Zuhörmusik Rebekka Maier ist „Die Nowak“

Sängerin Nowak möchte ihren Zuschauern abwechslungsreiche Konzerte bieten: „Sie sollen wie eine Pralinenschachtel sein. Der Zuschauer greift hinein und weiß nicht, was als Nächstes kommt.“ Foto: Matthias Groher

Bissig-witzige oder nachdenklich-traurige Lieder – die Nowak kann beides. Dahinter steckt Rebekka Maier aus Sinzing in der Nähe von Regensburg. Die Musikerin hat nach zwei Bands ein Soloprojekt gestartet.

Sonntag, 15 Uhr, Kultcafé Degginger in der Regensburger Altstadt. Der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee liegt in der Luft. Leute gehen ein und aus, bestellen Kuchen, unterhalten sich leise oder hören zu. Sie lauschen der Musik der Nowak, die an diesem Nachmittag am Flügel sitzt, eigene Songs singt oder covert.

Eigentlich ist Rebekka Maier alias die Nowak gelernte Erzieherin. „Ich arbeite aber nur noch halbtags“, verrät sie. Einen Großteil ihres Lebensunterhalts sichern ihr ihre Auftritte. Das beweist ein Blick in ihren vollen Terminkalender: Nach ihrem Konzert bei Kaffee und Kuchen wird sie nach Landshut fahren. Dort spielt sie am Abend einen Gig mit der Band „Pam Pam Ida“. Ansonsten trifft man die Sängerin häufig auf Song Slams, Poetry Slams oder unter ihrem bürgerlichen Namen auf Hochzeiten, Trauerfeiern und Taufen.

Alleine auf der Bühne stand Rebekka nicht immer. Mit ihren Bands „24indigo“ und „Cato Janko“ hat sie viele Erfahrungen gesammelt. Vor allem das Ende von „Cato Janko“ bedauert sie sehr. „Mein Bandpartner Clemens ist weggezogen, deshalb klappt es nicht mehr mit Proben und Auftritten“, erzählt sie. Das ist auch der Grund, warum Rebekka sich vor einem Jahr mit ihrem Soloprojekt die Nowak neu erfunden hat.

Liebe und Weltschmerz, bissig und nachdenklich

Auf der Bühne spielt sie Lieder mit Aussage, alle im Stil französischer Chansons (siehe Kasten). Ihre Texte handeln von Liebe, Weltschmerz, vom Alltag oder von den Schwierigkeiten des Lebens. Dabei können sie bissig sein – wie im Lied „Mein Bester“. „Darin rechne ich mit einer vergangenen Beziehung ab. Ich will aber auf keinen Fall jemanden an den Pranger stellen. Das Lied ist eine Mischung aus Erlebtem und Fiktion“, sagt sie. Die Nowak kann aber auch tieftraurig und nachdenklich. „Norderney“ ist ein Lied, das sie als Tagebucheintrag beschreibt: „Es entstand auf einer Kur. Ich steckte zu der Zeit in einer Krise.“

„Zu Poetry Slams kommen die Leute und hören einfach zu“

Die Mischung aus lustig-bissig und traurig-ernst ist der Musikerin wichtig. „Ich will, dass meine Konzerte abwechslungsreich sind. Sie sollen wie eine Pralinenschachtel sein. Der Zuschauer greift hinein und weiß nicht, was als Nächstes kommt“, erklärt die Nowak. Wichtig ist ihr auch die Botschaft ihrer Songs. „Ich recherchiere sehr viel, bevor ich ein Lied fertigstelle“, sagt sie. Für ihr Lied „Der Schottergärtner“ habe sie drei Wochen lang Infos gesammelt. Angefangen hat alles mit einem Bild auf Facebook, das einen Steingarten gezeigt hat, aus dem jegliches Grün verbannt wurde. Die Botschaft ihrer Texte ist auch der Grund, warum die Nowak so gerne auf Poetry Slams spielt. „Hier kommen die Leute und hören einfach zu. Sie reden nebenbei nicht, wie das bei richtigen Konzerten der Fall ist. Sie hören zu und schätzen den Text“, erklärt Rebekka. „Das wird meiner Musik gerecht, weil ich richtige Zuhörmusik mache.“

Neben den Konzerten arbeitet Rebekka an ihrer ersten Platte als die Nowak, die im nächsten Jahr erscheinen soll. Verraten kann sie bislang, dass die Lieder auf der CD nicht wie üblich nur ihre Stimme mit Klaviermelodien kombinieren. „Ich probiere soundtechnisch viel aus.“ Bis es so weit ist, verkauft Rebekka selbstgebrannte CDs bei ihren Auftritten. Dafür kann jeder so viel bezahlen, wie er will – so auch an diesem Nachmittag im Café Degginger.

Die Nowak kündigt ihr letztes Lied an: „Bevor ich zum Abschluss nochmal singe, muss ich betonen: Es ist ein unglaubliches Gefühl, auf diesem hundert Jahre alten Steinway-Flügel zu spielen. Ich komme jetzt auf jeden Fall öfters her.“ Sie fängt an zu spielen, wippt mit ihrem Kopf im Takt der Musik und singt ein letztes Mal an diesem Tag eine Botschaft ins Mikrofon.

 
 

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