Der Streit dauert schon Jahre: Im Thiergarten bei Wiesent im Kreis Regensburg soll ein Steinbruch entstehen. Wichtig für die Wirtschaft, sagen die einen. Zerstörung der Natur, jedoch die anderen.

An einem Balkon hängt ein Banner mit "Nein zum Steinbruch", am Bushäuschen kleben Plakate, die frische Waldluft statt Granitstaub fordern, Autos fahren mit Anti-Steinbruch-Stickern rum: Ettersdorf und seine Gemeinde Wiesent (Kreis Regensburg) geben alles, seit vielen Jahren. Die Menschen wollen keinen Steinbruch in dem Waldstück "Fürstlicher Thiergarten".

Der Thiergarten ist ein rund 3.000 Hektar eingezäuntes großes Waldgebiet zwischen der Walhalla und dem Nepal Himalaya Park. Rauhenberg heißt es hier. Das Stück Natur gehört dem Haus Thurn und Taxis, 1813 angelegt als Jagdwald der Fürsten. In dem Wald gibt es keine Straßen, keine Funkmasten, nur drei Forsthäuser. Viele Menschen suchen hier Ruhe und Erholung.

"Es ist ein Märchenwald"

Einer, der den Thiergarten genau kennt, ist Paul Wiethaler. Er wohnt in Ettersdorf, am Rand des Landschaftsschutzgebiets. Fürs Studium kommt Wiethaler vor fast 40 Jahren von Landshut nach Regensburg - und geht nie wieder. "Ich dachte, ich bin im Paradies. Es ist ein Märchenwald", sagt er.

Doch nun könnte dort ein Steinbruch entstehen. Für Wiethaler ist eine gewerbliche Nutzung in dem Naherholungsgebiet aber "nicht akzeptabel". Er gründet 2016 die Bürgerschutzinitiave zum Erhalt des "einmaligen Thiergartens". Er wolle nur dieses Stück Natur vor Eingriffen bewahren, sagt der Ettersdorfer. Er habe weder etwas gegen die Baufirma noch gegen das Haus Thurn und Taxis.

Eingreifen in die Natur möchte Bauunternehmer Robert Fahrner aus Mallersdorf-Pfaffenberg (Kreis Straubing-Bogen). Er will den Steinbruch errichten und betreiben. Eine Anfrage unserer Zeitung lässt der Bauunternehmer unbeantwortet. Doch Fahrner erklärt seine Absichten auf einer Homepage, die sich dem Projekt widmet.