Zu Gast in Kaiserslautern Der Jahn und der Pokal: Versöhnung am Betzenberg?

Oliver Hein (vorne) und der SSV Jahn Regensburg starten mit dem Pokalspiel in Kaiserslautern ins neue Pflichtspieljahr. Foto: imago

Der SSV Jahn Regensburg und der DFB-Pokal waren in der Vergangenheit nicht die besten Freunde. Zuletzt war zweimal in Runde eins Schluss. Die Regensburger würden sich am Sonntag in Kaiserslautern nur allzu gerne mit dem Wettbewerb versöhnen.

Es ist wieder soweit! Die Vorbereitung ist vorbei und für den SSV Jahn Regensburg geht es wieder richtig los. Das freut auch Jahn-Cheftrainer Mersad Selimbegovic, der froh ist, dass "die Vorbereitung zu Ende geht". Auf den Jahn wartet mit dem 1. FC Kaiserslautern ein namhafter Traditionsverein und ein trotz finanzieller Schwierigkeiten ambitionierter Drittligist in Runde eins des DFB-Pokals. "Wir freuen uns, dass wir im Pokal mit Kaiserslautern gleich einen Kracher haben", blickt Selimbegovic voraus und spricht von einer "sehr interessanten Aufgabe" gegen einen "großen Klub mit großer Tradition und Ambition."

Der Jahn-Trainer erwartet ein "sehr umkämpftes und intensives" Pokalspiel. Anders als in den Jahren zuvor, als der Jahn mit zwei Zweitliga-Spieltagen startete, ist dieses Mal die Pokalbegegnung das erste Pflichtspiel der Saison. Und der Jahn will endlich wieder mal in Runde zwei, nachdem in den beiden Vorjahren jeweils nach einem Spiel Schluss war. 2018 bei Chemie Leipzig, vergangenes Jahr beim späteren Halbfinalisten Saarbrücken.

Dass es kaum aktuelles Bildmaterial vom Gegner gibt, erschwerte die Vorbereitung auf Kaiserslautern ein wenig. "Es gibt nur Material vom letzten Jahr, aber es ist der gleiche Trainer und das Gros der Mannschaft ist geblieben", so Selimbegovic. Man erwarte eine "sehr kompakte Mannschaft, die Fußball spielen will". Der Jahn-Trainer geht davon aus, dass der Gegner im letzten Drittel viel mit steilen Pässen spielen will, damit "sie schnell in unseren Rücken kommen."

Können Stolze und Saller spielen?

Definitiv fehlen werden am Sonntag Jann George (Oberschenkelverletzung), Niklas Beste (muskuläre Probleme im Oberschenkel), Florian Heister (muskuläre Probleme im Oberschenkel) und Scott Kenedy (muskuläre Probleme Adduktoren). Sebastian Stolze und der neu ernannte Vize-Kapitän Benedikt Saller waren laut Selimbegovic beim Teamtraining am Freitag mit von der Partie. Ob es bei den beiden für einen Einsatz am Betzenberg reicht, sei noch unklar. Bei Saller, der im ersten Testspiel zunächst nur geschont wurde, dann aber die komplette Vorbereitung fehlt, ging Selimbegovic auch näher auf die Hintergründe ein: "Es gab eine Rückenproblematik, ein Nerv war gereizt, der immer wieder ein falsches Signal an die Muskeln gesendet hat und sich bei bestimmten Belastungen oder Bewegungen immer wieder gemeldet hat. Das ist immer eine komplizierte Sache, aber ich glaube dass unsere Ärzte- und Physio-Teams das behoben haben."

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Selimbegovic muss außerdem auf den gesperrten Max Besuschkow verzichten. Ob für ihn bereits Christoph Moritz bei seinem Ex-Verein von Beginn an auflaufen kann, ließ der Jahn-Coach offen. Die Alternative für die linke Abwehrseite dürfte aufgrund der Verletzungen von Heister und Beste nun Erik Wekesser sein, der die Position in der Vorbereitung öfters gespielt hat. "Das ist eine mögliche Lösung", bestätigte Selimbegovic, sagte aber auch: "Es ist noch nichts fest entschieden."

Mit der Vorbereitung ist der Jahn-Trainer im Großen und Ganzen zufrieden: "Das Einzige, worüber ich meckern kann, sind die vielen Verletzungen." Die Neuzugänge hätten sich sehr schnell integriert und die Mannschaft sei in der Lage sich an verschiedene taktische Anforderungen anzupassen. Die Mannschaft könne aus der gewohnten 4-2-2-2-Anordnung auch mal auf ein 4-2-1-3 oder 4-1-3-2 switchen. Positiv findet Selimbegovic auch, “dass wir über 90 Minuten hinweg schon marschieren können." Das hätte sich vom ersten Testspiel an schon so entwickelt und macht den Coach für das DFB-Pokal-Spiel zuversichtlich.

Geld nicht als Motivation

Auch aus finanzieller Hinsicht wäre ein Weiterkommen für den SSV Jahn sehr lukrativ und wertvoll. Für die Teilnahme an der 1. Hauptrunde erhält der Jahn bereits 137.000 Euro – bei einem Weiterkommen würde es nochmal mehr geben. Geld, das gerade in Corona-Zeiten jeder Club gut brauchen kann. Wie viel genau es für das Erreichen der zweiten Runde gibt, ist allerdings noch nicht klar.

Selimbegovic und seine Spieler machen sich darüber aber ohnehin keine Gedanken. "Bei uns auf dem Trainingsplatz ist Geld kein Thema." Man sehe das Geld höchstens als Chance, es dürfe aber laut Selimbegovic keine Motivation für einen Fußballer sein. "Wir wollen unbedingt gewinnen und weiterkommen - für uns und unsere Fans."

 

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