Torwahnsinn im Derby Gnadenloser Auftritt: Knallharte Tigers watschen Augsburg ab

Den Augsburgern ließen die Tigers keine Chance und gewannen mit 7:2. Foto: fotostyle-schindler.de

Die sogenannte Crunchtime der DEL-Saison ist inzwischen erreicht. Für die Straubing Tigers geht es um jedes Tor, jeden Sieg und jeden Punkt. Da käme ein souveräner Derbysieg gegen Augsburg am Pulverturm natürlich mehr als gelegen. Und soviel sei verraten: Tore gab es satt.

"Unser Start war alles andere als optimal", stellte Gasttrainer Mike Stewart nach dem Spiel nüchtern fest. "Wir haben im zweiten Drittel viele Fehler gemacht, die Straubing gut ausgenutzt hat. Am Ende haben meine Jungs zwar nochmal Moral gezeigt, aber insgesamt waren die Tigers hungriger." Mitchell war zwar zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, hatte aber auch einen kleinen Kritikpunkt: "Wir haben eigentlich zu viele unnötige Strafzeiten kassiert. Trotzdem sind die Punkte da und diesen Schwung müssen wir gegen Krefeld jetzt mitnehmen, die heute auch sechsmal getroffen haben", beurteilt Mitchell die Partie.

Dieser hatte am Vortag davor gewarnt, früh in Rückstand zu geraten. Das schien bei seinen Jungs angekommen zu sein, die sofort das Augsburger Drittel belagerten. Getragen von den Fans, die durchgehend „Auf geht's Straubing, schieß ein Tor“ skandierten wartete Ryan Bayda nach zwei Minuten mit den ersten zwei Schüssen auf. Wenig später waren die Hausherren bei einem chaotischen Hick-Hack vor dem Kasten der Gäste dann ganz nah dran, an der Führung. So auch im anschließenden Powerplay, als Bayda mustergültig freigespielt wurde und aus kürzester Distanz verzog. Nach knapp zehn Minuten war auch Matt Climie das erste Mal gefordert und machte seinen Job gut.

Trotzdem war es weiterhin der Augsburger Goalie Benjamin Meisner, der bislang mehr liefern musste. Die nächste Gelegenheit der Tigers gehörte Maury Edwards, der jedoch auch keinen Weg an Meisner vorbeifand. Als es vor Climie zum zweiten Mal kritisch wurde, kassierte dieser eine Zeitstrafe wegen Beinstellens, die Mike Connolly für ihn absaß. Bedingt durch die ständig wechselnden Überzahlsituationen fanden die Panther etwas besser ins Spiel, konnten den folgenden klugen Konter der Tigers aber nicht verhindern. Frisch von der Strafbank lief Connolly direkt in den freien Raum auf Meisner zu, bekam den Steilpass und hatte das Auge für den mitgelaufenen Sean O 'Connor, der im Nachschuss zum 1:0 traf. Einmal musste Augsburgs Schlussmann danach noch glänzend parieren, bevor das erste Drittel beendet war.

Das 1:0 nichts weiter als ein Vorgeschmack

Weiterhin aufgeweckt kamen die Straubinger aus der Kabine und legten gleich den zweiten Treffer des Abends nach. Eine gewisse Parallele zum ersten Tor war der Situation nicht abzusprechen. Wieder war es Connolly, der den Impuls setzte und den Konter einleitete. Er legte auch wieder auf Sean O'Connor, der jedoch diesmal zu weit weg war und deshalb Austin Madaisky bediente – 2:0. Es blieb also dabei: Die Tigers nutzten ihre Chancen und produzierten vor allem wenig eigene Fehler. Somit kamen die Gäste überhaupt nicht zur Entfaltung. Bei Straubing klappte jetzt fast alles. Mit hoher Pucksicherheit erspielten sie sich Chancen am Fließband.

