Landkreis Straubing-Bogen

Randale hinter Gittern der JVA: Häftling soll Zellen mit Fäkalien beschmiert und seine Wärter attackiert haben


Symbolfoto: Armin Weigel dpa/lby

Symbolfoto: Armin Weigel dpa/lby

Von alf

Seit mehr als fünf Jahren ist ein 33-jähriger ehemaliger Straßenkünstler ununterbrochen Insasse mehrerer Justizvollzugsanstalten und derzeit im Bezirkskrankenhaus Straubing untergebracht. Während seines Aufenthaltes in der Justizvollzugsanstalt Straubing soll er zwischen November 2012 und März 2013 sechsmal seine Zelle verwüstet und überdies in weiteren Fällen Justizvollzugsbeamte bedroht und beleidigt haben. Nun muss er sich vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

Mitte Dezember 2012 riss der Angeklagte ein Fenster seines Haftraumes aus der Verankerung, zerstörte eine Spezialmatratze und die Sanitäranlagen, beschädigte die Sitzbank und die Tischplatte und beschmierte die Wände mit Fäkalien. Eine Woche später beschmierte er in einem besonders gesicherten Haftraum den Türspion, die Wände und die Videokamera mit Toilettenpapier, das er mit Exkrementen verschmutzt hatte. Einen hinzu kommenden Beamten schüttete er den Inhalt eines mit Urin und Kot gefüllten Bechers entgegen. Weitere gleich gelagerte Fälle ereigneten sich.

Beim Verlesen der weiteren Anklagepunkte wurde der Staatsanwalt ständig durch Zwischenrufe unterbrochen. Er will den Beamten weder den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt, noch ihnen damit gedroht haben "Ich reiße euch den Kopf ab und spiele damit Fußball". Beschimpfungen wie "Nazischweine, Bullenschweine" seien nur als Reaktion auf Beleidigungen durch die Beamten gefallen. Einer der Beamten soll zu ihm gesagt haben: "Wenn Hitler noch leben würde, dann würde man dich vergasen!" Um eine vorhersehbare Konfrontation zwischen dem Angeklagten und den geladenen Vollzugsbeamten zu vermeiden, wurde dieser Teil der Anklage eingestellt.

Der Prozess wird fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte unter einer paranoiden und emotional instabilen Persönlichkeitsstörung leidet. Der Angeklagte sieht das anders: "Ich bin ein Punk, ich bin nicht paranoid!"