar

Ein wichtiger Tätigkeitsbereich ist dabei das sogenannte "Kontaktpersonenmanagement", bei dem infizierte Bürger sowie deren direkte persönliche Kontakte gefunden und versorgt werden müssen, erklärt die Gesundheitsamtleiterin. Deren Zahl im Landkreis läge aktuell bei rund 1.400. Außerdem binden viele Anfragen Ressourcen des Gesundheitsamtes, für die dieses gar nicht zuständig sei. So behandle man beispielsweise keine Kranken und stelle auch keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Sehr wohl aber beobachtet die Behörde, wie sich die Infektionslage in den Alten- und Pflegeheimen entwickelt. "Außerdem sind wir ein Ansprechpartner für die Ärzte, Kliniken, Unternehmen und den Katastrophenschutz", so die Leiterin weiter.

Noch immer sei in der Bevölkerung sehr viel Verunsicherung zu spüren, stellt Beate Biermeier fest: "Zunächst einmal erleben wir ja eine völlig neuartige Krankheit, und dann ändern sich auch immer wieder die Vorgaben und Einschätzungen der Experten." So würden heute also möglicherweise unter gleichen Bedingungen andere Maßnahmen ergriffen als noch vor zwei Wochen. "Das verstehen die Leute natürlich manchmal nicht."

Keine Erfahrungswerte

Trotz der oft unübersichtlichen Lage bittet die Ärztin um Nachsicht bei Änderungen. "Das Robert-Koch-Institut und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit passen ihre Vorgaben auch immer wieder den neuesten Entwicklungen an", sagt sie. "Das ist für uns alle eine Herausforderung und die Änderungen machen es natürlich nicht unbedingt leichter." Leider könne man nun mal nicht wirklich auf gesicherte Erfahrungswerte zurückgreifen.

Dass es momentan teilweise lange dauert, bis Coronavirus-Testergebnisse vorliegen, liegt laut Biermaier "an den Kapazitäten der Labors, die jedoch inzwischen erweitert wurden." Man bemühe sich nach wie vor, Getestete so schnell wie möglich per Telefon oder - bei negativem Befund - schriftlich zu benachrichtigen.

Die Motivation ist intakt

"Die Belastung ist natürlich immens", resümmiert die Gesundheitsamts-Leiterin nach sechs Wochen Corona-Kampf. "Aber der Zusammenhalt und die Motivation bei uns sind trotzdem immer noch sehr gut, auch trotz langer Arbeitstage und häufiger Wochenenddienste." Dennoch bittet sie die Landkreis-Bürger um Verständnis, wenn manche Dinge mal nicht sofort glatt laufen: "Es ist keine einfache Aufgabe derzeit, und mit normalen Aufgaben und normalen Zeiten nicht zu vergleichen."

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