TSV 1860 1860-Rumpftruppe startet in Training - Interimspräsidium ernannt

Die Münchner "Löwen" starteten am Montag in die Vorbereitung auf die neue Saison. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem Beben in der Vereinsspitze samt Rücktritt des Präsidiums soll es beim Chaosclub 1860 München wieder um Fußball gehen - zum Trainingsstart an der Grünwalder Straße stand am Montag aber weiter die ungewisse Zukunft im Fokus. "So wie es aussieht, sind wir handlungsfähig", meinte Trainer Torsten Fröhling, ehe er eine Rumpftruppe von nur 16 Spielern auf den Platz schickte. "Jetzt wollen wir vernünftig arbeiten, denn so viel Zeit haben wir nicht mehr."

Noch keine Neuzugänge

Fast ein Dutzend Profis fehlten dem nur haarscharf am Absturz in die 3. Liga vorbeigeschrammten Traditionsverein noch verletzt oder wegen verlängerter Urlaube, nach Neuzugängen hielten rund 300 Schaulustige vergebens Ausschau. Zu allem Überfluss ist offen, ob Stürmer Bobby Wood nach seiner Rückkehr aus Aue überhaupt für den TSV spielen will.

Immerhin konnten die Münchner nach den etlichen Hiobsbotschaften des Wochenendes noch etwas Positives vermelden: Drei Tage nach dem Rücktritt des dreiköpfigen Präsidiums um Gerhard Mayrhofer ernannte der Verwaltungsrat Siegfried Schneider zum Interimspräsidenten und Karl-Christian Bay zum Stellvertreter. So sei die Handlungsfähigkeit gewährleistet, hieß es am Montag. Schneider und Bay werden den Verein im Aufsichtsrat und im Beirat des Zweitligisten vertreten, quasi als Gegenpole zur Investorenseite um Geldgeber Hasan Ismaik. Für den 12. Juli wird das Übergangspräsidium zu einer Mitgliederversammlung laden.

Dann werden Fröhling und sein Team im Trainingslager in Österreich sein - was dem Coach nur recht sein dürfte. Die Machtspiele an der Vereinsspitze haben 1860 in den vergangenen Tagen regelrecht gelähmt, nun steht vor allem Geschäftsführer Gerhard Poschner unter Druck.

Verstärkung für jeden Mannschaftsteil gesucht

"Dass der Kader noch ergänzt und verbessert werden muss, wissen wir", sagte der Ex-Profi, der ein halbes Dutzend Neuzugänge nach München locken will. "Wir wollen für jeden Mannschaftsteil ein bis zwei Spieler holen", sagte er. Medienberichten zufolge ist der TSV auch an Zweitliga-Toptorjäger Rouwen Hennings vom Karlsruher SC interessiert.

Viele Fehlgriffe kann sich Poschner nicht mehr leisten. Die Prognose für die kommende Spielzeit fällt im Gegensatz zu den vorigen Jahren - also noch von einer Rückkehr in die Bundesliga fantasiert wurde - bescheiden aus. Das Ziel sei ein Platz im Tabellenmittelfeld. "Wir wollen eine ruhigere Saison spielen als zuletzt", sagte Fröhling. Bei 1860 München wird in jüngster Zeit Ruhe schon als Erfolg gewertet.

 
 
 

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