Ungleiche Verteilung an Impfstoffen? Passau impft, das Rottal kämpft

Eine Mitarbeiterin in einem Impfzentrum zieht mit einer Kanüle das Vakzin aus einer Glasampulle auf. Foto: Frank Molter

Während man in Passau die Impfleistung immer weiter beschleunigen kann, beschwert sich Michael Fahmüller, Landrat des Landkreises Rottal-Inn, darüber, bei Sonderzuweisungen übergangen worden zu sein. Nach seinem Brandbrief an Gesundheitsminister Klaus Holetschek wendet er sich nun an Ministerpräsident Markus Söder.

Die Stadt Passau erhielt in der Vergangenheit Sonderzuweisungen an Impfstoffen und konnte bei der Immunisierung ihrer Einwohner große Fortschritte machen. Immer wieder war vom "Impfwunder" zu lesen. Allein im April sind 13.000 Impfdosen verabreicht worden.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper fasst das Geschehen zusammen: „Bei den durchgeführten 13.000 Impfungen im April handelt es sich um eine sehr stattliche Zahl, die nach wie vor von der ungebrochenen Impfbereitschaft der Passauer Bevölkerung zeugt. Wir hoffen, dass auch in Zukunft ausreichend Impfstoff geliefert wird, damit diese Entwicklung erhalten bleibt. Wobei ich nicht verhehle, dass im Impfzentrum Kapazitäten für weit mehr Impfungen bestehen würden."

Dabei hat die Stadt ehrgeizige Ziele: "Die Aufgabe der nächsten Wochen ist es, das Impftempo beizubehalten, so dass bis Ende Mai 60 bis 65 Prozent der Passauerinnen und Passauer geimpft sein können." so Jürgen Dupper weiter. Die zweite große Aufgabe bestehe darin, die immer mehr werdenden Zweitimpfungen zu verabreichen. Alleine nächste Woche würden im Impfzentrum rund 3.000 Zweitimpfungen vorgenommen. "Wiederholt möchte ich alle dazu animieren, sich gegen das Corona Virus impfen zu lassen. Nur wenn sich die große Mehrheit der Bevölkerung impfen lässt, besteht die Möglichkeit, dass wir im Laufe des Jahres wieder einigermaßen unser gewohntes Leben zurückerhalten."

Völlig anderes Bild im Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn weiß man durchaus um diese hohe Bedeutung der Impfungen. Jedoch scheint es schwierig zu sein, ausreichend Impfstoffe zu organisieren.

„Wir lassen nicht locker!“ So lautet eine jüngste Pressemitteilung des dortigen Landrats Michael Fahmüller. Nach seinem "Brandbrief" an Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte der Landkreis eine Sonderzuteilung an Impfstoffen erhalten. 

„Es ist nun an der Zeit, unsere Forderung nach mehr und vor allem adäquat beziehungsweise an der jeweiligen Infektionslage orientiert verteiltem Impfstoff noch lauter zu machen. Wir hier in Rottal-Inn, wir als Grenzlandkreis brauchen Unterstützung – und zwar mit Blick auf das Infektionsgeschehen vor Ort jetzt“, betont Landrat Michael Fahmüller. Bereits seit zwei Wochen steht er daher wieder im Austausch mit dem Gesundheitsminister. 

Da der Landkreis Rottal-Inn Ende April mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 300 wieder Hotspot Nummer eins in ganz Bayern war und deutschlandweit auf Platz fünf lag, steht Landrat Michael Fahmüller nun zudem in Kontakt mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder. Hierfür liefert er auch eine Begründung. "Jetzt, wo wir aufgrund der derzeitigen Infektionslage so dringend mehr Impfdosen bräuchten, gibt es keine. Ich hoffe, dass unser Landkreis nun zum Ausgleich ebenso mit Sonderkontingenten bedacht wird, wie es bereits in Nachbarlandkreisen der Fall war. Nur so können wir die Impfbenachteiligung aufholen“, so Fahmüller.

Die Kapazitäten des Impfzentrums Rottal-Inn sind mangels Impfstoffverfügbarkeit längst nicht ausgeschöpft. Die Auslastung liegt aktuell bei lediglich 20 Prozent.

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