Sollen Friseure schließen oder nicht? Plötzlich systemrelevant

So sieht Langeweile im Job aus: Nachdem es Anfang der Woche hieß, Friseursalons müssen schließen, blieben die Kunden aus. Foto: Gresser

"Ja, sie sind alle gestorben - aber hast du gesehen, wie schön ihre Haare waren?" Ursula Gresser ist bekannt für ihren Humor. Auch in dieser Woche hat die Chefin vom "Boderwerk" mit ihrem Posting einige Kunden und Freunde zum Schmunzeln gebracht - obwohl ihr selbst überhaupt nicht zum Lachen ist. Eine Frage beschäftigt sie und ihre Berufskollegen inmitten der Corona-Krise: Soll man sein Geschäft schließen oder nicht? Friseure zählen laut Regierungsanweisung zur Grundversorgung und dürfen weiterhin arbeiten. Manche tun es, andere sperren zu - freiwillig.

Gähnende Leere. Im Friseurstuhl dreht sich keine Kundin, nur eine Angestellte, die Absagen häufen sich - so sah die Situation Anfang der Woche im "Boderwerk" aus. "Es hieß ja, wir müssen schließen", erzählt Chefin Ursula Gresser. "Dann wurde zurückgerudert, jetzt dürfen wir öffnen. Wie wir das machen sollen, weiß ich nicht." Die Vorgabe, dass zwischen den Stühlen 1,5 Meter Abstand bleiben soll, kann sie in ihrem kleinen Salon nicht einhalten. Es gibt Handlungsempfehlungen von der Innung, aber für die Friseurmeisterin geht es jetzt um viel mehr als Hygiene-Richtlinien. "Ich konnte nicht mehr schlafen. Ich habe Verantwortung. Meinen Kunden, meinen Mitarbeiterinnen und der Gesellschaft gegenüber", sagt sie. "Ich muss schließen - auch wenn es mir schwerfällt." Doch: Wer freiwillig zumacht, hat nicht den gleichen Anspruch auf finanzielle Unterstützung wie nach einer staatlich angeordneten Schließung. "Wir werden sehen", sagt Gresser. Sie liebt ihren Beruf und ist mit Herz und Seele Friseurin. Trotzdem findet sie: "Momentan gibt es Wichtigeres als Strähnchen."

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