Regensburg Gregor Gysi an der Uni: „Seid bloß nicht so brav“

Gregor Gysi sprach an der Uni Regensburg über „Die Europäische Union in der Krise“. Foto: gib

Er gilt als eloquent und witzig: Und tatsächlich zog Linken-Politiker Gregor Gysi die Besucher seines Vortrags „Die EU in der Krise“ am Mittwochabend an der Uni Regensburg von der ersten Minute in den Bann. Die jungen Zuhörer forderte der 68-Jährige auf, bloß nicht so brav zu sein.

In einer politisch bewegten Zeit scheint Gysi einer zu sein, dem man Antworten auf schwierige Fragen zutraut. Der Hörsaal 24 mit seinen über 300 Plätzen war jedenfalls komplett besetzt, als der langjährige Fraktionschef der Linken im Bundestag für die Veranstaltungsreihe „roots lecture in economics“ der Uni Regensburg auf die Bühne trat. Mit ein paar Anekdoten und Witzen – „jetzt kommt der demütigende Akt, ich muss erst das Mikro runter drücken, aber das halte ich aus“ – hatte der kleingewachsene Politiker das Publikum schnell auf seiner Seite, um dann auf ernstere Themen umzuschwenken. Gysi machte eine „depressive Stimmung“ in der Europäischen Union aus.

Das britische Votum für den Austritt aus der EU bezeichnete Gysi als „schlimm, aber nicht die absolute Katastrophe“. Großbritannien habe sich schon immer auch stark zu den USA hin orientiert. Mehr Sorgen macht ihm die Vorstellung, dass Marine Le Pen, die rechte Front-National-Chefin, nächstes Jahr in Frankreich Präsidentin werden könnte. „Dann ist die EU mausetot“, sagte er. „Ohne Frankreich geht es nicht.“ Den weltweiten Aufstieg der Rechtspopulisten erklärt Gysi damit, dass sich immer mehr Menschen finanziell und sozial abgehängt fühlen. Deutschland, das den größten Niedriglohnsektor Europas habe, müsse hier besonders aufpassen.

Außerdem seien sich Union und SPD viel zu ähnlich geworden, klagt der Linken-Politiker. Sein politisches Rezept dagegen: SPD, Grüne und Linke müssten die nächste Bundesregierung stellen, die Union könne als konservative Kraft in der Opposition mögliche AfD-Wähler bündeln. Mit Blick auf den Wahlsieg Donald Trumps plädierte Gysi dafür, dass Deutschland und Europa gegenüber den USA souverän agieren sollten. „Ich bin gegen das Duckmäusertum der Deutschen gegenüber den USA.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Freitag, 18. November, in der Donau Post.

 

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