Nach insgesamt knapp dreißig Minuten wurden sie dafür abermals belohnt. Sandro Schönberger vollendete auf Zuspiel von Dylan Yeo. Meisner sah zwar nicht gut aus, wurde von seiner Defense inzwischen aber auch immer mehr im Stich gelassen, die zunehmend verunsichert wirkte. Das vierte Tor der Tigers war ihm dann schon eher in die Schuhe zu schieben. Yeo auf Madaisky, der wieder eiskalt und jetzt sogar durch die Hosenträger von Meisner netzte. Die logische Konsequenz: Der Arbeitstag des Augsburgers war vorzeitig beendete und er machte Platz für Kollege Jeff Deslauriers.

 

Was für ein Sieg unserer Jungs gegen die Panther. Die Straubing Tigers gewinnen deutlich mit 7 zu 2 gegen die Augsburger...

Posted by Straubing Tigers on  Freitag, 22. Januar 2016

„Wenn der Madaisky zweimal darf, will ich auch nochmal“, schien sich Sandro Schönberger gedacht zu haben und setzte seinen Plan auch gleich in die Tat um. Wieder aus eher größerer Distanz ließ er diesmal Deslauriers alt aussehen und markierte das 5:0. Augsburg hingegen konnte kaum Druck machen und fing sich prompt die nächste Bude. Wer noch nicht hatte, durfte auch noch – in diesem Fall Toptorschütze Steven Zalewski. Rotzfrech stibitzte er Deslauriers die Scheibe, als dieser überhaupt nicht aufpasste, umrundete das Tor und schob ein. Schon jetzt hatte es den Augsburger Torwart fast noch härter erwischt, als seinen Vorgänger. Zwei Minuten später kam es mit dem 7:0 dann noch dicker. Auch Thomas Brandl bekam noch seine Chance und verwandelte, als würde er im Training auf das leere Tor schießen.

Augsburg nach zwei Dritteln am Ende

Da defensives Rückzugsverhalten bei einem Rückstand von sieben Toren wenig Sinn macht, agierten die Panther im Schlussabschnitt sehr offen, um das Ergebnis vielleicht noch ein bisschen erträglicher zu gestalten. An einen Auswärtssieg glaubte wohl das größte Kämpferherz nicht mehr. Zu früh sollten die Tigers den Feierabend aber auch nicht einläuten, trafen die Gäste doch zweimal innerhalb einer Spielminute und stellten mal eben auf 7:2. Danach schaute der ein oder andere Tigersfan schon ein bisschen nervös auf die Uhr. Die Partie beruhigte sich aber schnell wieder und beide Mannschaften zeigten sich nochmal munter und aggressiv.

Kurz vor dem Abpfiff wurde die Belohnung für den starken Auftritt der Tigers durchgegeben. Trotz einer Zuschauerzahl von 4620 (also unter den geforderten 5000) sollte nach dem Spiel Freibier ausgeschenkt werden „Bei 7:2 kann man das schonmal machen“, waren die Worte des Stadionsprechers. Kurz darauf war der Sieg mit fünf Toren Differenz perfekt und vor allem verdient. Die Tigers wollten diesen Erfolg zu hundert Prozent und konnten jede Menge Selbstvertrauen vor dem Spiel am Sonntag gegen Krefeld tanken. Standesgemäß gab Dylan Yeo bei einem kleinen Ständchen ein weiteres Mal "Sweet Caroline" zum Besten und setzte somit auch den musikalischen Schlussakkord unter diesen Freitagabend. 

Straubing Tigers – Augsburg Panthers: 7:2 (1:0/6:0/0:2)

Tore: 1:0 (14:55) O'Connor (Connolly); 2:0 (22:56) Madaisky (O'Connor); 3:0 (28:56); Schönberger (Yeo); 4:0 (30:21) Madaisky (Yeo); 5:0 (32:52) Schönberger (Brandl, Hinterstocker); 6:0 (34:47) Zalewski; 7:0 37:09 Brandl (Schönberger); 7:1 (46:05) Le Blanc (Holzmann, Oberg); 7:2 (46:36) Grygiel (Oberg, Le Blanc)

Strafminuten: 16:10

Zuschauer: 4620

So spielten die Tigers: Climie (Strahlmeier); Dotzler, Edwards; Osterloh, Yeo; Ondruschka, Madaisky; Jobke; Hedden, Zalewski, Röthke; Schönberger, Brandl, Hinterstocker; Down, Höfflin, James, Bayda, Connolly, O'Connor

 
 
 

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