Stroke Unit zertifiziert Auszeichnung für Deggendorfer Klinikum

Die Darstellung einer erfolgreichen Behandlung mittels Thrombektomie. Dabei sieht man im Vergleich ein wieder von Blut durchströmtes Gefäß im Gehirn. Foto: Jürgen Stern

"Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute", stellt Chefarzt Dr. Thorsten Fortwängler zum Weltschlaganfalltag fest. Um Folgeschäden zu vermeiden, sei es wichtig, einen Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen und fachgerecht auf höchstem Niveau zu versorgen. Ebenso entscheidend sei es, das am besten zur Schlaganfallversorgung geeignete Krankenhaus auszuwählen.

Die Stroke Unit am Klinikum Deggendorf hatte nun bereits zum dritten Mal seit ihrem Bestehen externe Prüfer der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zu Gast. Diese nehmen im Abstand von jeweils drei Jahren nach strengen Kriterien die Qualität der Schlaganfallbehandlung unter die Lupe. Das Augenmerk gilt der medizinischen Versorgung, der Abstimmung der Behandlungsprozesse im Team, der pflegerischen Besetzung und Qualifikation sowie auch der Dokumentation. Die hohe Qualität der Behandlungsprozesse wurde in der abschließenden Beurteilung hervorgehoben. Damit ist die Schlaganfalleinheit in Deggendorf zum dritten Mal in der höchsten Versorgungsstufe der Schlaganfallversorgung als überregionale Stroke Unit rezertifiziert. Dies kann sowohl Angehörigen wie auch dem Rettungsdienst eine erste Orientierung geben. "Auch durch eine Verlegung in eine andere Klinik kann wertvolle Zeit verlorengehen", wie Fortwängler unterstreicht.

Dass am Donau-Isar-Klinikum Deggendorf alle wichtigen Komponenten einer herausragend guten Schlaganfallbehandlung vorhanden sind, hat die Deutsche Schlaganfallstiftung bestätigt. Eine überregionale Stroke Unit gibt es in Niederbayern sonst nur noch am Klinikum Passau.

Sehr engmaschige Zusammenarbeit

Vor allem drei Elemente zeichnen die Schlaganfallversorgung am Klinikum Deggendorf aus: Auf der Einheit der Stroke Unit die enge Zusammenarbeit eines erfahrenen neurologischen Teams aus Ärzten, speziell weitergebildetem Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten und Mitarbeitern des Sozialdienstes. Die engmaschige Zusammenarbeit mit den Kollegen der Notaufnahme, der Radiologie, der Neuroradiologie, der Neurochirurgie, der Inneren Medizin und der Gefäßchirurgie, sodass jederzeit und wenn nötig sofort, noch in den ersten Minuten nach dem Eintreffen, die passende Therapie eingeleitet werden kann. Die Möglichkeit der Lysetherapie (Auflösung einer Blutgefäßverstopfung durch ein gerinnsellösendes Medikament) wie auch die mechanische Entfernung größerer Gerinnsel (Thrombektomie) ist rund um die Uhr gegeben. In Fällen eines schweren Schlaganfalles kann auch eine Behandlung auf der Intensivstation erfolgen. Nur in Deggendorf gibt es eine vaskuläre Neurochirurgie, so dass auch Hirnblutungen und Subarachnoidalblutungen (zwischen der mittleren und der inneren Hirnhaut versorgt werden können. Der wichtigste Punkt ist das rechtzeitige Erkennen des Schlaganfalles und die schnellstmögliche Versorgung. "Bereits bei einem Schlaganfallverdacht sollte umgehend der Rettungsdienst verständigt werden. Auch wenn der Schlaganfall sehr viele und auch ungewöhnliche Ausprägungen haben kann, und auch harmlosere Erkrankungen Schlaganfallsymptome imitieren können, sollte man doch nicht zögern, den Rettungsdienst zu informieren. Man sollte nicht warten, in der Hoffnung, dass die Symptome vorübergehen", betont Fortwängler. "Wir machen noch in der Notaufnahme die dringlichsten Untersuchungen. Wenn sich dort kein Schlaganfallverdacht ergibt - umso besser."

Mehr als 600 Patienten pro Jahr

Vor diesem Hintergrund zieht Fortwängler folgende Bilanz: "Wir bieten pro Jahr über 600 Schlaganfallpatienten auf unserer Stroke Unit rasche, menschliche, fürsorgliche Behandlung mit allen Möglichkeiten der modernen Medizin. Ich bin stolz auf das Team, das diese Leistung schon über Jahre hinweg mit Einsatz und Hingabe erbringt."

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