Weg von der Straße - rauf auf das Gleis oder das Wasser: Bei der Verkehrswende setzt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auch auf Schiff und Bahn. Schaffen will er den Umschwung mit massiven Investitionen in die Infrastruktur, erklärt der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende im Interview mit unserer Redaktion am Dienstag in Straubing. Bei der Entwicklung von alternativen Kraftstoffen und Antrieben sieht der 46-Jährige Niederbayern in einer Vorreiterrolle.

Herr Scheuer, Sie haben gesagt: Mithilfe von Wasserstoff und Elektromobilität soll Niederbayern das Automobil-Industriezentrum Europas werden. Sehen Sie die Region diesbezüglich auf einem guten Weg?

Andreas Scheuer: Alternative Antriebe und Kraftstoffe sind der Treibstoff für den Wohlstand für die nächste Generation. Allein bei meinem Besuch bei dem Unternehmen Clariant habe ich wieder gesehen, wie viel Dynamik es in Unternehmen und in der Wissenschaft dazu gibt. Deshalb fördern wir auch mit rund 640 Millionen Euro saubere Kraftstoffe. Ich hoffe sehr, dass wir noch in diesem Jahr ein Signal nach Straubing geben können, dass ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag als Förderung kommt. Denn die neuen Kraftstoffe sind eine gute Möglichkeit, eine nächste Erfolgsgeschichte für Niederbayern zu schreiben, made in Straubing. Offen ist auch noch mit Blick auf den Landshuter Bereich das Thema Wasserstoff-Innovations- und Technologiezentrum. Wir werden noch im August eine Standortentscheidung treffen. Also gute Voraussetzungen für alternative Antriebe und Kraftstoffe aus Niederbayern.

Wie sind die Chancen von Pfeffenhausen auf den Zuschlag für ein nationales Wasserstoff-Zentrum?

Scheuer: Die Region ist schon HyLand-Region - eine von drei zum Thema Wasserstoff in ganz Deutschland. Deswegen hat man dort die benötigte Expertise. Eines kann ich verraten: Pfeffenhausen, Niederbayern, ist gut auf Wasserstoff vorbereitet. Die Standortentscheidung wird wahrscheinlich noch im August erfolgen.

"Die Westanbindung ist für den Straubinger Hafen am bedeutendsten"

Stichwort: Industriezentrum Europa. Welche Rolle könnte der Straubinger Hafen in diesem Zusammenhang übernehmen?