Sachsen-Anhalt Trotz Überzahl: 1860 spielt ohne Köllner in Halle nur 1:1

Halle (dpa/lby) - Nach dem Wirbel um das Coaching-Verbot für Michael Köllner musste sich der TSV 1860 München ohne seinen Cheftrainer in der 3. Fußball-Liga mit lediglich einem Punkt begnügen. Die "Löwen" kamen am Sonntag beim Halleschen FC nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus - und das trotz einer Stunde Spielzeit in Überzahl.

Nach einer frühen Roten Karte gegen Torjäger Terrence Boyd in der 30. Minute verschoss "Löwen"-Kapitän Sascha Mölders einen Handelfmeter. Boyd hatte einen Kopfball von Stephan Salger auf der Torlinie mit dem Oberarm abgewehrt. Strafstoß und Rot waren die Folge. Halle führte da durch einen Kopfball von Jan Löhmannsröben bereits (13. Minute).

1860 machte in Überzahl das Spiel. Die Gäste kamen aber nicht über das Ausgleichstor von Daniel Wein hinaus. Der Mittelfeldspieler traf aus rund 20 Metern mit einem Flachschuss (65.). Günter Brandl vertrat Köllner am Spielfeldrand. Der 51 Jahre alte Chefcoach durfte nicht im Stadion seiner Arbeit nachgehen. Das Gesundheitsamt von Halle hatte Köllner nach einem Corona-Fall in der Münchner Mannschaft den Zutritt verweigert. Die Stadt Halle verteidigte ihre Entscheidung.

Zuvor gab es einiges Hin und Her um Köllners Stadioneinsatz. Der 1860-Coach ist geimpft, aber der Zeitraum für den vollständigen Schutz reichte noch nicht aus. Die "Löwen" hatten es aber in Absprache mit den Münchner Behörden am Freitag erreicht, dass ihr Trainer unter strengsten Hygienevorgaben an der Linie stehen dürfe.

"Wir akzeptieren die Entscheidung, aber wir akzeptieren sie nur unter großer Missbilligung", kommentierte 1860-Sportchef Günther Gorenzel verärgert das Verhalten der zuständigen Stellen in Halle. Von den Entscheidern sei kein triftiger Grund für eine Gefahr durch Köllners Einsatz aufgezeigt worden, erklärte Gozenzel und verwies auf die Erlaubnis des Münchners Gesundheitsamtes für den 51-Jährigen.

In einer Stellungnahme der Stadt Halle hieß es, weder 1860 noch das Münchner Gesundheitsamt seien auf sie zugekommen. Man habe sich an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts orientiert.

© dpa-infocom, dpa:210912-99-189875/2

 

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