Thailand Bangkok - Metropole der Extreme

In der Abenddämmerung Bangkoks erwacht das Meer aus Lichtern zum Leben. Foto: Daniela Feldmeier

Gläser klirren. Der Boden vibriert. Mit einem lauten Surren schraubt sich ein schwarzer Helikopter am Lebua State Tower empor. Die Gäste in der Bar im 63. Stock springen kreischend auf. Auch die Freunde Phil, Alan, Doug und Stu, bekannt aus dem Hollywoodfilm Hangover II, weichen zurück, als sich Scharfschützen zeigen. Die haben es auf den Kriminellen Leslie Chow abgesehen, der neben den vier Freunden in der Bar sitzt.

Betritt man als Gast im wahren Leben die Sky-Bar des Lebua Hotels in Bangkok, ist zurückweichen wohl das falsche Wort. Wie angewurzelt stehen bleibt man aber allemal: Eine Treppe führt von der goldenen Kuppel in über 200 Metern Höhe auf die Aussichtsplattform mit Bar und dem mehrfach ausgezeichnetem Restaurant Sirocco. Darüber wacht der sternenklare, schwarze Nachthimmel. Zu den Füßen liegt der thailändische Schmelztiegel Bangkok mit all seinen blinkenden und glitzernden Lichtern.

Schick gekleidete Damen und Herren drängeln sich an der Bar. Viele von ihnen nippen an einer senfgelben Flüssigkeit in einem Martiniglas.

Quinn, die Marketing-Managerin des Hotels, erzählt uns, dass sei ein Hangovertini. Der Cocktail wurde eigens für die Filmcrew von Hangover II kreiert, als diese hier den zweiten Teil des Hollywoodstreifens drehte. Gurkenlikör, Apfelsaft, Martini, Honig und Rosmarin verleihen dem Drink seine etwas unappetitlich aussehende Farbe. Die quirlige Quinn ordert für alle einen Hangovertini. Wir tun es den anderen Gästen gleich und nippen ebenfalls an unseren Gläsern. Der Blick schweift dabei über den Rand des Hochhauses, hinab in die Tiefe der pulsierenden Metropole. Vergessen ist die seltsame senfgelbe Farbe.

Bangkok gilt als die Stadt mit den zwei Gesichtern

Am nächsten Morgen tritt man aus dem Hotel direkt auf die belebte Silom Road hinaus. Die bekannte Shopping- und Ausgehmeile im Herzen des "neueren Bangkoks" zieht sich vom Lumpini Park bis fast zum Chao Phraya River hin.

Der Fluss ist unser Ziel. Er verbindet die beiden früheren Stadtteile Ban Ma Kok und das gegenüberliegende Thonburi miteinander. Heute spielt sich ein großer Teil des alltäglichen Lebens auf dem Fluss ab. Gerade in der Rushhour weichen viele Thais auf Wassertaxis aus, um den verstopften Straßen zu entgehen. Einheimische Händler bieten in den Vormittagsstunden Waren und Speisen von ihren Booten aus an.

Unser thailändischer Guide Saran führt uns zur Anlegestelle neben dem Mandarin Oriental Hotel. Hier wartet bereits ein klassisches Longtail-Boat aus Holz, wie Thais es gerne nutzen, um im Wasser vorwärtszukommen. Der ältere Thai mit dem breiten Grinsen, das eine große Zahnlücke offenbart, lenkt das Boot von der Hauptwasserstraße weg, in einen der vielen Seitenkanäle.

Im Gegensatz zu dem "neueren Bangkok" mit seinen Wolkenkratzern, in denen sich viele Geschäfte, Banken und Firmen angesiedelt haben, lernt man auf den Khlongs - wie die Seitenflüsse des Chao Phraya Rivers heißen - das ursprüngliche Bangkok kennen.

 
 

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