Es war das Ende einer Ära. Nach sieben Jahren als Trainer wurde Larry Mitchell am vergangenen Montag bei den Augsburger Panthern entlassen. Nach sechs Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf den zwölften Platz gab es vor allem sportliche Gründe für die Trennung. Nicht einmal eine Woche später hat Mitchell bereits seinen neuen Verein gefunden. Der 47-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis 2016 bei DEL-Schlusslicht Straubing Tigers und tritt damit die Nachfolge des entlassenen Rob Wilson an. Wir stellen den neuen Tigers-Dompteur vor.

Mit 21 zurück nach Deutschland

Mitchell wurde 1967 als Sohn eines kanadischen Soldaten in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz geboren. Seine ersten Schritte im Eishockey machte er allerdings in Kanada, ehe er im Alter von 21 Jahren zurück nach Deutschland ging, weil es nicht für die NHL reichte. Als Spieler war er meist in den unteren Ligen aktiv, kam nur auf 14 DEL-Spiele für Krefeld und Hannover. Seine aktive Karriere beendete Mitchell 2002 beim EV Duisburg in der Zweiten Liga.

Drei Jahre, nachdem er als Spieler aufgehört hatte, begann die Trainerlaufbahn von Mitchell. 2005 stieg er bei Oberligist EV Landsberg ein, den er gleich in der ersten Saison als Meister in die Zweite Liga führte. Im Dezember 2007 klopfte dann DEL-Club Augsburg bei Mitchell an. Bei den Schwaben beerbte er Paulin Bordeleau. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte.

"Spieler Mitchell hätte unter Trainer Mitchell seine Probleme gehabt."

Rund sieben Jahre war Mitchell bei den Panthern der Mann hinter der Bande. Es war eine äußerst erfolgreiche Zeit. In sieben Jahren schaffte es Mitchell mit den Panthern zumindest viermal in die Pre-Playoffs. Der Höhepunkt war zweifelsfrei der Vizemeister-Titel 2010. Mitchell gilt als akribischer Arbeiter, der hervorragend vernetzt ist. Optimale Voraussetzungen also, um ein Underdog-Team zu trainieren. Ob er deshalb auch gut nach Straubing passt?

Einmal im Jahr macht Mitchell eine mehrwöchige Tour durch Nordamerika und hat immer wieder vielversprechende, bis dahin noch unbekannte Ausländer in die DEL gelotst. Deshalb wurde er bei den Panthern in den letzten beiden Jahren auch zum "General Manager Sport" befördert. Mitchell ist für ein intensives, läuferisches Eishockey bekannt. "Der Spieler Larry Mitchell hätte es unter dem Trainer Larry Mitchell sehr schwer gehabt, weil ich lauffaul war und nur ungern in der Abwehr ausgeholfen habe", sagte Mitchell einmal gegenüber der Augsburger Allgemeinen.