Volleyball Rote Raben: Eine Niederlage die Mut macht

Die Roten Raben haben mit 0:3 in Schwerin verloren. Foto: Rote Raben

Die Roten Raben verlieren 0:3 in Schwerin - und nehmen dennoch Mut mit für die kommenden Aufgaben.

Diese Leistung macht Lust auf mehr – und Mut für die nächsten Wochen und Monate: Zwar verloren die Roten Raben ihr Auswärtsspiel beim amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin mit 0:3, sie traten der besten deutschen Mannschaft, die ihren siebten Sieg im siebten Saisonspiel feierte, jedoch in allen drei Sätzen (23:25, 21:25, 23:25) auf Augenhöhe entgegen. „Wir mussten heute 120 Prozent geben“, staunte Schwerins MVP Kimberly Drewniok (21 Punkte) nach dem Spiel im Interview auf Sport1.

Raben-Cheftrainer Timo Lippuner gab zu verstehen, dass er mit dieser Art von Niederlage gut leben könne: „Dieser Auftritt hat mir sehr gut gefallen. Wir waren vor allem im Angriff viel, viel besser als in den anderen Auswärtsspielen. Am Ende haben kleine Fehler von uns und die individuelle Qualität beim Gegner den Unterschied gemacht.“ Ein Sonderlob gab es vom Coach für Vanessa Agbortabi, mit 14 Zählern beste Scorerin und MVP bei den Gästen: „Sie hat heute mit ganz viel Power gespielt – Hut ab!“

Im Vergleich zur letzten Partie gegen den VCO Berlin nahm der Schweizer eine Änderung in der Starting Six vor: Anstelle von Eszter Nagy begann diesmal Jennifer Pettke im Mittelblock. Ansonsten sahen die Fans in der Palmberg-Arena und an den TV-Geräten bei der Live-Übertragung von Sport1 das bewährte Vilsbiburger Personal: Laura Künzler und Vanessa Agbortabi im Außenangriff, Iris Scholten auf Diagonal, Leonie Schwertmann als weitere Mittelblockerin, Ilka Van de Vyver auf der Zuspielposition sowie Myrthe Schoot als Libera. Daria Przybylak und Annika Kummer fehlten verletzungsbedingt.

Gegenteil von einseitig

Wie sehr das Vilsbiburger Team die Ansage des Trainers, besser zu spielen als viereinhalb Wochen zuvor beim schmucklosen 0:3 im Pokal-Achtelfinale an gleicher Stelle, verinnerlicht hatte, wurde sofort klar. Der erste Satz war das glatte Gegenteil einer einseitigen Angelegenheit, das Spiel wogte hin und her, mehrmals wechselte die Führung. Imponierend der offensive Mut und bewundernswert die kämpferische Entschlossenheit, mit der die Gäste das Beste aus der Underdog-Situation in der Höhle des Löwen vor 1.788 Zuschauern in der Palmberg-Arena machten. Bei 8:7 hatten die Raben die Nase knapp vorn, später hieß es 13:17, dann jedoch 21:19. Das 23:25 am Ende war genau so hauchdünn wie es sich liest.

Auch im zweiten Abschnitt blühten die Lippuner-Schützlinge in ihrer Außenseiterrolle geradezu auf. Von einem 4:10 ließen sie sich nicht beeindrucken, waren bei 11:12 wieder dran und bei 14:16 weiterhin gut im Geschäft. Auf der Zielgeraden des Satzes zog das Starensemble von SSC- und Bundestrainer Felix Koslowski auf vier Punkte und 21:25 davon. Aber nach wie vor war es beeindruckend, wie sich Vilsbiburg präsentierte: Die Mischung aus taktischer Präzision, spielerischer Klasse und leidenschaftlicher Hingabe verdiente jetzt schon das Prädikat „beste Saisonleistung“.

Daran änderte sich auch im dritten Durchgang nichts. Bei 8:17 warfen die Raben keineswegs die Flinte ins Korn, sondern kamen flugs auf 14:17 und nach Abwehr von drei Matchbällen sogar auf 23:24 heran. Ein Satzgewinn blieb den Gästen aber verwehrt, McKenzie Adams verwandelte nach anderthalb Stunden den vierten Matchball für Schwerin zum 25:23 und 3:0.

 
 

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