Vergleich der Fantasy-Serien „Ringe der Macht“ vs. „House of the Dragon“: Was ist besser?

„Ringe der Macht“ adaptiert lose die Geschichten, die der Autor J. R. R. Tolkien aufgeschrieben hat. Galadriel (gespielt von Morfydd Clark) zum Beispiel wird in der Serie definitiv anders als in der Vorlage. Foto: Courtesy of Prime Video

Fantasyfans haben es gut in diesem Herbst, denn mit „Herr der Ringe: Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“ kämpfen gleich zwei große Serien um ihre Gunst. Aber welche ist die bessere?

Darum geht’s: Von der Story her könnten „Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“ nicht weiter voneinander entfernt sein. „Ringe der Macht“ beschreibt das Zweite Zeitalter in J. R. R. Tolkiens Mittelerde. Also die Zeit, in der Oberbösewicht Sauron die legendären Ringe geschmiedet hat, dunkle Kreaturen erwachen und die größte Zivilisation der damaligen Zeit im Meer versinkt.

„House of the Dragon“ erzählt von einem Thronfolgekrieg im Land Westeros und davon, wie dieser Bürgerkrieg die regierende Familie der Targaryens an den Rand der Zerstörung bringt. Beide Serien haben aber auch etwas gemeinsam: Sie sind Prequels zu großen, epischen Geschichten, die aber durchaus durchwachsen geendet haben. Weder das Ende „Game of Thrones“ noch die „Hobbit“-Filme aus dem „Herr der Ringe“-Universum kamen bei den Fans sonderlich gut an. Entsprechend groß waren die Erwartungen und Hoffnungen für beide Serien.

Der Trailer zu „Ringe der Macht“:

Ausstattung und Soundtrack: Hier hat „Ringe der Macht“ eindeutig die Nase vorn, schließlich gilt die Serie als die teuerste aller Zeiten. Gerade in den ersten Folgen überschlagen sich die Serienmacher deshalb mit kinoreifen Szenen und Gänsehaut-Bildern. Der Soundtrack ist die ganze Serie durch phänomenal.

„House of the Dragon“ hat weniger Budget, nutzt das aber gut aus. Die Drachen, mit denen im Vorfeld so viel Werbung gemacht wurde, tauchen selten auf, sind dann aber sehr effektiv in Szene gesetzt. Nur die weißhaarigen Perücken, die viele der Hauptcharaktere tragen, sind gewöhnungsbedürftig.

Der Trailer zu „House of the Dragon“:

Die Altersfreigabe: Hier unterscheiden sich „Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“ drastisch. „Ringe der Macht“ ist zwar stellenweise sehr düster, bleibt aber trotz allem familienfreundlich. Auch Hoffnung ist ein großes Thema der Geschichte, es wird also nie zu zynisch. Gerechtfertigt ist deshalb die Altersfreigabe ab zwölf.

„House of the Dragon“ bedient sich dagegen ganz beim Vorbild „Game of Thrones“: Gliedmaßen werden abgehackt, Augen ausgestochen, es gibt viel Nacktheit und im Laufe der Folgen sind die Charaktere zu immer größeren Gräueltaten bereit. Die FSK hat die Serie ab 16 freigegeben, was aber schon hart an der Grenze ist.

Fazit: Eigentlich ist es unfair, „Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“ zu vergleichen. Denn obwohl beide Serien Fantasy sind, haben sie nur sehr wenig gemeinsam und sprechen letztlich unterschiedliche Zielgruppen an. „Ringe der Macht“ ist familienfreundlicher, „House of the Dragon“ anspruchsvoller, „Ringe der Macht“ bietet zeitlose, epische Fantasy, „House of the Dragon“ einen finsteren Thronfolgekrieg voller spannender Charaktere.

Die Figuren sind es auch, die „House of the Dragon“ letztlich zur besseren Serie machen. Ganz einfach, weil man mit ihnen viel besser mitfühlen kann. Das heißt aber nicht, dass „Ringe der Macht“ schlecht ist.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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