Der Prozess um den Tod eines jungen Mannes im Weidener Flutkanal beginnt mit zwei Videos. Weil die drei Angeklagten vorerst nicht aussagen wollen, füllt das Schwurgericht unter Vorsitz von Landgerichtspräsident Gerhard Heindl den Vormittag mit der Vorführung. Kriminalpolizist Norbert Groß zeigt Filme, die mit dem Smartphone des 24-jährigen Sulzbach-Rosenbergers aufgenommen wurden.

Sie entstanden am Abend des 11. September 2020. 22.19 Uhr. Der erste Handyfilm. Es ist dunkel. Ein junger Mann liegt mit dem Gesicht nach unten in einer Uferböschung. Er schluchzt ins Gras. "Ariane (Name geändert), mir geht's nicht gut, Ariane, mir geht's nicht gut." Er kann kaum den Kopf heben.

22.21 Uhr. Das zweite Video. Schwärze. Das Wasser des Flutkanals glitzert vom Laternenlicht. Der junge Mann - weiße Turnschuhe, weißer Kragen über dem schwarzen Pulli - versucht, auf die Knie zu kommen. Er schwankt, greift ins hohe Gras - und platscht rücklings in den Fluss. Er zappelt. Eine Frauenstimme lacht und kichert. Eine Männerstimme sagt: "Schieb ab."