Wetter Gewitter-Wochenende bringt Starkregen und Chaos

Heftige Regenfälle haben Straßen im Taunus überflutet. Foto: Jan Eifert/dpa/dpa

Autofahrer müssen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden, ein Hauptbahnhof läuft voll und ein Arbeiter verunglückt tödlich. Über Deutschland ziehen Unwetter - und es könnte weitere geben.

Berlin - Blitze schlugen ein, Starkregen flutete Keller und Unterführungen, Autos wurden weggeschwemmt: In vielen Orten Deutschlands haben Unwetter am Wochenende immense Schäden verursacht.

Schlimm betroffen war der Ortsteil Mosbach in der thüringischen Gemeinde Wutha-Farnroda, wo am Freitagabend eine Flutwelle kniehoch durch den Ort geströmt war und Häuser, Gärten und Garagen geflutet hatte. Mehrere Autos wurden weggeschwemmt, aus drei davon mussten Menschen befreit werden. Der Bürgermeister rechnete mit Schäden in Millionenhöhe, bei einem Gebäude wurde ein Teilabsturz durch einen Hangrutsch befürchtet.

Auch in Hennef in Nordrhein-Westfalen kam es nach einem Unwetter am Freitagabend zu Hangrutschungen. Ein Auto wurde in einen Bach gespült, das Gelände eines Schwimmbads mit Schlamm und Geröll bedeckt, eine durch den Wald verlaufende Straße an einer Seite nahezu komplett unterspült.

Am Stuttgarter Hbf stand das Wasser 30 Zentimeter hoch

In Laatzen bei Hannover holte die Feuerwehr am Samstag eine Seniorin aus einer überfluteten Fußgänger-Unterführung. Die 82-Jährige war zusammen mit acht Jugendlichen von etwa 30 Zentimeter hoch stehendem Wasser eingeschlossen. Feuerwehrleute trugen die Rentnerin ins Freie. Auch am Hauptbahnhof in Stuttgart stand das Wasser zeitweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

In der Stadt starb zudem ein 65-Jähriger, als am Freitag auf einer Baustelle ein unterspültes Gerüst mehrere Arbeiter mit sich riss. In Düsseldorf wurde eine Zwölfjährige schwer verletzt, nachdem ein Blitz am Freitagabend nahe ihrer Radfahrer-Gruppe eingeschlagen hatte. Das Mädchen erlitt vermutlich einen Stromschlag und stürzte auf die Straße, wo es von einem Auto erfasst wurde.

Im Zwickauer Land in Sachsen wurde eine Straßenunterführung unter der Autobahn 4 geflutet. "Ein Auto stand bis zur Oberkante im Wasser und musste abgeschleppt werden", teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Auch eine Unterführung an einer Abfahrt der Bundesstraße 93 musste wegen meterhoher Wassermassen gesperrt werden.

In vielen Orten musste die Feuerwehr binnen kurzer Zeit etliche Male ausrücken. Allein in Osthessen gab es Hunderte Einsätze - im Landkreis Fulda im Laufe des Samstagnachmittags schon 330. Dabei ging es vor allem um überflutete Straßen, herausgedrückte Gullydeckel und vollgelaufene Keller.

Viele wetterbedingte Verkehrsunfälle

Auf den Autobahnen rund um Fulda ereigneten sich zudem vier Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Auch in anderen Regionen Deutschlands kam es zu zahlreichen wetterbedingten Verkehrsunfällen. Die meisten verliefen glimpflich.

Ein Gewitter hatte auch Folgen für einen RTL-Livestream. Eigentlich wollten die No Angels am Freitagabend dort über ihre Zukunft als Girlgroup sprechen. Doch ein heftiges Gewitter machte den Frauen einen Strich durch die Rechnung - das Interview wurde unterbrochen.

"Bei einem so großen Unwetter kann es schon mal vorkommen, dass die Verbindung der Zellen nicht mehr funktioniert", erklärte ein Techniker auf der Website des Kölner Senders. "Genau das war heute das Problem, zu viele Zellen waren nicht mehr miteinander verbunden und unsere Sendung konnten wir nicht komplett live übertragen." Später wurde das Interview dann noch auf rtl.de eingestellt.

Zum Start in die neue Woche soll es laut Wetterdienst DWD weiter warm bleiben, in der Mitte und im Süden Deutschlands können erneut Unwetter niedergehen. Erst für Mittwoch stellen die Meteorologen eine Wetterberuhigung in Aussicht.

© dpa-infocom, dpa:210605-99-873234/3

 

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